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Schweizer Dividendentitel: Zwischen herausragenden Renditen und bremsender Quellensteuer

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
07.03.2017, 09:48  |  638   |   |   

Woanders ist das Gras ja bekanntlich immer grüner. Im Falle der Schweiz könnte man natürlich argumentieren, dass vor allem das bergisch-geprägte Landschaftsbild seine Reize hat. Da wird ein deutscher Ruhrpöttler gerne mal neidisch.

Aber nicht nur das Landschaftsbild lässt einige vor Neid erblassen, sondern auch die Dividenden vieler Schweizer Unternehmen wecken gerade bei Investoren nachzuvollziehende Begehrlichkeiten. Leider erschwert jedoch der Schweizer Staat gerade ausländischen Investoren den sorglosen Genuss dieser Dividenden. Der Ruhrpöttler weint. Aber dazu später mehr.

Betrachten wir zunächst eine Auswahl möglicher, interessanter, renditestarker Werte.

Renditestarke und beliebte Dividendentitel im Überblick

Wie du anhand dieser kleinen Liste sehen kannst, gibt es aus Dividendensicht auf den ersten Blick einige vielversprechende Kandidaten:

Unternehmen Dividendenrendite
Zurich Insurance 6,0 %
Swiss Re 4,9 %
GAM Holding 5,5 %
Sunrise Communication 4,3 %
Nestlé 3,0 %

Die ersten vier Unternehmen stehen exemplarisch für eine hohe Dividendenrendite (ohne Ranking oder Anspruch auf Vollständigkeit), Nestlé (WKN: A0Q4DC) zuletzt für einen überaus beliebten Zahler, auch über die Schweizer Landesgrenzen hinaus. Ich denke, du wirst mir Zustimmen, dass auch die ersten vier Dividenden um 5 % wirklich interessant sind, oder?

Aber leider wird der Konsum dieser Renditen für ausländische Investoren noch erheblich gebremst. Schuld an diesem Stolperstein ist die Schweizer Finanzverwaltung.

Die Last der Quellensteuer

Denn bekanntlich ist die Schweiz ein Staat, dessen Fiskus eine üppige Quellensteuer in Höhe von 35 % auch auf Dividenden erhebt. Hiervon sind zwar grundsätzlich 15 % auf die deutsche Abgeltungssteuer anrechenbar, insgesamt bremst aber diese hohe Quellensteuer deine Rendite zunächst beträchtlich aus.

Sicher, auf Antrag könnte man sich auch den nicht-anrechenbaren Teil vom Schweizer Fiskus erstatten lassen, allerdings lohnt der zeitliche und monetäre Aufwand nur, wenn es sich um höhere Beträge handelt. In der Folge passiert es dann häufig, dass gerade breit diversifizierte Investoren den Versuch einer Erstattung auslassen. Der mögliche zu erstattende Betrag der Schweiz ist dann einfach zu gering. Und manche andere haben auf Erstattungsversuche grundsätzlich keine Lust. Ergebniswirksam bleibt dann in beiden Fällen der Einschnitt in die Rendite bestehen.

Investoren, die folglich überlegen, kleinere Beträge in der Schweiz anzulegen, sollten daher ganz genau nachdenken, ob nicht vielleicht in anderen Staaten mit niedriger Quellensteuer bessere und einfachere Renditen zu holen sind. Die endgültige Entscheidung diesbezüglich bleibt natürlich, wie gewohnt, dir vorbehalten.

Sollte man sein Geld also immer woanders anlegen?

Versteh mich bitte nicht falsch, ich möchte dir auf gar keinen Fall ein Investment in Schweizer Aktien schlechtreden oder dich dazu überreden, dein Geld in anderen Regionen anzulegen. Die Schweiz bietet, wie wir oben gesehen haben, wirklich einige interessante Unternehmen. Gerade auch für Einkommensinvestoren.

Dennoch kann es ziemlich müßig sein, mit anzusehen, wie ein möglicherweise fremder Fiskus die eigene Rendite bremst. Grundsätzlich bestehen zwar die Möglichkeiten der Anrechnung auf die heimische Abgeltungssteuer sowie die Rückerstattung. Man sollte sich aber wirklich überlegen, ob es einem der weitere Behördentalk wert ist, angesichts einer möglicherweise geringfügig höheren Rendite, auch im Vergleich mit Unternehmen aus dem heimischen Markt.

Manchmal lohnt es sich vielleicht eher zu verzichten, um die gewonnene Zeit für die Analyse anderer hochwertiger Unternehmen aufzuwenden.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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