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Bringen diese 3 neuen Geschäftsbereiche Cisco Systems den Turnaround?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
16.02.2017, 12:00  |  533   |   |   

Cisco Systems  (WKN:878841) war in der Vergangenheit vor allem für seine Netzwerkinfrastrukturlösungen für Unternehmen bekannt, aber der Tech-Riese erweitert mit einigen interessanten Innovationen und Akquisitionen auch beständig seine anderen Segmente aus. In diesem Artikel erfährst du, in welche Wachstumsbereiche Cisco investiert, wie groß der Druck von anderen Wettbewerbern wie Amazon.com (WKN:906866) ist und warum die Aktie angesichts der zukünftigen Neuausrichtung des Unternehmens eine kluge Anlage zu sein scheint.

1. Der Bau intelligenter, vernetzter Städte

In einem jüngsten Blogeintrag sagte das Cisco-Management, dass Cloud-Computing die „vierte industrielle Revolution“ darstellt. Das Unternehmen schätzt, dass bis 2020 über 90 % des gesamten Datenverkehrs via Cloud-Netzwerke abgewickelt wird. Während es viele Unternehmen gibt, die daran arbeiten, die Cloud-Bedürfnisse von Privatpersonen und Unternehmen zu decken, rüstet Cisco auf, um seine Dienste in weltweite Städte zu integrieren.

Cisco hat auf dem „Smart City Expo“-Weltkongress im November 2016 in Barcelona seine “Smart+Connected City Platform” vorgestellt. Das Unternehmen beschrieb diesen Dienst als „zentrale Verwaltung, die auf infrastrukturelle Anforderungen abzielt, um Kameras, Wasserzähler, Verkehrsanlagen und viele weitere Geräte auf zuverlässige, sichere, robuste und reibungslose Weise zu vernetzten.“ Die Initiative wurde vor kurzem in Jaipur, Hamburg, Barcelona, Kansas City und Adelaide testweise implementiert. Im nachfolgenden Video erklärt der IT-Leiter der Stadt Adelaide, welche Rolle Cisco in der australischen Stadt gespielt hat.

Videoquelle: CISCO SYSTEMS.

2. Cisco wird zur allumfassenden IoT-Plattform

Das „Internet of Things“ (IoT) war eines der Modewörter 2016, aber es beschreibt in Wirklichkeit lediglich den wachsenden Trend von Verbraucherprodukten oder sonstigen Low-Tech-Geräten, die nun vermehrt sowohl mit dem Internet als auch miteinander verknüpft werden – in der Regel über ein drahtloses Cloud-Netzwerk. Tatsächlich dreht es sich bei Smart Citys vor allem um das IoT. Schätzungen über die Größe des IoT-Markts schwanken sehr, aber die meisten Analysten gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren eine Anzahl von Geräten in zweistelliger Milliardenhöhe mit dem IoT verknüpft werden könnte.

Cisco wird zunehmend zum Fundament für viele Bereiche dieses Ökosystems — einschließlich der Hardware, die die Vernetzung der Verbraucherprodukte erst möglich macht, der Vernetzung mit Cloud-Netzwerken und der Sicherheit, um IoT-Netzwerke vor Angriffen zu bewahren. Cisco hat vergangenen März Jasper Technologies, ein Cloud-basiertes IoT-Unternehmen, für 1,4 Mrd. US-Dollar übernommen. Übernahmen wie diese, die vor allem Ciscos Datenverfolgungstechnik und IoT-Management voranbringen soll, und eigene Innovationen in diesem Bereich haben dem Unternehmen geholfen, in jüngster Vergangenheit zahlreiche neue Produkte und Pakete in diesem Geschäftsbereich auf den Markt zu bringen.

Vergleichbar mit dem Vorstoß bei „Smart & Connected Cities“ glaubt das Unternehmen, dass es über genügend Expertise und Rückendeckung verfügt, um für Unternehmen und behördliche Einrichtung die erste Anlaufstelle in Sachen IoT zu werden. Man darf nicht vergessen, dass Cisco in diesen Bereichen schon jetzt eine große Präsenz hat, weshalb es Cisco wohl leichter fallen könnte als anderen Konkurrenten, große Kunden auf der Suche nach IoT-Lösungen für sich zu gewinnen.

3. Cybersecurity

Während die ersten zwei oben genannten Bereiche bezüglich dessen, was sie für die digitale Zukunft bedeuten, äußerst aufregend sind, schaffen sie auch gleichzeitig eine viel größere Angriffsfläche für Cyberattacken. Ein jüngst intensivierter Fokus auf Hacking-Bedrohungen und die Nachfrage für Sicherheitslösungen für Cloud-Netzwerke, IoT-Plattformen und alle anderen vernetzten Technologien eröffnen Cisco eine ertragsreiche Chance.

