DAX-0,22 % EUR/USD-0,15 % Gold+0,90 % Öl (Brent)0,00 %

Reicheninvasion Studie: Australien Zielland Nr. 1 für flüchtende Millionäre

23.02.2017, 15:35  |  3652   |   

Das dünn besiedelte Australien sieht sich derzeit einer wachsenden Migrationskrise ausgesetzt. Jahr für Jahr strömen mehr Menschen mit Vermögenshintergrund auf den Kontinent, um es sich dort in der feudalen Hängematte bequem zu machen. 

Sie kommen meist mit dem Flieger, manchmal aber auch auf Schiffen, deren Eigentümer sie selbst sind. Wie der "Telegraph" jüngst vermeldet hat, ist Australien seit nunmehr zwei Jahren das Land, welches die meisten Millionäre anzieht. Ganze 11.000 solcher Leute sollen allein im letzten Jahr die Grenze zum Commonwealth-Mitglied passiert haben.

Demgegenüber suchten nur 10.000 Millionäre Schutz in den Vereinigten Staaten und gerade mal 3.000 in Großbritannien. Die Zahlen stammen von der internationalen New-World-Wealth-Organization, die sich der Wohlstandsforschung verschrieben hat.

Ganz generell nehme das Phänomen der Reichenwanderung seit einigen Jahren kontinuierlich zu. Wo sich 2015 noch 64.000 Millionäre auf die Suche nach einer neuen Heimat begeben haben, waren es 2016 schon 82.000 - ein Anstieg von fast 30 Prozent. Im Falle Australiens zählen zu den größten Pull-Faktoren hauptsächlich ein verlässliches Gesundheitssystem, eine hohe innere Sicherheit und die Nähe zu den asiatischen Schwellenmärkten, mit denen man dann noch schneller Geschäfte machen kann.

Sorgen um die australische Leitkultur macht man sich auf dem Kontinent bislang recht wenig - auch wenn bereits einige unterschwellige Veränderungen feststellbar sind. So lässt das Zuwanderervermögen den Durchschnitts-Australier mittlerweile viel reicher aussehen, als er überhaupt ist. "In den letzten zehn Jahren hat der gesamte australische Reichtum um 85 Prozent zugenommen, verglichen mit einem 30-prozentigen Anstieg in den USA und 28 Prozent Wachstum in Großbritannien", lautet ein Studienfazit.

Die Willkommenskultur ist entsprechend groß: Statt über eine Obergrenze zu diskutieren, führte die Regierung 2012 extra ein neues Visum für besonders wohlhabende Immigranten ein, die vorhaben, viel Geld in dem Land zu investieren. 

Der Erfolg lässt indes auf sich warten: Im dritten Quartal 2016 musste das Land mit einem BIP-Rückgang von 0,5 Prozent den größten wirtschaftlichen Abschwung seit der Finanzkrise hinnehmen. 

Mehr zum Thema
Australien


Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel