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DGB-Besoldungsreport Durchgerechnet: Eine Verbeamtung ist super. Außer man arbeitet in Berlin...

27.02.2017, 13:20  |  5450   |   |   

Laut dem neuen DGB-Besoldungsreport herrscht zwischen unseren 1,3 Millionen deutschen Beamten eine teils massive Einkommenskluft. Dabei kann das Gehalt in derselben Besoldungsgruppe schonmal um bis zu 5.600 Euro variieren. 

Alle drängen in die Hauptstadt, doch in Hinblick auf das zu erwartende Einkommen scheint der anhaltende Zuzug fast schon irrational. Denn dass Berlin sowohl privatwirtschaftlich als auch bei seinen Beamten nicht gerade das meiste Geld zu vergeben hat, weiß eigentlich jeder. 

Zweiteres bestätigt nun abermals der neue Besoldungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbunds DGB. Demnach schauen vor allem jene Staatsdiener in die Röhre, die sich auf einer eher höheren Gehaltsstufe befinden. Ein Gymnasiallehrer der Besoldungsstufe A13 kann beispielsweise je nach Bundesland zwischen 57.125 Euro (Berlin) und 62.800 Euro (Bayern) im Jahr verdienen. In den mittleren Gehaltsgruppen, wie der Stufe A9 beträgt die Einkommensdifferenz bis zu 1.300 Euro, bei den unteren Klassen sogar wieder bis zu 3.600 Euro. 

Seit 2006 ist es Sache von Bund und Ländern, zu entscheiden, ob und wie Tarifabschlüsse für die eigenen Beamten übernommen werden sollen. Über Sonderzahlungen, wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld können sie ebenso selbst bestimmen. Dem DGB-Report zufolge würde diese Freiheit oftmals ausgenutzt, um den Beamten "vor allem angesichts der zum Teil diffizilen Haushaltslagen wiederholt Sonderopfer abzuverlangen."

Mit dieser "Besoldung nach Kassenlage" müsse laut der DGB-Vorsitzenden Elke Hannack bald Schluss sein. Denn wegen der heftigen Konkurrenz seitens privatwirtschaftlicher Arbeitgeber könnten sich die Länder eine solche Besoldungspolitik eigentlich nicht mehr leisten, ohne weiter an Attraktivität einzubüßen. "Gerade bei Spezialisten, etwa in der IT-Sicherheit, kann der öffentliche Dienst kaum noch mithalten, da die Verdienstaussichten schlechter sind als in der Privatwirtschaft", wird Hannack von der "Süddeutschen Zeitung" zitiert.

 



3 Kommentare

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Kommentare

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ZITAT: "Gerade bei Spezialisten, etwa in der IT-Sicherheit, kann der öffentliche Dienst kaum noch mithalten,..."

Da steht nichts von Lehrern.
Und zu Ihrem Argument: Ein Klempner oder Bäcker verdient keine 57000€...
Das tut ein normaler Beamter (ja ich bin auch ein Bundesbeamter im mittleren Dienst) auch nicht.
Wer 57000€ als Beamter verdient ist im höheren Dienst. Das heißt er hat ein Abitur und ein Studium...
Wüsste nicht, dass man als Klempner, Bäcker oder Metzger neuerlich studiert haben muss...

Und zu: den Druck und die Angst vor Arbeitslosigkeit... Das muss ich Ihnen zugestehen, kennt ein Beamter, DER SICH NICHTS ZU SCHULDEN KOMMEN LÄSST nicht.
ABER: Als Bundesbeamter bspw. unterschreiben sie VOR der Vereidigung, dass sie BUNDESWEIT versetzbar sind...

Das heißt: Man wird zwar nicht arbeitslos, aber wenn man sie in Augsburg nicht mehr brauch, jedoch in Hamburg eine Stelle frei ist... Gehen Sie oder Kündigen sie.. Diese Angst wiederum kennt ein normaler Arbeitnehmer nicht. Der ist dann Arbeitslos und sucht sich einen neuen Job. Und bekommt natürlich Arbeitslosengeld... Ein Beamter NICHT. Der rutscht sofort in Harz iV ab...

Ab und zu erst mal nachdenken und nicht immer von BILD Berichten wie "Beamter verdienen 8000€ im Monat beeinflussen lassen.

Schönen Abend noch.
Ach das habe ich noch vergessen, in Bayern verdienen die Bäcker, Metzger, Klempner und Verkäufer/in alle mehr weil das müssen die auch bei den Mieten aber auf 57000,- oder 62000,- Tausend kommen die nicht , na ja sollen sie halt Beamte werden könnte doch Frau Hannack jetzt vorschlagen !
Denn wegen der heftigen Konkurrenz seitens privatwirtschaftlicher Arbeitgeber könnten sich die Länder eine solche Besoldungspolitik eigentlich nicht mehr leisten, ohne weiter an Attraktivität einzubüßen ?

Ja ist klar, habe auch davon gehört das sich die Privatwirtschaft um Lehrer schon fast prügelt.
Mir ist eigentlich nur bekannt das es genug Lehrer gibt nur werden die nicht sofort wie früher eingestellt und schon gar nicht bekommen sie den Beamten Status, was ich auch bis heute nicht verstehe ist warum sie Verbeamtet werden müssen.

Und immer wieder, wie vor 30 Jahren kommt das Argument dann gehen sie in die Privatwirtschaft, na können sie doch gerne machen machen doch Millionen andere Arbeiter auch wo ist das Problem ?
Ausser das sie da auch mal den Druck der freien Wirtschaft, und die Angst kennen lernen von Arbeitslosigkeit.

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