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BMW-Aktie nach Zahlen: Diese 3 Kennzahlen sind jetzt wirklich wichtig

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
14.03.2017, 07:00  |  7808   |   |   

Nachdem BMW (WKN:519000) am Morgen des 09.03.2017 seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 präsentierte, schickten die Anleger die Aktien des Münchener Autobauers erst einmal auf Talfahrt.

Die BMW-Aktie verlor im Tagesverlauf zeitweise mehr als 4 %. Hauptgrund dürfte die gesunkene EBIT-Marge im Automobilsegment gewesen sein. Sie betrug 2016 nur 8,9 %, im Vorjahr lag sie noch bei 9,2 %.

Allerdings sollten sich Anleger nicht nur auf diesen einen Wert fokussieren. Die folgenden drei Kennzahlen halte ich für mindestens genauso wichtig – und die haben sich im Gegensatz zur EBIT-Marge im Jahr 2016 sogar verbessert.

EBIT sinkt, Überschuss steigt

Wie die gesunkene EBIT-Marge es bereits vermuten lässt, ist der operative Gewinn, also der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT), verglichen mit dem Vorjahr gesunken.

Bilanztechnisch gesehen ist der Konzernüberschuss, also der Gewinn nach Steuern und Zinsen, aber der wichtigere Wert. Denn er zeigt, was wirklich übrig bleibt. Beim Konzernüberschuss konnte BMW 2016 verglichen mit dem Vorjahr zulegen.

 2015  2016 Veränderung
EBIT 9.593 9.386      – 2,2 %
Konzernüberschuss 6.396 6.910      + 8,0 %

Quelle: BMW Group, in Mio. Euro

Zwar sollten Anleger auch das EBIT im Blick haben. Denn es zeigt, wie viel man im Kerngeschäft, also mit dem Verkauf von Autos, Motorrädern und Finanzdienstleistungen, verdient hat. Negative Entwicklungen beim EBIT könnten daher ein erster Hinweis auf Probleme sein.

Das, was am Jahresende aber tatsächlich übrig bleibt, ist der Überschuss. Da dieser in 2016 um 8,0 % gestiegen ist, können wir festhalten: BMW hat 2016 mehr verdient als 2015.

Und das ist doch wirklich eine wunderbare Sache! Denn so bleibt mehr für Investitionen, Ausschüttungen und Rücklagen übrig!

Steigende Fahrzeugauslieferungen

Die Einnahmen aus Serviceleistungen und Ersatzteilen sind für Automobilhersteller so wichtig, weil ich glaube, dass an ihnen besonders gut verdient wird. Wer seinen BMW schon mal zum Kundendienst gebracht hat weiß, wovon ich spreche.

Die Nachfrage nach Serviceleistungen und Ersatzteilen ist vor allem davon abhängig, wie viel Fahrzeuge eines Herstellers auf den Straßen dieser Welt unterwegs sind. Je mehr neue Autos zugelassen werden, desto mehr verdient der Autobauer in den Folgejahren an Serviceleistungen und Ersatzteilen.

Höhere Absatzzahlen lassen also nicht nur die Verkaufserlöse steigen, sondern auch die Einnahmen aus dem Servicegeschäft in den darauf folgenden Jahren. Ein Blick auf die Absatzzahlen zeigt, dass BMW 2016 mehr Autos und Motorräder verkauft hat als 2015.

    2015     2016 Veränderung
Automobile 2.247.485 2.367.603     + 5,3 %
Motorräder  136.963  145.032     + 5,9 %

Quelle: BMW Group

Damit dürfte der Bedarf an Ölfiltern, Bremsbelägen und anderen Ersatzteilen in den nächsten Jahren zunehmen und die Einnahmen daraus weiter steigen.

Die hohen Absatzzahlen im Jahr 2016 sind meiner Meinung nach also ein perfekter Wegbereiter für die Gewinne von morgen.

Üppige Dividendensteigerung

Auch die Dividende fürs Geschäftsjahr 2016 wird angehoben. Sowohl für die Stammaktien als auch für die Vorzugsaktien werden 30 Cent mehr ausgeschüttet als im Vorjahr.

  2015   2016 Veränderung
Dividende je Stammaktie  3,20 €  3,50 €      + 9,4 %
Dividende je Vorzugsaktie  3,22 €  3,52 €      + 9,3 %

Quelle: BMW Group

In meinen Augen ist diese stattliche Erhöhung ein Vertrauensbeweis des Managements in die Zukunft des eigenen Unternehmens.

Denn ein langfristig denkendes Management – und für ein solches halte ich die Führungsriege von BMW – würde niemals Geld ausschütten, das zum Beispiel besser in die Entwicklung neuer Produkte oder in den Schuldenabbau gesteckt werden sollte.

Die Dividendenerhöhung sorgt also nicht nur für einen höheren Geldeingang am Wertpapierkonto, sondern ist auch ein Beleg dafür, dass trotz hoher Investitionen genug übrig bleibt, um die Aktionäre großzügig am Unternehmenserfolg zu beteiligen.

Ich werte diese Dividendensteigerung daher als Indiz für die gute Verfassung, in der sich BMW befindet. Die Dividendenrendite der BMW-Aktie beträgt aktuell übrigens 4,2 % (Stand: 12.03.2017, berechnet für die Stammaktie).

Mein Fazit zu den Zahlen 2016

Auch wenn der operative Gewinn und die operative Marge gefallen sind: Das Geschäftsjahr 2016 war meiner Meinung nach ein weiteres Erfolgsjahr für BMW und seine Aktionäre. Der höhere Konzernüberschuss, die gestiegenen Auslieferungen und die Dividendenerhöhung belegen dies eindrucksvoll.

Trotzdem bin ich gespannt, welche Gründe die relativ schwache, operative Entwicklung hatte. Hier werden wir uns aber noch bis zur Veröffentlichung des vollständigen Geschäftsberichts gedulden müssen.

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Thomas Brantl besitzt Aktien von BMW. The Motley Fool empfiehlt Daimler.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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