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2 wichtige Trümpfe, mit denen Daimler die Konkurrenten weiterhin überbietet

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.03.2017, 11:34  |  6531   |   |   

Der epische Dreikampf von Audi, BMW (WKN:519000) und Mercedes geht in die nächste Runde. Heute geht es nur noch zum kleineren Teil darum, wer die feinste Motortechnik und das schickste Interieur bietet. Vielmehr stehen nun intelligente Assistenzfunktionen im Mittelpunkt. Über die letzten Monate ist Daimler (WKN:710000) der bayerischen Konkurrenz ganz schön weggezogen. Dafür, dass dieser Trend noch einige Zeit anhalten wird, sprechen zwei Dinge: Die S-Klasse und die Software-Kompetenz.

Trumpf Nr. 1: Die Stückzahlen in der Königsklasse

Die über die Jahrzehnte etwa 4 Millionen Mal verkaufte S-Klasse gilt als Legende. Was die langfristigen Absatzzahlen angeht, kann ihr kein vergleichbares Fahrzeugmodell das Wasser reichen. Die Branchenexperten von IHS sind überzeugt, dass das auch zukünftig so bleiben wird. Nur zu günstigen Zeitpunkten in den Modellzyklen gelingt es dem 7er-BMW und dem Audi A8 etwas näher heranzurücken.

Die Einführung der letzten Baureihe liegt bereits vier Jahre zurück. Mehr als 100.000 Einheiten konnten damals in den ersten 12 Monaten verkauft werden. In diesem Jahr steht ein Facelift der Limousine an. Zudem bekommen die Kunden immer mehr Varianten angeboten, von Cabrio und Coupé über Maybach und AMG Performance, bis hin zu Lang- und Hochsicherheitsversionen mit jeweils unzähligen Ausstattungsvarianten für jeden Bedarf.

Die S-Klasse ist mit durchschnittlichen Netto-Verkaufspreisen in der Größenordnung von Hunderttausend Euro ein großer Umsatzbringer der Stuttgarter. Aber aus einem anderen Grund stellt sie einen enormen Wettbewerbsvorteil dar: Weil Autos heutzutage immer mehr zu fahrenden Smartphones werden, stellt die weltweit erfolgreiche S-Klasse eine optimale Test-Plattform für neue technikintensive Lösungen dar.

Die meisten Konkurrenten stehen hingegen vor einem Problem: Auf der einen Seite stehen die Volumenhersteller wie Renault oder Ford, die aus Kostengründen kaum Gelegenheit haben, Spitzentechnologie bei ihren Kunden zu installieren. Auf der anderen Seite stehen die Luxushersteller, bei denen das Verbauen eines zusätzlichen Systems wie etwa ein LiDAR-Sensor zwar weniger ins Gewicht fällt, aber dafür sind die Stückzahlen oft zu gering. Richtige Skaleneffekte kann deshalb am besten Mercedes-Benz generieren.

Mit den neuen Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz und der drahtlosen Kommunikation könnte Daimler so beispielsweise autonome Assistenzsysteme auf allen Straßen dieser Welt im Testmodus laufen lassen. Mit solchem ausgiebigen Training kann die Technologie perfektioniert werden, bevor sie scharfgeschaltet wird. Bei Tesla (WKN:A1CX3T) heißt das „Ghost Mode“, wenn der Autopilot neue Software bekommt, die erst mal nur virtuell Daten sammelt, bevor die entsprechende Funktionalität zum realen Einsatz kommt.

Trumpf Nr. 2: Die überlegene Digitalisierungsstrategie

Bereits 1998 hat Daimler ein Software-Entwicklungsteam zusammengezogen, aus dem in der Folge die schnell wachsende Tochter TSS mit Hauptsitz in Ulm gebildet wurde. Heute entwickeln über 800 Mitarbeiter an vier Standorten in Deutschland und weiteren drei in Asien. Die Projekte sind anspruchsvoll und als Arbeitgeber gilt TSS als ein Leuchtturm unter süddeutschen Informatikern.

Im Mittelpunkt stehen ganzheitliche digitale Lösungen wie Mobilitätskonzepte, Kundenbetreuung, Sicherheitsinfrastruktur und die intelligente Datenauswertung. Daneben wird eine Art Start-up-Kultur aktiv gefördert, sodass auch unkonventionelle Ideen und neuartige Forschungsansätze aufgegriffen werden. Eines der Lieblingsthemen von Daimler-Chef Zetsche ist ja auch der konzernweite Abbau von Hierarchien unter dem Stichwort „Schwarmorganisation“.

Ich habe keine Zweifel daran, dass Daimler den Konkurrenten weit voraus ist, was den Aufbau einer leistungsfähigen Software-Organisation angeht. Natürlich hat auch BMW eine entsprechende Tochter, aber bei der an lediglich zwei deutschen Standorten konzentrierten BMW Car IT geht es vor allem darum, fahrzeugnahe Funktionalität zu entwickeln. Für Übergreifendes wie der von Microsofts Azure Cloud unterstützten ConnectedDrive-Lösung wird hingegen eher auf Entwicklungspartner gesetzt.

Etwas unübersichtlich geht es bei der Volkswagen-Gruppe (WKN:766403) zu, wo erst Mitte 2016 eine Digital-Offensive gestartet wurde, im Zuge derer 1.000 Softwareentwickler eingestellt werden sollen. Gleichzeitig wurde bei der Sportwagentochter die Porsche Digital GmbH gegründet, um laut Markenchef Oliver Blume „bei der Digitalisierung ganz vorne mitspielen“ zu können. Im Oktober kam das Digital Lab in Berlin hinzu, das innovative Ideen in den Konzern tragen soll. Weitere Standorte befinden sich in Peking und im Silicon Valley.

Bei Audi gibt es noch die 2013 gegründete Tochter Audi Business Innovation GmbH, welche ähnlich aufgestellt ist wie Daimler TSS, aber wesentlich kleiner. Insgesamt wirkt das, als ob man in der Zentrale den Rückstand auf Daimler erst spät realisiert hat und jetzt versucht, mit Vollgas aufzuholen. Das wird aber nicht so leicht, weil Daimler als Vorreiter mit mehr Erfahrung und erprobten Strukturen im Vorteil ist, während die Wolfsburger in ihrem weitläufigen Reich erst mal für Ordnung sorgen müssen.

Daimler hält die Spur

Auf dem Weg von den besten Assistenzsystemen hin zu selbstfahrenden Fahrzeugen gilt Daimler als einer der Technologieführer. Eine starke Software-Organisation und die Möglichkeit, neueste Technologien in großer Stückzahl weltweit testen zu können, sind in unserer immer stärker digitalisierten Welt entscheidende Vorteile. Deshalb denke ich, dass Daimler sowohl gegen die lokale Konkurrenz als auch gegen die neuen Herausforderer aus Kalifornien und anderswo auch zukünftig erfolgreich bestehen wird.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. Teresa Kersten ist Angestellte von LinkedIn und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. LinkedIn ist Teil von Microsoft. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Ford und Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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