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Drei Unternehmen, drei Chefinnen In Saudi Arabien bestimmen jetzt auch Frauen die Geschicke der Finanzwelt

24.02.2017, 17:46  |  3782   |   |   

Die Saudi Stock Exchange (Tadawul) wird zukünftig von der Bankerin Sarah Al Suhaimi geführt. Unter ihrer Ägide könnte unter anderem der weltgrößte IPO von Saudi Aramco realisiert werden. Und noch zwei weitere Frauen rückten im saudischen Finanzsektor auf Spitzenpositionen.

Zwischen Rotem Meer und Persischem Golf ereignet sich gerade etwas, was manch einer als Revolution bezeichnen könnte. In Saudi-Arabiens Finanzwelt haben sich gleich drei Frauen auf absolute Spitzenpositionen vorgearbeitet: Rania Nashar, Latifa Al-Sabhn und Sarah Al Suhaimi. 

Bei der drittgrößten Bank Saudi-Arabiens, der Samba Financial Group, wurde zunächst Rania Nashar zur Geschäftsführerin ernannt. Damit wird Nashar die erste weibliche CEO einer Bank, die im Auftrag der Regierung an der wirtschaftlichen Neuausrichtung des Königreichs mitarbeitet ("Fortune"). Dass es dabei nicht um eine etwaige Quote, sondern um echte Kompetenzen geht, wird daran deutlich, dass sie zuvor Vorstandsmitglied der internationalen Samba-Tochtergesellschaften war und über 20 Jahre Berufserfahrung im Bankwesen verfügt.

Gleichzeitig soll die Arab National Bank (ANB) Latifa Al Sabhan als Finanzvorstandsvorsitzende einberufen haben - eine Neuigkeit, die von der ANB bislang noch nicht bestätigt wurde. 

Den höchsten Posten aber wird Sarah Al Suhaimi einnehmen - sie soll ab sofort die saudische Börse in Riad führen. Unter ihrer Leitung könnte es zum weltgrößten Börsengang durch den staatlichen Ölkonzern Saudi Aramco kommen. Die 37-Jährige hat einen langen Weg hinter sich: Nach dem Studium der Verwaltungswissenschaften in Riad folgte in Harvard das Management-Programm der Business-School. Anschließend stieg sie bei der Samba Financial Group ein und wechselte fünf Jahre später nach London zu Jadwa Investment. Seit 2014 steht Suhaimi an der Spitze der Investmentabteilung der saudischen National Commercial Bank ("Zeit").  

Saudi Arabien braucht dringend mehr Arbeitskräfte. Doch trotzdem haben nur etwa 18 Prozent der Frauen im arbeitsfähigen Alter einen Job ("NZZ"). Zwischen 2010 und 2015 stieg die Zahl der beschäftigen Frauen immerhin um 50 Prozent an. Die Regierung hat sich bis 2030 das Ziel gesetzt die weibliche Erwerbstätigenquote von 22 auf 30 Prozent zu erhöhen.

An mangelndem Bildungsstand kann die Ungleichbehandlung von Frauen zumindest nicht festgemacht werden: Tatsächlich ist die Hälfte aller saudischen Hochschulabsolventen weiblich. Hier gibt es Potentiale, die von den starren Traditionsvorstellungen noch immer eingeforen werden. Umso energischer pochen viele Araberinnen auf ihr Recht, irgendwann als gleichwertig anerkannt zu werden. Die jetzt ernannten Finanzexpertinnen dürften für sie mehr als nur Vorbilder sein.    

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