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Deutsche Bank – warten auf Mario

Gastautor: Daniel Saurenz
09.03.2017, 13:34  |  1148   |   |   

Börse-EZB-DAX3Der DAX wartet gespannt auf Mario Draghi. Die Anleger sind seit einigen Tagen wieder spürbar zurückhaltender, viele Märkte stehen vor einer Weichenstellung. Bei den Anleihen sorgte die fast schon eingepreiste Fed-Zinserhöhung Mitte März zuletzt für einen kräftigen Renditeanstieg, vor allem am kurzen Ende. Aber auch die richtungsweisenden 10-jährigen Papiere in den USA stehen mit 2,5 Prozent an einer Schwelle, die sich in den vergangenen Monaten schon mehrfach als Wendemarke erwiesen hat.

Wir haben häufig auf den Zusammenhang Banken/ US-Zinsen hingewiesen. Sollte die Deutsche Bank das Kursniveau um 18 Euro, in dem die Aktie seit Ende 2016 feststeckt, hinter sich lassen, müsste der nötige Antrieb von der Zinslandschaft kommen.

Obwohl die Zinserhöhung im März in den USA ausgemachte Sache scheint, notiert der US-Dollar Index unter seinem Hoch von Ende 2016. Am Mittwoch wird man gespannt nach Frankfurt schauen, wenn Mario Dragi für die EZB vor die Presse tritt. Der Italiener steckt in der Klemme. Während der Zinszyklus in den USA seinen Lauf nimmt, ist man in der Eurozone noch weit von einer Zinserhöhung entfernt. Gleichzeitig springt die Inflation an und notierte zuletzt über die Zielmarke des Römers.

Wir stellen den Kommentar von Franck Dixmier, Global Head of Fixed Income bei AllianzGI vor:

Wir erwarten, dass die EZB am 9. März ihren geldpolitischen Kurs beibehalten wird. Der überraschend starke Inflationsanstieg in Deutschland im Februar (auf 2,2 Prozent gegenüber Vorjahr) dürfte zwar die Diskussion darüber anheizen, ob eine unveränderte Fortführung des EZB-Anleihekaufprogramms angemessen ist. Gleichwohl gehen wir davon aus, dass die aktuelle Geldpolitik beibehalten wird. Vor dem Hintergrund der unverändert niedrigen Kerninflationsrate wird die EZB vermutlich darauf verweisen, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis die Teuerungsrate ihr Ziel erreicht. Außerdem wird der jüngste, nicht in der gesamten Eurozone beobachtete Inflationsanstieg von der Bank als vorübergehend angesehen.

Auch die Frage eines Tapering, der Reduktion der Anleihekaufprogramme also, dürfte während der anstehenden EZB-Sitzung nicht diskutiert werden. Aktuell wäre die Ankündigung eines Einstiegs in den Ausstieg aus dem QE-Programm verfrüht. Sie würde die Gefahr einer heftigen Marktreaktion bergen, was den Zielen der EZB entgegenliefe. Vor diesem Hintergrund erwarten wir eine dahingehende Ankündigung nicht vor Herbst dieses Jahres.



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