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Billionenwahnsinn – Das kann nicht gutgehen

Gastautor: Daniel Saurenz
16.03.2017, 06:00  |  747   |   |   

USA_NewYork_2Der US-Aktienmarkt eilt von Rekord zu Rekord, während der DAX den Spitzenwert aus dem Frühjahr 2015 ins Visier nimmt. Dabei ignorieren die Investoren völlig, wie extrem teuer viele Märkte sind und setzen voll und ganz auf das angekündigte Investitionsprogramm des neuen US-Präsidenten. Ein gefährliches Spiel, sind bislang doch kaum Details zum Wirtschaftsprogramm bekannt geworden. Nachdem wir bereits im ersten Teil unseres Beitrags einige Aspekte behandelt haben, schauen wir uns heute an, wie stark überwertet der S&P500 aktuell ist und welche Bedeutung der Zinspolitik in der aktuellen Situation zuteil wird.

Die starke Überbewertung ist  beim S&P500, des mit weitem Abstand wichtigsten US-Index, gut sichtbar. So liegt das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) mit 2,0 in der Nähe des Rekordhochs. Der langfristige Schnitt liegt aber bei lediglich 0,8. Beim KUV wird der Börsenwert des S&P500 durch die Umsätze der Unternehmen dividiert. Diese Kennzahl macht großen Sinn, denn während der Gewinn beispielsweise durch sehr niedrige Zinsen stark nach oben verzerrt wird, spiegeln die Erlöse die tatsächliche Leistung der Firmen wider.

Wer ebenfalls davon überzeugt ist, dass die neue US-Administration der Wirtschaft weiterhin Schwung verleihen wird, der findet in unserer ISIN-Liste mit hoher Wahrscheinlichkeit viele interessante Anlageideen. Beachten Sie auch unsere Positionierung im Favoriten- und Defensivdepot. Skeptische Anleger der aktuellen Entwicklung könnten Gefallen an unseren Investmentideen zur Absicherung finden. Hier ein kleiner Auszug:

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S&P 500 auf ein Jahr

S&P 500 auf ein Jahr

Dass die Blase noch viel größer ist, als es auf den ersten Blick aussieht, zeigt die Bewertung anhand des Median. Median bedeutet eine Verteilung in zwei Hälften, bei der die obere Hälfte genau so groß ist wie die untere. Mit Median beim S&P500 ist also die 250. Aktie gemeint. Auf dieser Basis liegt das KUV bei 2,5. Das ist ein Rekordhoch und liegt damit weit über dem ehemaligen Spitzenwert von 1,8 aus dem Jahr 2007 und von 1,7 aus dem Jahr 2000. Der langfristige Schnitt liegt hingegen unter 1,0.

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Auf die Bewertung anhand des Median zu schauen macht großen Sinn, weil das Ergebnis im Vergleich zur Bewertung des Index nicht durch Schwergewichte, wie Apple, Alphabet, Amazon und Facebook verzerrt wird. „Gemessen am Median gibt es derzeit die extremsten Bewertungen aller Zeiten. Sie liegen weit über den Niveaus die an den Höhepunkten des Marktes in den Jahren 2000 und 2007 erreicht worden waren“, schreibt John Hussman von der renomierten US-Investmentfirma Hussman Funds in seinem wöchentlichen Brief an die Investoren. Das i-Tüpfelchen auf der Blase ist der Börsengang von Snap, der Mutter der populären Kommunikations-App Snapchat. Der Börsenwert liegt bei horrenden 31,4 Mrd. Dollar.

Börse-Dax-1Das Problem ist, dass auch viele andere Indizes deutlich teurer sind als früher. Zwar liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des DAX mit 13,6 zwar weit unter dem des S&P500 von 18,0. Allerdings rangiert die Bewertung des DAX deutlich über dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre von 11,6. Gleichzeitig ist das KGV des Index wegen der sehr niedrigen Bewertung der Autoaktien Daimler, BMW, Volkswagen und Continental laut einer Studie von Andreas Hürkamp, Aktienstratege bei der Commerzbank, stark nach unten verzerrt.

Bereinigt um diese vier Unternehmen liegt das KGV des „Rest“-DAX laut Hürkamp mit 15,8 weit über dem Schnitt von 12,2. Die Zahlen zeigen, dass auch im „Rest“-DAX eine Menge Euphorie eingepreist ist. Um eine durchschnittliche Bewertung zu erreichen, müsste er um 22 Prozent sinken.

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Von umso größerer Bedeutung ist die Entwicklung der Zinsen, gerade in den USA. Sollten beispielsweise die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen wegen der aktuellen Verschärfung der Geldpolitik durch Fed-Chefin Janet Yellen weiter steigen, könnten Investoren das als Signal für eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums und damit der Inflation interpretieren, weshalb die Hausse des S&P500 kurzfristig weitergehen könnte.

Auf mittlere Sicht belasten die steigenden Zinsen die US-Wirtschaft aber erheblich und dürften damit allmählich Gegenwind für den US-Aktienmarkt bedeuten. Wann die Börsenparty ihren Höhepunkt erreicht und der Index anschließend nach unten drehen wird, kann zwar niemand sagen. Wenn er allerdings nach unten drehen sollte, dann könnte es eine kräftige Korrektur beim S&P500 geben.

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