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Umfrage Noch nie hatten Investoren so viel Angst vor einem Euro-Zerfall wie heute

02.03.2017, 07:00  |  1973   |   |   

Was die Zukunft der Eurozone anbelangt, haben Analysten des Beratungsunternehmens Sentix eine deutliche Warnung ausgesprochen. Demnach gehe derzeit eine fast schon epidemische Panik vor einem Zerfall der Eurozone um. In Hinblick auf die Austrittswahrscheinlichkeit Griechenlands, Italiens und Frankreichs ist im aktuellen Sentix-Monatsbericht erstmals die Rede von den "gefährlichen drei".

Das Wahljahr 2017 wird kein Einfaches. In den Niederlanden, Frankreich und auch in Deutschland arbeiten euroskeptische Kräfte hartnäckig daran, ihr Land demnächst aus der Eurozone zu befördern. Dabei ist es bislang vor allem die Grande Nation, der Investoren einen tatsächlichen Alleingang immer stärker zutrauen. Nicht ohne Grund stiegen die Risikoprämien für französische Staatsanleihen in den letzten Wochen immer weiter an. Mit einem Austritt wird die Fähigkeit zur Schuldentilgung angezweifelt. 

Zusammen mit den Wackelkandidaten Italien und Griechenland gehört Frankreich damit nun zu den "gefährlichen drei". So haben es die Analysten des Beratungsunternehmens Sentix in ihrem aktuellen Monatsbericht zusammengefasst und erklärt, dass mittlerweile viele Marktteilnehmer eine Euro-Abkehr dieser drei Länder für durchaus realistisch halten.

Demnach schätzen 8,4 Prozent der befragten Investoren, dass es nach der Wahl in Frankreich zum Frexit kommen könnte. Mit 13,9 Prozent gehen noch mehr von einem wirklichen Austritt Italiens aus der EU aus und ganze 19,2 Prozent rechnen mit einem baldigen Grexit. 

Ganz generell nehmen auch die Befürchtungen über einen gänzlichen Zerfall der Eurozone zu. „Wäre die Euro-Krise eine Grippewelle, würde die Politik wohl vor einer Epidemie warnen“, kommentiert Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner die Analyse ("Business Insider"). Damit verwies er auf den von Sentix erhobenen Index zum Ausbreitungsrisiko der Krise. Mit fast 50 Prozent liegt dieser zurzeit auf absoluter Rekordhöhe. 

Vielleicht sind es ja in zwei Wochen dann auch keine "gefährlichen drei" mehr, sondern bereits "gefährliche vier". Denn dann stehen die Parlamentswahlen in den Niederlanden an. Nachdem der holländische Rechtspopulist Geert Wilders Marrokkaner jüngst als "Abschaum" bezeichnet hatte, gingen seine Umfragewerte jedoch erneut zurück ("Zeit"). Die Beteiligung seiner "Partei für die Freiheit" an einer zukünftigen Koalition gilt bislang als unwahrscheinlich. 

 

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Kommentare

Die Panik ist nur bei denen groß, die derzeit am Futtertrog sitzen. Alle anderen freuen sich trotz omnipräsentem Suggestivjournalismus dass dieser Moloch in ein paar Jahren Geschichte sein wird. Das Juncker schon eine EU der Einfältigen, Verzeihung, der Willigen andenkt deutet ja schon auf den Machterhalt mit allen Mitteln hin. Für Anleger ist alle Panik, berechtigt oder nicht, eine gute Möglichkeit von volatilen Märkten zu profitieren.

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