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Marktüberblick US-Indizes – Zinsanhebung eingepreist – Wie geht es weiter?

13.03.2017, 13:30  |  505   |   |   

In dieser Handelswoche steht mit dem Sitzungstermin des FED höchstwahrscheinlich die nächste Zinsanhebung auf der Agenda. Die Futures zeigen hierfür bereits eine Wahrscheinlichkeit von 100 Prozent an, weshalb der Zinsschritt des FED bereits eingepreist sein und die Umsetzung zu keinen allzu großen Bewegungen bei den US-Indizes führen dürfte. Dies dürfte auch ein Faktor für den ersten Wochenverlust seit Mitte Januar beim S&P 500 gewesen sein. Vor der letzten Handelswoche hatte der S&P 500 sechs Gewinnwochen in Folge verzeichnet.


Marktsituation S&P 500 – 13. März 2017

Eine Zinsanhebung des FED am kommenden Mittwoch ist im Vorfeld bereits eine ausgemachte Sache. Auch der am vergangenen Freitag veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht traf die Erwartungen. Private Unternehmen und der Staat haben in den USA im Februar insgesamt 235.000 Stellen geschaffen, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Damit lagen die Zahlen abermals deutlich über den Erwartungen. Im Vorfeld hatte man mit 200.000 neuen Stellen gerechnet. Die Arbeitslosenquote liegt ebenfalls weiterhin bei 4,7 Prozent.

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Lediglich im Bereich des Lohnwachstums wurden die Erwartungen nicht gänzlich getroffen. Der Anstieg des durchschnittlichen Stundenlohns lag bspw. unter den Erwartungen und stieg lediglich um 0,2 Prozent. Hier wurde im Vorfeld ein Anstieg um 0,3 Prozent prognostiziert. Dennoch stieg der durchschnittliche Stundenlohn auf Jahresbasis um 2,8 Prozent, ebenso stieg der durchschnittliche Wochenlohn und lag damit über den Erwartungen.

Insgesamt liegt der US-Arbeitsmarktbericht im Rahmen der Erwartungen, weshalb es für eine Zinsanhebung am Mittwoch keine allzu großen Zweifel mehr geben dürfte. In den letzten Wochen hatte das FED hier bereits klare Signale gegeben. Nur ein stark enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht hätte hier nochmal Zweifel aufkommen lassen.

Die eigentlich entscheidende Frage ist allerdings, was nach der Zinsanhebung am Mittwoch kommt. Nach wie vor liegen die Erwartungen des Marktes und die kommunizierten Pläne des FED um einen Zinsschritt auseinander. Während der Markt in 2017 weiterhin von zwei Zinsschritten ausgeht, steht der ursprüngliche Plan des FED die Zinsen dreimal anzuheben noch im Raum. Ursprüngliche hatte der Markt auch nicht mit einer Zinsanhebung im März gerechnet, sondern hier frühestens den Juni im Visier. Nun scheint es aller Voraussicht nach anders zu kommen, wovon sich die Aktienmärkte bislang aber unbeeindruckt zeigen. Spätestens das zweite Quartal mit den anstehenden Wahlen in Europa und der Konkretisierung der US-Politik dürfte dann weiteren Aufschluss darüber geben, ob der Markt Recht behält oder ob es wider Erwarten zu drei Zinsschritten in 2017 kommen könnte.

Der amerikanische Leitindex S&P 500 zeigt sich in diesen Tagen aber weiterhin konstant auf einem hohen Niveau. Daran ändert auch der Verlust in der vergangenen Handelswoche zunächst nichts. Erst die aktuelle Handelswoche dürfte zeigen, wie die US-Indizes eine Zinsanhebung mittelfristig verkraften und ob es nun tatsächlich zu einer stärkeren Konsolidierung kommt. Aber selbst wenn diese Konsolidierung erfolgt, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt. 


Unterstützungen und Widerstände:

Unterstützungen Widerstände
2.359 2.380
2.354 2.384
2.350 2.388
2.338 2.394
2.322 2.402


Ausblick für den S&P 500:

Im kurzfristigen Stundenchart gelang dem S&P 500 in der vergangenen Handelswoche eine Bodenbildung im Bereich um 2.360 Punkte. Dabei wurde auch die 20er-EMA (grün gestrichelt) temporär getestet und ein Wochentief bei 2.354 Punkten generiert.

