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Arbeitsmarkt Clement wirft Schulz Unkenntnis vor

Nachrichtenagentur: Redaktion dts
20.03.2017, 19:28  |  1295   |   |   

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der ehemalige Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement widerspricht dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz in der Analyse des Arbeitsmarktes und wirft ihm Unkenntnis vor. "Es ist nicht die Arbeitsmarkt-, sondern die Bildungspolitik, die die prekären Arbeitsverhältnisse in der Berufswelt hervorbringt", schreibt Clement in einem Beitrag für das "Handelsblatt". "Ergo hilft das derzeitige regulatorische Herumfummeln an den Arbeitsmarktinstrumenten nichts."

Wahr sei, dass die meisten der Arbeitslosen aus sogenannten "bildungsfernen Schichten" stammten. "Die allermeisten sind Jugendliche aus Zuwandererfamilien, die aber teils schon hierzulande geboren wurden. Nicht wenige kommen aber auch aus anderen, sozial schwachen Familien oder auch aus Familien, die gar nicht mehr existieren." Die Politik, so Clement, müsse daraus zwei Lehren ziehen: Erstens seien in Deutschland die Bildungschancen nicht gerecht, "sondern offensichtlich extrem ungerecht verteilt". Und zum zweiten "führt diese Ungerechtigkeit dazu, dass schon unser Bildungssystem vorentscheidet, wer später im Arbeitsleben mit einiger Wahrscheinlichkeit scheitern wird. Es sind ganz überwiegend Kinder und Heranwachsende aus den sozial schwachen Schichtungen unseres Landes." Die Politik, führt Clement aus, müsse hier eine "entschlossene Reform unseres Bildungswesens" starten. "Die Bedeutung dieser wichtigsten Reformaufgabe, der wir uns stellen müssen, wird noch deutlicher, wenn man sich vor Augen hält, dass im Bildungssystem nicht nur die Chancengerechtigkeit, sondern zugleich unsere Zukunftsfähigkeit auf dem Spiel steht." In Zeiten "der digitalen Disruptionen" müsse es darum gehen, "möglichst alle Schülerinnen und Schüler wie Aus- und Weiterzubildende mit dem Wissen und Können auszustatten, das sie befähigt, mit der künstlichen Intelligenz zu arbeiten", so Clement.



4 Kommentare

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Kommentare

PS.

Und die Agenda 2010, soweit sie die Arbeitslosenverwaltung und Verfolgung betrifft, war derselbe Griff ins Klo wie die Bildungsreformen.. Vermittlung findet vorwiegend in Maßnahmen und andere Vehikel statt, die keinem Arbeitsuchenden nützen, sondern nur den mit der Endverwertung beschäftigten Aasgeiern Milliarden in die Kasse spülen...u.a. aus dem Dunstkreis der SPD.
Dazu arglistig täuschende und betrügende Zeitarbeitsfirmen, wovon eine für Herrn Clement Dank seiner Lobbyarbeit zur sehr guten Einnahmequelle wurde.
Mein Gott, Clement , was für ein Schwachsinn. Die Wirtschaft ist nicht mal in der Lage gut- und hochgebildeten Arbeitsuchenden ausreichend Jobs zu bieten.

Das Bildungssystem wurde zu Zeiten von Clements Mitverantwortung zugunsten immer höherer Abi- und Studiumsquoten geschliffen. Quantität vor Qualität war das Credo der SPD und Grünen. Die Inklusionsgeschichte geht ebenfalls zulasten der Qualität.Was fürn Wunder, dass jeder der sichs leisten kann, seine Kinder aus der staatlichen Bildungsversorgung entfernt, um die Chancen für eine gesicherte Zukubnft zu erhöhen. Wenn es heute aus diesem Grund keine Chancengerechtigkeit gibt, hat dies vor allem die SPD und Grünen zu verantworten; aber auch die CDU war nicht in der Lage zu korrigieren.
Dass es Kinder aus "bildungsfernen Schichen" nicht in höhere Bildungsabschlüße schaffen, hat nichts mit den fehlenden Bildungschancen (die gibt es) zu tun, sondern mit der fehlenden Intelligenz und/oder Motivation.. beides wird geprägt durch Vererbung (Genetik) und Umfeld.

Da kann man am Bildungssystem rumdoktern und die Standards weiter senken, es nutzt nichts. Es wird immer die Unterschiede geben, es sei denn man schafft sie per Definition ab, wie es Linke, Grüne und SPD offensichtlich anstreben. Dann ist es aber auch vorbei mit den Standort Deutschland.

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