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Warum Toyota mit selbstfahrenden Autos seinen eigenen Weg geht

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
10.03.2017, 14:30  |  1278   |   |   

Toyota (WKN:888452) hat ein brandneues selbstfahrendes Testfahrzeug, und es soll dem Unternehmen helfen, zwei verschiedene Ansätze für fortschrittliche Sicherheitstechnologie zu entwickeln – gleichzeitig.

Wie die meisten seiner großen globalen Rivalen, verfolgt Toyota aggressiv Fortschritte in der selbstfahrenden Technologie. Toyota hat aber auch eine Menge Arbeit in einen zweiten Forschungsweg gesteckt: ein Fahrer-Assistenten-System, das weit über alles, was derzeit auf dem Markt ist, hinausgeht.

Ein neues Fahrzeug zur Unterstützung von zwei Forschungswegen

Das neue Testfahrzeug wurde vom Toyota Research Institute (TRI) kreiert, einer Forschungseinrichtung mit Sitz in Silicon Valley, die Toyota Anfang letzten Jahres eröffnete. Es basiert auf einer aktuellen Generation des Lexus LS 600hL, einer großen Hybrid-Luxuslimousine. Der große Lexus wurde gewählt, weil er über eine robuste “Drive-by-Wire”-Schnittstelle verfügt, das heißt, dass die Signale auf viele der Fahrzeugsteuerungen elektronisch und nicht mechanisch übersetzt werden. Das macht es viel einfacher, diese Bedienelemente zu automatisieren.

Das TRI hat ein System für das Auto geschaffen, das es ermöglicht, verschiedene autonome Fahrtechnologien und das Sammeln vieler Daten zu testen. Toyota sagte, es konzentriere sich stark auf maschinelle Sehfähigkeiten und das maschinelle Lernen und verfüge darüber hinaus über erhebliche Rechnerkapazität. Das System beinhaltet auch die LIDAR-, Radar- und Kamerasensoren, mit denen heutzutage praktisch jeder selbstfahrende Testwagen ausgestattet ist.

“Dieses neue fortgeschrittene Sicherheitstestfahrzeug ist die erste autonome Testplattform, die vollständig von TRI entwickelt wurde und spiegelt den schnellen Fortschritt unseres autonomen Fahrprogramms wider”, sagte TRI-CEO Gill Pratt.

Aber selbstfahrende Technologie, wie wir sie kennen, ist nur ein Teil dieser neuen Mission des Toyota-Testwagens.

Ein “Schutzengel”, um dem Fahrer zu helfen, anstatt ihn zu ersetzen

Toyota arbeitet gleichzeitig auf zwei verschiedenen Baustellen. Das Resultat der ersten nennt Toyota Chauffeur, und ist genau das, wonach es klingt: ein voll autonomes Selbstfahrsystem, das kein menschliches Eingreifen erfordert, zumindest unter bestimmten Bedingungen.

Das neueste selbstfahrende Testauto des Toyota Research Institute. Bildquelle: Toyota.

Das zweite ist ein Beispiel für Toyotas eigenen Weg. Das Ziel des zweiten Systems, das sich Wächter nennt, ist, ein sehr hochrangiges Fahrerassistenzsystem zu schaffen, das mit künstlicher Intelligenz dem menschlichen Fahrer helfen soll, anstatt ihn zu ersetzen. Toyota hat das System Guardian, also “Schutzengel”, genannt, der einen menschlichen Fahrer unterstützt, indem er sorgfältig aufpasst und, wenn nötig, einspringt, um zu helfen – wie der Name also bereits vermuten lässt.

Warum beide verfolgen? Wie auch das rivalisierende Unternehmen Ford Motor Company (WKN:502391), zögert Toyota, ein so genanntes “Level 3”-System zu verfolgen. Bei diesem System fährt zwar das Auto automatisch, es muss aber ein menschlicher Fahrer bereitstehenden, der notfalls übernehmen kann. Die Sorgen, die bei einem solchen Systemen mitschwingen, betreffen die Fahrerwarnung: Es existieren bereits wirksame Erinnerungsmeldungen, aber Tests haben gezeigt, dass Fahrer diese eher nervig finden.

Guardian ist Toyotas Alternative eines Level-3-Systems. Anstatt davon auszugehen, dass das System unter einigen begrenzten Umständen fahren wird (z. B. auf Autobahnen), nimmt Guardian an, dass der Mensch immer fährt – das System steht aber bereit, um zu helfen.

Toyota denkt, dass ein System wie Guardian in der Lage sein wird, signifikante Verbesserungen in der Fahrsicherheit zu erzielen, bevor selbstfahrende Autos alltäglich werden. Pratt sagte diesbezüglich:

Grundsätzlich ist [der neue Testwagen] ein intelligentes Fahrzeug, das im Laufe der Zeit schlauer wird. Es wird individuelle Fahrergewohnheiten und Fähigkeiten erlernen und von der gemeinsamen Intelligenz anderer Autos profitieren, während sich Datenerfassung, gemeinsame Nutzung und Konnektivitätstechnologien weiterentwickeln.

Wir glauben, dass Guardian vermutlich früher und breiter als Chauffeur eingesetzt werden kann und High-Level-Fahrer-Assistenz-Features bieten wird, die dazu beitragen können, Kollisionen abzuschwächen und Leben zu retten, und zwar eher früher als später.

Ein anderer Weg zu selbstfahrenden Autos

Toyota beschreibt die Systeme als zwei verschiedene Wege, aber sie sind offensichtlich eng verwandt. In einer Präsentation auf der CES im Januar erklärte Pratt, dass die Wahrnehmungs- und Planungssoftware des Guardian- und Chauffeursystems sehr ähnlich seien. Der Hauptunterschied, sagte er, bestünde darin, dass Guardian nur einspringt, wenn er benötigt wird, während Chauffeur die ganze Zeit an ist, wenn das Auto im autonomen Modus läuft.

Also, wann wird es kommen? Toyota hofft, eine Version von Guardian bis 2020 auf dem Markt zu haben, die erste auf bestimmte Bereiche begrenzte Version von Chauffeur soll ein paar Jahre später kommen. So wird Toyota zwar nicht der erste auf dem Markt sein, aber die schiere Größe des Unternehmens bedeutet, dass das auf lange Sicht keine Rolle spielt.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Ford.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und wurde am 08.03.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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