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Dieses aktuelle Vorwochentief ist auch beim Start in die laufende Handelswoche zu beachten. Sofern der S&P unter diese Unterstützung rutschen sollte, dürften sich weitere Abgaben anschließen. Dann stünden die Unterstützungen bei 2.350/2.338 und 2.322 Punkten als Kursziele auf der Unterseite im Fokus. Auch die derzeit bei 2.317 Punkten notierende 50er-EMA (im Stundenchart nicht abgebildet) würde dann auf die Agenda rücken.

Sofern es dem S&P 500 aber gelingt wieder über 2.380 Punkte anzusteigen, besteht eine gute Perspektive den übergeordneten Aufwärtstrend nochmals fortzusetzen. Als nächster wichtiger Widerstandsbereich stünde dann das Allzeithoch bei 2.402 Punkten im Fokus. Dazwischen befinden sich lediglich untergeordnete Widerstände.


DOW Jones und NASDAQ konsolidieren vor FED-Sitzung:

Auch der DOW Jones setzte seine Konsolidierung in der vergangenen Handelswoche fort und nahm dabei das 23,6er-Retracement der seit Februar bestehenden Aufwärtsbewegung ins Visier. Hier befindet sich zugleich der Widerstandsbereich der letzten Februarwoche, welcher nun als Unterstützung fungiert. Nachhaltige Notierungen unterhalb von 20.830 Punkten konnte der DOW Jones durch seine Stabilisierung in diesem Bereich vermeiden.

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Sofern den US-Indizes ein positiver Einstieg in die laufende Handelswoche gelingt, dürfte auch der DOW Jones das Allzeithoch bei 21.170 Punkten nochmals ins Visier nehmen. Hier wird dann eine Entscheidung getroffen, ob sich die Rally fortsetzen lässt oder ob auf diesem Niveau ggf. eine Topbildung vollzogen wird. Aufgrund des aktuellen Kursniveaus und der nachlassenden Dynamik erscheint dieses Szenario nicht ausgeschlossen.

Gelingt es dem DOW allerdings nicht die Unterstützung bei 20.830 Punkten zu verteidigen, müssten Anleger einen Test des 38,2er-Retracements und des 50er-Retracement einkalkulieren. Die 50er-EMA (rot gestrichelt) mit steigender Tendenz würde sich ebenfalls stabilisierend auf diese Bereiche auswirken. In diesen Bereichen könnten Anleger dann entsprechend neue Longpositionen aufbauen, sofern der DOW dort Anzeichen für ein Ende der Korrektur aufweist.

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Der NASDAQ notiert seit Monatsbeginn ebenfalls seitwärts, stand im Vergleich zum S&P 500 und zum DOW Jones aber am Freitag kurz vor einem neuen Allzeithoch. Im Zuge des US-Arbeitsmarktberichtes kam es aber auch hier zu Abgaben.

Auf der Oberseite sind daher das Allzeithoch bei 5.398 Punkten und das Vorwochenhoch bei 5.394 Punkten zu beachten. Gelingt es dem Nasdaq diese Widerstände bullish zu triggern sind auch die Chancen hoch, dass der übergeordnete Aufwärtstrend weiter anhält und die bullishe Bewegung fortgesetzt wird. Sofern der Nasdaq allerdings unter die Marke von 5.320 Punkten fällt, liegt das nächste Kursziel bei 5.285 Punkten. Sofern auch diese Unterstützung nicht verteidigt werden kann, wäre seit langem wieder eine stärkere Konsolidierungsphase einzuplanen.

Auch wenn das bullishe Chartbild weiter intakt ist, so ist den US-Indizes doch etwas die Dynamik verloren gegangen. Diese Woche wird zeigen, ob dies nur eine Momentaufnahme ist oder ob wir zumindest kurz- bis mittelfristig die Hochs gefunden haben.


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Wichtige Wirtschaftsdaten für die kommende Handelswoche:

Montag, 13. März 2017:

Zum Wochenstart stehen keine nennenswerten Wirtschaftsdaten auf der Agenda. Ohnehin dürfte die Sitzung der amerikanischen Notenbank am Mittwoch den Wochenverlauf bestimmen.

