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Sanfte Macht auf russische Art

Gastautor: Daniel Saurenz
13.03.2017, 11:00  |  722   |   |   

Putin GazpromRussland hat schon immer die Phantasie des Westens angeregt. Anleger träumen von sagenhaften Reichtümern, und Kinobesucher fiebern der Niederlage eines russischen Bösewichts gegen James Bond entgegen. Die Vontobel-Analysten haben sich das flächenmäßig größte Land der Welt für uns genauer angeschaut.

Was sich derzeit im Kreml abspielt, scheint ironischerweise direkt einem Buch von Ian Fleming entnommen: Ein früherer Geheimdienstagent zieht die Fäden und stellt eine Bedrohung für den Westen dar. Doch die Märkte sind objektiv und stets auf der Suche nach Anlagechancen – auch in Moskau. Allerdings dürfte das dortige Umfeld für die Anleger sehr schwierig bleiben, sieht man von gelegentlichen Schnäppchenkäufen ab.

Für den Westen im Allgemeinen und die Anleger im Besonderen ist Russland faszinierend und geheimnisvoll zugleich. Einerseits gilt es als Land, das über enorme Ressourcen und ein schier unerschöpfliches Potenzial verfügt. Andererseits ist es eine Quelle stetiger Enttäuschung und politischer Risiken. Winston Churchill hat dies 1948 so formuliert: «Russland ist ein Rätsel, umgeben von einem Mysterium, verborgen in einem Geheimnis. Aber es gibt einen Schlüssel dazu. Und dieser Schlüssel ist das nationale Interesse Russlands.» Dies dürfte zutreffen.

Weitere Analysen zu den globalen Märkten und Produktideen für die Anlageentscheidung finden Sie auch in den MÄRKTE & ZERTIFIKATE weekly der BNP.

Ölpreis (Brent) auf ein Jahr

Ölpreis (Brent) auf ein Jahr

Die Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft machen rund 40 Prozent der Steuereinnahmen Russlands aus. Aber auch private Anleger können Einnahmen aus dem Ölhandel generieren, zum Beispiel mit den Produkten aus unserer ISIN-Liste. Hier haben wir einen Inline-Optionsschein auf WTI mit der WKN SC1R4W für Sie herausgesucht. Werfen Sie auch einen Blick auf unsere Positionierungen im Favoriten- und Defensivdepot.

Das grösste Land der Welt ist mit der Annexion der Krim noch grösser geworden, der Wirtschaftsmotor stottert jedoch. Russland befindet sich seit zwei Jahren in einer Rezession. Dafür sind zum einen der Ölpreisverfall zum anderen die westlichen Wirtschaftssanktionen infolge der Landnahme verantwortlich. Allerdings war der makroökonomische Schock weniger schwer als in den früheren Krisenjahren 1998 oder 2009 (siehe Grafik 1).

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Dies war hauptsächich der unabhängigen Notenbankchefin Elwira Nabiullina zu verdanken, die eine nach westlichem Vorbild ausgerichtete Notenbankpolitik betreibt. Sie liess den Rubel im Zuge des Ölpreisrückgangs abwerten (siehe Grafik 2) und erhöhte die Zinsen, um die Inflation zu kontrollieren. Die Finanzreserven, die Russland seinen Öleinnahmen verdankt, erwiesen sich als nützliche Geldquelle im Staatshaushalt zur Abfederung des Abschwungs. Das Bankensystem bewältigte die Rezession ziemlich gut und in der Leistungsbilanz resultierte weiterhin ein Überschuss. Insgesamt hat sich die Wirtschaft stabilisiert, doch die Erholung dürfte nur schleppend verlaufen. Russland ist zu stark von fossiler Energie abhängig (70 Prozent der Exporte, 50 Prozent der Staatseinnahmen). Ohne eine Stär- kung der Rechtsstaatlichkeit und der Eigentumsrechte sowie unter der Annahme, dass die Sanktionen des Westens beste- hen bleiben, ist ein zukünftiges Wirtschaftswachstum von über 1 Prozent bis 1.5 Prozent kaum vorstellbar.

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Russische Aktien für Engagement im Ölbereich unnötig

Angesichts der politischen Aussichten für Russland scheint momentan jede Hoffnung auf eine nachhaltige Verbesserung in den Bereichen Corporate Governance oder Aktionärsrechte fehl am Platz. Der lokale Markt bleibt eine Wette auf die Ölpreisentwicklung und die Bewertungen sind optisch günstig. Dennoch finden Anleger, die mittelfristig einen Anstieg des Ölpreises erwarten, unseres Erachtens ausserhalb des Moskauer Aktienmarktes bessere Anlagechancen.

So zum Beispiel die Capped-Bonus Zertifikate auf Total und BP mit den WKNs VN5QGL und VN7M4B.

Quelle: Vontobel

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