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Tod der deutschen Aktienkultur begann heute vor 20 Jahren

10.03.2017, 04:30  |  416   |   |   

Erinnern Sie sich? Genau vor 20 Jahren, am 10. März 1997, startete die Deutsche Börse ihr Segment „Neuer Markt“. Man wollte die Euphorie der US-Technologiebörse Nasdaq nach Deutschland holen. Ein Rückblick, bei dem uns Christian W. Röhl von www.dividendenadel.de auch Positives aufzeigen kann.

Im Folgenden sein Gastkommentar:

Pommesbuden mit Milliarden-Bewertung, astronomische Zeichnungsgewinne, durchgeknallte Gründer und hysterische Anleger. Nein, die Rede ist nicht vom Snapchat-Börsengang letzte Woche, sondern vom Neuen Markt. Vor genau 20 Jahren, am 10. März 1997, fiel der Startschuss für das Wachstumssegment. Eigentlich eine gute Idee, die dann aber irgendwie außer Kontrolle geriet. Erst ein beispielloser Boom, der den legendären Nemax Index binnen drei Jahren um 1600% nach oben katapultierte. Dann der ebenfalls dreijährige Crash, der 95% der (Luft-)Bewertung vernichtet und die deutsche Aktienkultur nachhaltig beschädigt hat.

Schon am 5. Juni 2003 zog die Deutsche Börse AG den Stecker. Der Neue Markt wurde beerdigt und damit die Überreste bloß nicht die heilige Dreifaltigkeit aus DAX, MDAX, SDAX verseuchen, gab’s mit dem TecDAX einen vierten Auswahlindex. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten hat sich die einstige Resterampe ziemlich gut geschlagen und in den letzten zehn Jahren sogar fast doppelt so stark zugelegt wie der DAX. Um die alten Gipfel aus Nemax-Zeiten wieder zu erklimmen, müssten die Kurse sich aber immer noch mehr als verdreifachen. Anders dagegen die Situation beim US-amerikanischen Pendant: Der Nasdaq Composite, anno 2000 nicht ganz so extrem aufgeblasen wie der Nemax, konnte bereits im August 2016 ein neues Allzeithoch markieren.

Von den ehedem über 330 Neuer Markt-Firmen haben bloß 150 überlebt. Viele krebsen am Existenzminimum. Einige jedoch übertreffen inzwischen nicht nur ihre alten Höchstkurse, sondern tun sogar etwas, das in der „New Economy“ total uncool war – zuverlässig Dividende zahlen. CTS Eventim etwa ist heute neunmal so viel wert wie beim Börsengang anno 2000, schüttet seit zwölf Jahren aus und wird demnächst wohl die neunte Dividendenanhebung in Folge verkünden. Auch die Neuer Markt-Überlebenden Bechtle, Grenke, OHB und USU Software haben ihre Ausschüttung seit mindestens zehn Jahren nicht gesenkt und zählen damit zum deutschen DividendenAdel.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage

Ihre dieboersenblogger.de-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

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