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Managergehälter Deutsche Bank: Bonus-Pool um 80 Prozent gekürzt

28.02.2017, 13:58  |  12389   |   |   

Circa 25.000 Deutsche-Bank-Angestellte sind von Bonus-Kürzungen betroffen, die Motivation bei den Führungskräften sinkt. Damit nicht alle leiden, wurde für ganz besondere Mitarbeiter ein neues Bonus-Programm kreiert.

In der Politik wird seit Kurzem wieder ausgiebig darüber diskutiert, wo bei der Vergütung von Dax-Managern die Grenze zwischen "angemessen" und "moralisch zweifelhaft" liegt. Die Deutsche Bank geht derzeit ihren eigenen Weg. Zwar erklärte der Personal- und Rechtsvorstand, Karl von Rohr, noch am Sonntag, dass wir in Deutschland grundsätzlich keine Probleme mit übertriebenen Gehältern hätten, sondern dass es lediglich einzelne Ausschläge nach oben gebe ("FAZ"). Dennoch hat die Deutsche Bank krasse Einschnitte vorgenommen.

Laut von Rohr wurde der Bonus-Pool um 80 Prozent gekürzt, eine Maßnahme, die Führungskräfte außerhalb des Tarifgefüges betrifft. Immerhin 25.000 Angestellte sind davon betroffen. Bei den Mitarbeitern der Deutschen Bank scheint die monetäre Motivation nach wie vor eine große Rolle zu spielen.

Gekürzte Boni würden sich durchaus auf die Mitarbeiter-Stimmung auswirken, findet von Rohr. Damit aber zumindest die Spitzenkräfte nicht ihr Lächeln verlieren, wurde für 5.000 besondere Mitarbeiter ein langfristiges Programm entwickelt. Bei ihnen werde der Bonus mit einer Verzögerung von bis zu sechs Jahren ausgezahlt. Die Höhe sei zudem eng an den Erfolg der Bank geknüpft.

Neben der Kürzung des Bonus-Pools will die Deutsche Bank in diesem Jahr 4.000 Stellen in Deutschland abschaffen. Bereits zwei Drittel davon sind mit Auflösungsverträgen abgeschlossen.

Trotz seiner Einschätzung sympathisiert von Rohr mit einer Gehalts-Obergrenze bei zehn Millionen Euro. Jedoch sei für die Umsetzung nicht der Gesetzgeber verantwortlich, sondern der Aufsichtsrat. Denn damit, so von Rohr, seien die wesentlichen Interessengruppen - Anteilseigner und Arbeitnehmervertreter - hinreichend repräsentiert.

Dennoch: Vom Gesetzgeber wurden bereits einige Ansätze zur Begrenzung von Managergehältern in die Wege geleitet. Am 22. Februar 2017 legten die Sozialdemokraten einen entsprechenden Gesetzentwurf vor (siehe hier). Demnach soll bei Aktiengesellschaften die steuerliche Absetzbarkeit der gesamten Vergütung eines Vorstandsmitglieds auf 500.000 Euro begrenzt werden. 

Zudem soll der Aufsichtsrat eine "Höchstgrenze" für das Verhältnis zwischen Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder und dem durchschnittlichen Einkommen eines Arbeitnehmers im Unternehmen festlegen. Ganz generell möchte die große Koalition Managergehälter schon gerne begrenzen, streitet aber über den Weg dahin. Ohne einen schnellen Konsens dürfte das Thema daher vermutlich auf die nächste Legislaturperiode verschoben werden. 

  

 

 

    

 

 

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