Im Februar präsentierte das Unternehmen „Cisco Firepower“, eine neue Firewall-Produktreihe. Das Unternehmen behauptet, dass seine Sicherheitssysteme Kunden nachweislich helfen, die Dauer zur Erkennung einer Attacke „deutlich zu verringern“. Im Laufe des Jahres hat das Unternehmen zusätzlich neue Tools wie „Cisco Umbrella“ und „Umbrella Roaming“ herausgebracht, die auf eine erhöhte Sicherheit bei Routern und VPN-Geräten abzielen und verdächtige Aktivitäten blockieren. Darüberhinaus hat Cisco im September CloudLock, ein Unternehmen, das integrierte Sicherheitslösungen für Cloud-basierte Netzwerke anbietet, übernommen.

Ciscos Umsatz aus Sicherheitslösungen stieg im ersten Geschäftsquartal, das für Cisco am 29.Oktober endete, im Vergleich zum Vorjahr um 11 % auf 540 Mio. US-Dollar. Obwohl dieses Segment nicht einmal 5 % von Ciscos Gesamtumsatz ausmacht, glaubt das Management, dass der Fokus und das Knowhow in diesem Bereich dem Unternehmen helfen werden, Marktanteile in anderen Segmenten zu gewinnen, da Verbraucher und Unternehmen Netzwerksicherheit eine immer höhere Priorität zuschreiben.

Kann Cisco die Konkurrenz auf Distanz halten?

Ciscos Umsatz aus den traditionellen Sparten, die immer noch für den Großteil des Unternehmensumsatzes aufkommen, war in den vergangenen Quartalen rückläufig. Der Geschäftsbereich Switches, der für fast ein Drittel des Gesamtumsatzes verantwortlich ist, rutschte im abgelaufenen Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 7 % ab. Der Gesamtumsatz legte trotz der oben genannten Wachstumssegmente um nur ein dürftiges Prozent zu. Zusätzlich gab das Management nicht besonders aufregende Prognosen für das noch recht junge Geschäftsjahr 2017 aus.

Besorgniserregender ist allerdings die Tatsache, dass sich das Unternehmen in seinen neuen Wachstumsfeldern starkem Wettbewerb stellen muss. Der größte Konkurrent ist Amazon Web Services (AWS), das sowohl private als auch öffentliche Cloud-Hosting-Dienste sowie kostengünstige IoT-Lösungen anbietet. Der Dienst hat mit Netflix und Comcast bereits einige namhafte Unternehmen bedient und so sein Image etwas aufgewertet. Zusätzlich erbringt Amazon Sicherheitsdienste an US-Nachrichtendienste. Also scheint Sicherheit auch bei Amazon ein großes Thema zu sein. Die AWS-Sparte wächst schnell – im Vergleich zum Vorjahr ist sie umsatztechnisch im jüngsten Quartal um fast 50 % auf über 3,5 Mrd. US-Dollar gestiegen.

Die ersten Erfolgsgeschichten in den oben genannten Segmenten sind ermutigend. Zudem hat die Übernahme kleinerer Tech-Unternehmen Cisco geholfen, an Wert und Expertise zu gewinnen. Und das Unternehmen scheint mit Cash-Reserven in Höhe 70 Mrd. US-Dollar, die es vermutlich in den kommenden Quartalen intensiv investieren wird, bestens aufgestellt zu sein, um diese Strategie auch in Zukunft weiterzufahren. Auch wenn Ciscos Wachstumszahlen etwas abbremsen könnten – insbesondere angesichts der starken Konkurrenz durch AWS – scheint das Unternehmen die Wandlung seines Geschäftsfokus mit klugen Schritten voranzutreiben. Die Cisco-Aktie wird derzeit zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von 2,5 gehandelt (zum Vergleich: Amazons KBV beträgt 21,7) . Außerdem wirft Cisco eine stetig wachsende Dividendenrendite von derzeit 3,3 % ab. Vorausblickend wird es interessant sein zu beobachten, wie sich relevante Märkte in den kommenden Jahren entwickeln werden und welche Rolle der Tech-Gigant in ihnen einnehmen wird.

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The Motley Fool hält und empfiehlt Amazon.com, Facebook und Netflix. The Motley Fool empfiehlt Cisco Systems. 

Dieser Artikel wurde von Seth McNew auf Englisch verfasst und am 10.2.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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