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Diese Grafik legt nahe, dass Tesla mehr in den Kundendienst investieren muss

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
16.03.2017, 17:00  |  713   |   |   

Tesla (WKN:A1CX3T) hat ambitionierte Ziele und eine interessante Vision davon, wie man den Verkauf und den Service vertikal integrieren könnte. Das Unternehmen hält nicht viel von der traditionellen Kauferfahrung eines normalen Autos. Die Serviceabteilungen bei den Händlern sind aber auch wahre Geldmaschinen. Doch die Umsetzung der Vision des Unternehmens ist deutlich leichter gesagt als getan. Diese erfordert bedeutende Investitionen in die nötige Infrastruktur und in die nötigen Leute. Niemand sollte acht Monate warten müssen, bis sein Auto endlich repariert ist.

Bei der Durchsicht der Angaben von Tesla gegenüber der Börsenaufsicht SEC bin ich über ein paar Daten gestoßen. Diese legen nahe, dass Tesla mehr in den Kundendienst investieren muss.

Die Techniker von Tesla mit einem Model S. Bildquelle: Tesla.

Die Zahlen

Zuallererst muss ich eine Warnung aussprechen: Das wird keine perfekte Analyse, und liegt zum größten Teil daran, dass uns nicht alle Daten vorliegen. Zum einen habe ich die Fahrzeugauslieferungen über einen längeren Zeitraum genommen, wobei die Auslieferungen des ersten Roadsters ausgeschlossen sind. Davon hat das Unternehmen nämlich nur 2.500 Stück verkauft. Die Zahl der verkauften Einheiten von Tesla ist jedoch ein repräsentativer Wert für die Basis des Unternehmens, da Autos ja dazu tendieren, nicht gleich wieder ersetzt zu werden und das Model S ja auch noch keine fünf Jahre auf dem Buckel hat. Wir sprechen hier nicht von einem kleinen elektronischen Gerät, von dem man sich nach zwei Jahren schon wieder trennt.

Tesla meldet auch die Gesamtzahl der Vertriebs- und Service-Center, die das Unternehmen betreibt. Es wäre natürlich nützlicher, zwischen den beiden zu unterscheiden, aber das Unternehmen fasst die Anzahl der beiden zusammen. Es gibt auch Drittanbieter, deren Werkstätten in diesen Zahlen nicht auftauchen, da Tesla uns ja nicht verrät, wie groß das Netzwerk ist. Es folgt eine Grafik der verkauften Einheiten und der Zahl der Tesla-Stores der letzten fünf Jahre:

Datenquelle: SEC. Grafik: Autor.

Wenn man die Zahl der verkauften Einheiten durch die Tesla-Geschäfte teilt, dann sieht man schon, warum das Unternehmen vielleicht mehr in dieses Netzwerk investieren sollte. Die Zahl der verkauften Einheiten pro Tesla-Zweigstelle stieg von 91,5 im Jahr 2012 auf 693,2 Einheiten im Jahr 2016.

Datenquelle: SEC und Berechnungen des Autors. Grafik: Autor.

Diese Analyse ist nicht besonders ideal, da die Investoren ja nur das wissen, was Tesla preisgegeben hat. Wir wissen nichts über die geografischen Unterschiede, wo sich die meisten Läden und Werkstätten befindet. Zusätzlich können wir nicht zwischen Geschäften und Werkstätten unterscheiden. Darüber hinaus wurden bis Ende 2016 184.000 Exemplare des Model S und Model X zusammen ausgeliefert. Es ist also nicht so, als würde das Netzwerk mit den Auslieferungen entsprechend ausgebaut werden. Wenn wir uns aber einmal den groben Trend ansehen, dann sehen wir ganz deutlich, dass das Wachstum der Infrastruktur nicht mit der steigenden Zahl der Auslieferungen mithalten konnte. Und das führt dazu, dass die Werkstätten jede Menge zu tun haben.

Wir sollten an dieser Stelle anmerken, dass Tesla viele andere interne Kennzahlen berechnet, um die Servicequalität zu messen. Das sind allerdings Kennzahlen, die sie den Investoren nicht sagen. Der Verkaufschef von Tesla Jon McNeill merkte vor Kurzem an, dass 20 % der Reparaturaufträge in der Werkstatt in Palo Alto fertig wären, bevor der Kunde überhaupt eine Tasse Kaffee trinken kann. Darüber hinaus wurde der Auftragsstau bei den Teilen um über 80 % gesenkt. Das sind zwar wichtige Daten, doch es sind nicht geeignete Daten, um die Investoren auf dem Laufenden zu halten.

Das Model 3 wird noch mehr Kundendienst benötigen

Tesla sagt auch nicht im Detail, wie viel und wofür das Unternehmen an Investitionen ausgibt. Daher ist es schwer zu bewerten, wie viel das Unternehmen in seine Infrastruktur investiert. Das Unternehmen steckt jede Menge Geld in die Gigafactory und die Herstellung des Model 3. Das sind zwar die höchsten Prioritäten, aber es ist auch klar, dass es noch andere Dinge gibt. CFO Jason Wheeler verkündete vor Kurzem, er würde Tesla verlassen, um anderen Möglichkeiten nachzugehen. Während der letzten Telefonkonferenz antwortet er auf die Frage eines Analysten zu den Investitionsausgaben wie folgt:

Wir werden die Einzelheiten hier nicht offenlegen, aber offensichtlich sind die Gigafactory und das Model 3 die größten Investitionen. Wir werden auch schon bald weitere Investitionen in die Ausrüstung und die Produktion des Model 3 tätigen. Es wird auch einen Teil der Investitionen in unsere Service- und Einzelhandelsinfrastruktur fließen. Dann wäre da noch das Netzwerk an Ladestationen zu nennen. Es sind also die üblichen Verdächtigen.

Da die Produktion des Model 3 gemäß Zeitplan verläuft, sollte Tesla vielleicht mehr seiner Investitionsausgaben für die Kundendienst-Infrastruktur ausgeben.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla.

Dieser Artikel wurde von Evan Niu, CFA auf Englisch verfasst und wurde am 14.03.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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