Dienstag, 14. März 2017:

In der Nacht von Montag auf Dienstag stehen zunächst Daten aus China auf der Agenda. Hier werden um 03:00 Uhr MEZ Daten zur chinesischen Industrieproduktion gemeldet. Nach einem Anstieg von 6,0 Prozent im Dezember liegt die Konsensschätzung für Januar im Vorfeld bei 6,2 Prozent. In der vergangenen Woche hatte die chinesische Regierung mitgeteilt, sich in 2017 mit einem Wirtschaftswachstum von 6,5 Prozent zufrieden zu geben. Um 11:00 Uhr folgen dann die ZEW-Konjunturerwartungen für den März. Nachdem im Februar ein Wert von 10,4 Zählern gemessen wurde, wird für Februar ein Anstieg um 2,6 Zähler auf 13,0 Punkte erwartet. Damit hellen sich die Konjunkturerwartungen weiter deutlich auf.

Mittwoch, 15. März 2017:

Am Mittwoch dürfte dann die Zinsanhebung durch das FED auf der Agenda stehen. Hier wird die Bekanntmachung um 19:00 Uhr MEZ erwartet und dürfe somit im späten Handel auch in Europa noch zu Bewegungen führen. Im Vorfeld stehen aber noch der Kern-Verbraucherpreisindex und die Kernrate der Einzelhandelsumsätze auf der Agenda. Hier erfolgt die Veröffentlichung um 13:30 Uhr. Für beide Kennziffern wird im Februar ein Wachstum von 0,2 Prozent erwartet. Damit läge bei beiden Zahlen wieder eine rückläufige Tendenz im Vergleich zum Januar vor. Hier betrug die Kernrate der Einzelhandelsumsätze noch 0,8 Prozent. Um 15:30 Uhr folgt dann noch die Veröffentlichung der amerikanischen Erdöllagerbestände. Die Lagerbestände stiegen in den vergangenen Wochen deutlich an und sorgten damit in der vergangenen Woche auch für einen Preisrutsch bei WTI und Brent. Aktuell ist aufgrund der steigenden US-Produktion nicht damit zu rechnen, dass sich dieser Trend umkehrt, womit auch am Mittwoch die Lagerbestände wieder zulegen dürften. Ab 19:00 Uhr steht dann das FED im Fokus der Anleger. Eine Zinsanhebung ist im Wesentlichen schon eingepreist, weshalb die Umsetzung keine allzu große Überraschung darstellen dürfte. Vielmehr dürfte der Fokus auf der anschließenden Pressekonferenz (19:30 Uhr liegen). Hier dürften Anleger sich weitere Informationen zum geplanten Vorgehen der FED erhoffen.

Donnerstag, 16. März 2017:

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag steht mit der Bank of Japan gleich die Notenbanksitzung im Kalender. Die anschließende Pressekonferenz beginnt um 07:30 Uhr. Auch die Bank of England wird am Donnerstag die Bekanntmachung zum Leitzins abgegeben. Hier wird allerdings keine Veränderung erwartet. Die Veröffentlichung ist für 13:00 Uhr terminiert. Direkt im Anschluss wird dann der Philly Fed Herstellungsindex für März veröffentlicht. Nach 43,3 Punkten im Februar wird für März nur noch ein Wert von 30,0 Punkten erwartet. Den Tagesabschluss macht der JOLTS-Report für Januar um 15:00 Uhr.

Freitag, 17. März 2017:

Am Freitag wird es dann wieder deutlich ruhiger und es stehen keine wichtigen Wirtschaftsdaten oder Entscheidungen auf der Agenda.

Alle Handelstermine finden Sie in unserem Wirtschaftskalender.

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Disclaimer

Autor

Benedikt Wachsmann
Chartanalyst, RoboForex.de

Schon vor dem Beginn seines Studiums zum Diplom-Finanzwirt, welches er erfolgreich abschließen konnte, sammelte Herr Wachsmann die ersten Erfahrungen an den Kapitalmärkten. Nach kurzer Zeit entdeckte er den charttechnischen Ansatz für sein eigenes Trading und spezialisierte sich daraufhin auf dem Gebiet der technischen Analyse.

Das lebendige an seinen charttechnischen Analysen ist die Tatsache, dass er nicht nur auf die wichtigsten Unterstützungen und Widerstände im Chart eingeht, sondern auch einen Blick auf die wichtigsten Ereignisse der kommende Woche wirft und so die verschiedensten Szenarien und Einflussfaktoren bildlich darstellt.

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