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FinTechs Sprechen Sie mit Ihrem RoboAdvisor

Gastautor: Uwe Zimmer
07.03.2017, 08:52  |  506   |   |   

Die Politik hat Angst vor Chat-Bots, die im Wahlkampf Stimmung machen könnten. Denn ja, die Rechner sind schon gut genug, sich für echte Menschen auszugeben. Ein paar Jahre weiter und es wird normal sein, dass wir mit Maschinen sprechen. Für die Anlageberatung ist das eine große Chance.

Denn der große Vorteil der persönlichen Beratung ist das Eingehen des Beraters auf die Situation der Menschen, die ihm gegenübersitzen. Trotzdem, das muss ehrlicherweise gesagt werden, benötigen die meisten Menschen keinen sehr individuellen Rat. Die Situationen sind recht klar zu erfassen und ein Rechner kann sehr nüchtern auch optimale Vorschläge machen. Schon heute. Das ist der Grund, weshalb Robo-Advisor Banken vor allem im Standardgeschäft Konkurrenz machen und durchaus zum Teil nennenswerte Summen an Anlagegeld einsammeln.

Auf der anderen Seite sind es trotzdem noch immer vor allem die kleineren Beträge, die zu Robo-Advisors gehen. Noch immer haben sie – und pflegen dies auch – ein technisches Image. Modern, innovativ, disruptiv, so beschreiben sich die FinTechs gerne. Das stimmt auch, ist aber gegenüber dem Kunden nicht das Merkmal, das er sucht.

Die Kunden möchten gerne ein Unternehmen, dem sie vertrauen können, das auf sie eingeht und das sich um sie kümmert. Zumindest die Kunden, die tatsächlich etwas mehr Geld anzulegen haben, die Kunden mit altem Geld. Diese zu gewinnen fällt den FinTechs heute schwer. Deshalb haben hybride Modelle, bei denen die rein technische Schiene mit der Möglichkeit persönlicher Kontakte kombiniert wird, gerade starken Zulauf.

Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz wie sie derzeit vorangetrieben wird, wird hier einen enormen Schub bringen. Denn so selbstverständlich, wie manch einer bereits heute schon seine Termine oder seine Hausgeräte mit Sprache steuert, sei es über Google Home oder Amazons Alexa, so selbstverständlich wird bald auch das Telefonat mit dem Robo-Advisor sein. Und es wird irgendwann soweit sein, dass die Robos gar nicht mehr als solche zu identifizieren sind. So lange, bis sie bei wirklich komplexen Anfragen dann kurz innehalten und den Kunden zum Vorgesetzten, einem echten Menschen verbinden.

Aber das ist auch heute schon so bei vielen Hotlines.

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