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Aktienrückkäufe – Segen oder Verschwendung von Zeit und Geld?

Gastautor: Daniel Saurenz
15.03.2017, 09:00  |  682   |   |   

Börse_USA_SymbolIn der amerikanischen Unternehmenslandschaft werden Aktienrückkäufe von den Anlegern als durchaus positiv aufgefasst. Zusätzlich zu den zwei Prozent, die Anleger in Form von Dividenden erhalten, wird durch Aktienrückkäufe kontinuierlich eine Cashflow-Rendite von zwei bis drei Prozent generiert. Allerdings ist sowohl das Niveau als auch das zunehmende Tempo der Rückkäufe zu hoch. Wir schauen uns anhand der Barings-Analyse genauer an ob der Rückkauf von Aktien sinnvoll ist.

In Kombination mit einem steigenden Verschuldungsgrad der Unternehmen schadet dieser Trend der Bonität von Unternehmensanleihen. In der Vergangenheit galt er außerdem als Vorbote eines Absturzes der entsprechenden Aktie.

Auch sollte man bedenken, dass die negativen bilanziellen Auswirkungen von Aktienrückkäufen die Verdrängungswirkung auf Renditen und Spreads von Unternehmensanleihen noch zusätzlich verschärfen könnten, wenn finanzpolitische Impulse durch die neue US-Regierung die US-Notenbank Federal Reserve zu einer erneuten Zinsanhebung veranlassen. Diese Risiken sollte man im Blick behalten, vor allem wenn sich die Finanzlage weiter anspannt, und Anleger sollten sowohl die Vorteile als auch die Nachteile von Aktienrückkäufen berücksichtigen.

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Zusammenfassend gesagt sind Aktienrückkäufe…

•         Umsichtig: Eine steueroptimierte Möglichkeit für Unternehmen, Liquidität an Aktionäre auszuschütten, da Dividenden häufig höher besteuert werden als Kursgewinne.

•          Sinnvoll: Vor dem Hintergrund von hohen Erträgen und Margen, insbesondere bei US-Unternehmen, ist eine Reduzierung von liquiden Mitteln sinnvoll.

•          Klug: Aktienrückkäufe sind eine günstige Möglichkeit, um die Auswirkungen der Körperschaftssteuer zu mindern, da Fremdkapital mit steuerlich abzugsfähigen Zinsen für die Finanzierung von Ausschüttungen verwendet und anschließend mit Gewinnen aus dem Ausland zurückgezahlt werden kann, wodurch eine Repatriierung vermieden wird.

•          Belanglos: Gewerbe- und Industriedarlehen (C&I-Loans) nehmen seit 2011, trotz immer umfangreicherer Aktienrückkäufe, kontinuierlich zu. Da die meisten Gesellschaften und Unternehmen also relativ problemlos Kapital aufnehmen können, gibt es scheinbar keine Auswirkungen auf die Investitionen.

•          Gefährlich für Anleihegläubiger: Um die Investition zu finanzieren, werden die Gewinne von US-Unternehmen zusammen mit den Dividenden vollständig auf die Aktionäre übertragen und der Verschuldungsgrad wird in die Höhe getrieben.

•          Ein verzerrtes Bild: Aktienrückkäufe steigern das Gewinnwachstum je Aktie auf ein Niveau oberhalb des Ertragswachstums, wodurch Vorstände den Aktienkurs und somit gleichzeitig ihre optionsbasierte Vergütung in die Höhe treiben und dadurch Kapital umleiten, das ansonsten in das Firmenkapital (Gewinnrücklagen) übergehen würde.

Das einzige, was jedoch tatsächlich passiert, ist ein Dividenden- und umgekehrter Aktiensplit. Sich selbst für eine Steigerung des Aktienkurses durch Aktiensplits zu belohnen, ist laut Barings verkehrt. Unternehmensführungen sowie die Consultingbranche, die an der Erschaffung solch völlig legaler Vergütungssysteme beteiligt waren und davon profitieren, sollten diese Systeme reformieren.

Anleger die ihr Trading verbessern oder generell etwas dazulernen möchten, sollten auch einmal in der X-markets Academy vorbeischauen.

Fazit

USA_Aktien_Amazon_Facebook_BerlinEntsprechend der Darstellungen haben Aktienrückkäufe Einfluss auf die Schuldenlast und erschweren kurz gesagt die Kreditaufnahme. Abstoßend ist an dieser Finanzierungstechnik jedoch, dass Vorstände und Finanzvorstände Vergütungen in Form von Optionen erhalten, da Kurs (P) und Erträge (E) auf Basis der Einzelaktie schlichtweg aufgrund der Verringerung des Nenners (die Anzahl der Aktien) steigen und sie damit im Grunde belohnt werden, obwohl sie auf realer Basis nichts Nützliches für das Unternehmen oder die Investoren getan haben.

Zusammengefasst kann man sagen, dass diese anfänglich leichte Verzerrung bei kontinuierlichen Aktienrückkäufen im Zeitverlauf ziemlich große Ausmaße annimmt. Einige der größten Firmen beispielsweise haben in den letzten fünf Jahren 10-25 Prozent ihrer Aktien zurückgekauft. Das bedeutet, dass die starken Aktienkurssteigerungen dieser Unternehmen nicht vielmehr als die verminderte Aktienanzahl durch die „umgekehrten Aktiensplits“ widerspiegeln.

Lesen Sie auch: DAX 15.000 – Utopie oder realer Wahnsinn?

Quelle: Barings



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