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Wie wollen Sie wohnen... 44 Quadratmeter in München oder 299 Quadratmeter in Stendal?

22.03.2017, 13:37  |  4989   |   |   

In Deutschland gibt es seit ein paar Jahren wieder einen Run auf die Städte. Während Mieten meist gerade noch so geht, wird Kaufen allerdings immer schwieriger. Für das durchschnittliche Investitionsvolumen i.H.v. 242.000 Euro bekommt man in München zum Beispiel nur noch 44 Quadratmeter.

Die Studie "Wohnen in Deutschland 2017" von der Sparda-Bank zeigt, dass der Immobilienerwerb - bei der derzeitigen Preisentwicklung - zunehmend zum Drahtseilakt wird. Wie zum Beispiel in Bayern, wo sich gleich sieben der zehn teuersten Regionen Deutschlands im Großraum München befinden. In Berlin und Köln bekommt man dagegen eine doppelt so große Immobilie.

Metropolen mit immer kleineren Wohnflächen

Wie die Studienautoren herausfanden, ist eine Immobilie für 242.000 Euro in allen Metropolen mittlerweile kleiner als 100 Quadratmeter. Zeitgleich bekommt man mit dieser Summe in 70 Prozent der ländlichen Regionen mehr als 126 Quadratmeter. In Hamburg gibt für 242.000 Euro circa 69 Quadratmeter, in Frankfurt am Main 71 Quadratmeter und in Berlin ganze 98 Quadratmeter. Wer nun glaubt, in Berlin ein Schnäppchen machen zu können, der muss leider enttäuscht werden, denn schaut man in die Stadtteile, so kriegt man für das Geld in Dahlem und Grunewald auch nur 45 Quadratmeter. Damit wird deutlich, dass es einen starken Preisunterschied innerhalb der Metropolen und zwischen Stadt und Land gibt.

Nun könnten alle aufs Land ziehen, aber der Deutsche möchte nicht weiter als 30 Kilometer bis zum Arbeitsplatz pendeln - fast niemand ist bereit, mehr als 50 Kilometer zu fahren. Also muss ein Kompromiss her: die mittelgroßen Städte.

Das gibt es für 242.000 Euro in Ost und West

In den Mittelstädten Westdeutschlands bekommen Sie für 242.000 Euro eine Immobilie mit 127 Quadratmetern Wohnfläche, während es in den ostdeutschen Mittelstädten immerhin 166 Quadratmeter gibt. Nicht nur in Ostdeutschland können Sie großzügig wohnen, denn auch in Gelsenkirchen bekommen Sie 190 Quadratmeter, in Duisburg 186 Quadratmeter und in Bremerhaven 174 Quadratmeter. Die Flächenerschwinglichkeit in Ostdeutschland variiert zwischen 149 Quadratmeter in Erfurt und 261 Quadratmeter in Chemnitz. Im Landkreis Stendal - zwischen Berlin und Wolfsburg - bekommen Sie deutschlandweit für 242.000 Euro die meiste Wohnfläche: 299 Quadratmeter.    

Wirkungslose Niedrigzinsen

Trotz der wiederkehrenden Rhetorik, dass das aktuelle Niedrigzinsniveau für den Immobilienerwerb eine ideale Voraussetzung sei, glauben nur 39 Prozent daran, eine preiswerte Immobilie zu bekommen - 2013 sahen noch 48 Prozent diese Chance. Damit wird deutlich, dass viele potentielle Kaufinteressenten die Preise für zu teuer halten. Nichtsdestotrotz glauben zwei Drittel der Bevölkerung daran, dass sich der Wohneigentumserwerb lohnt. Das positive Image überwiegt, obwohl die Eigentumsquote seit Jahren nahezu unverändert ist und nur 25 Prozent der Deutschen einen Immobilienerwerb planen. Nach wie vor schrecken potentielle Käufer die langfristigen finanziellen Risiken und die hohen Kosten ab.

Haushaltseinkommen und Immobilienerwerb

Im Durchschnitt geben Deutsche das Sechsfache ihres Jahresnettoeinkommens für den Immobilienkauf aus - das durchschnittliche Haushaltseinkommen beträgt 44.460 Euro. Jedoch bedeuten die großen Kaufpreisunterschiede auch erhebliche Abweichungen vom Durchschnitt, denn wer in München kaufen möchte, der muss das 12,9-Fache seines Haushaltseinkommens investieren, während es in Düsseldorf nur das 7,5-Fache ist. Wer gut verdient und aufs Land wechseln kann, der wird seine Immobilie am schnellsten abbezahlen und kann somit neue Projekte planen.  

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