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Deutsche Bank und Gazprom: 2 heiße Kandidaten für eiskalte Contrarians?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.03.2017, 11:24  |  2978   |   |   

Aktien, die vom Markt vernachlässigt oder gar regelrecht geschunden worden sind, können unter bestimmten Umständen überaus interessant sein. Oftmals fokussiert sich der Markt in diesen Fällen zu stark auf die Schwächen, beziehungsweise Risiken, ohne auf mögliche Stärken und hervorragende Chancen einzugehen.

Investoren, die sich regelmäßig auf diese verprügelten Aktien spezialisieren, werden Contrarians genannt. Diese versuchen bei Underdogs besagte Stärken und Chancen zu evaluieren und investieren in die entsprechenden Unternehmen, wenn sie der Überzeugung sind, dass die Aussichten besser sind als vom Markt aktuell wahrgenommen. Wie du dir sicher denken kannst, ist das überaus lukrativ, wenn die Theorie des Contrarians aufgeht.

Im Folgenden wollen wir daher die Aktien von Gazprom (WKN: 903276) und der Deutschen Bank (WKN: 514000) mal etwas genauer unter die Lupe nehmen. Vielleicht finden wir auch bei diesen zwei Unternehmen einen guten Kern bei all den individuellen Problemen.

Schafft die Deutsche Bank die Wende?

Viel lief in den letzten Jahren alles andere als rund bei der Deutschen Bank. Milliardenklagen aus den USA, zu üppige Boni selbst bei Misserfolg und natürlich die anhaltende Niedrigzinsphase sind drei Faktoren, die für den Misserfolg der letzten Jahre verantwortlich sind. Die Folgen: Massiver Stellenabbau, Filialschließungen und mehrere Kapitalerhöhungen, wobei Letzteres aktuell in eine neue bittere Runde geht – sehr zum Ärgernis der Aktionäre.

Zugegeben, das spricht wirklich nicht gerade für die Deutsche Bank. Dennoch könnte gerade bei Banken eine baldige Trendwende in Sicht geraten, da die seit langem ersehnte Zinswende unter Umständen nicht mehr so ausgeschlossen erscheint, wie noch in den letzten Jahren. Die bereits begonnene Zinswende in den USA dürfte auch der Deutschen Bank etwas in die Karten spielen, genauso wie die Tatsache, dass im Januar die Inflationsrate in Europa auf ein befriedigendes Maß von 1,8 % gestiegen ist.

Diese Inflationsrate ist nämlich ziemlich nah an den von der EZB angestrebten 2%, bei der das selbstgesteckte Hauptziel der Preisniveaustabilität erreicht wird. Daher werden aktuell bereits Stimmen laut, die auch in Europa das Einläuten der Zinswende schnellstens sehen wollen.

Mutige Investoren könnten also bei der Deutschen Bank darauf wetten, dass ein baldig steigendes Zinsniveau das Unternehmen beflügeln wird.

Und Gazprom? Was ist hier relevant?

Mit Gazprom verbinden viele Investoren vor allem die politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten Russlands sowie den starken Preisverfall bei Öl und Erdgas. Das sorgt dafür, dass die Papiere des russischen Erdgasproduzenten momentan absolut niedrig bewertet werden.

Und mit Sicherheit sind gerade die politischen Risiken Russlands nicht so einfach von der Hand zu weisen. Gerade mit den USA könnte es über kurz oder lang ja immer noch mächtig krachen.

Aber was ist, wenn der ungezügelt-cholerische Präsident Trump sich für die amerikanisch-russische Beziehung als Balsam herausstellt? Denn trotz seiner anstrengenden Art wird in der Presse ab und an gemunkelt, dass Putin und Trump auf irgendeine Art zusammen harmonieren.

Aber selbst wenn diesem Getuschel nicht so ist, bestehen für beide Staaten möglicherweise größere Problembeziehungen, als die russisch-amerikanische. Nordkorea, China und Syrien könnten wichtigere Augenmerke darstellen, weshalb der Konflikt zwischen Amerika und Russland nicht eskaliert und von beiden Seiten auf die lange Bank geschoben wird. Die Folge? Gegebenenfalls eine größere außenpolitische Stabilität Russlands, die auch Gazprom beflügeln könnte.

Eine veranschaulichende Metapher zum Abschluss

Letztlich bergen aber beide Unternehmen nach wie vor signifikante Risiken, die nicht zu unterschätzen sind. Unter erweitertem Bezugsrahmen können Chancen gefunden werden, die sich aber wahrlich nicht zwangsläufig erfüllen müssen.

Für mich handelt es sich somit bei beiden Unternehmen metaphorisch gesehen um ein Tankstellen-Sushi, das aufgrund eines langen Reife-Prozesses im Kühlregal zum halben Preis angeboten wird. Vielleicht ergattert man hierbei eine preisgünstige Delikatesse. Aber man sollte unter Umständen auch mit erheblichen Magenkrämpfen rechnen, die einem den Spaß daran verderben.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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