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3 Gründe, warum die Geldanlage in Aktien kein Glücksspiel ist

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
31.03.2017, 10:01  |  1858   |   |   

Jedes Jahr im März veröffentlicht die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ihre Liste mit den „50 größten Kapitalvernichtern“ am deutschen Aktienmarkt. 2017 finden sich auf den ersten drei Plätzen die Singulus Technologies AG, die DF Deutsche Forfait AG und die 11 88 0 Solutions AG (vormals Telegate), die ihren Anteilseignern in den letzten drei Jahren Verluste von jeweils mehr als 90 % bescherten.

Dankbar griffen die Medien die Studie auf, um endlich mal wieder auf die ach so riskante Anlageform Aktie eindreschen zu können. In der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 23. März war dann auch zu lesen:

Der Kauf einzelner Aktien hat immer etwas von einem Glücksspiel an sich.

Wenn du jedoch dein Depot mit mehreren unterschiedlichen Aktien bestückst und bei der Auswahl Foolish (mit großem F!) vorgehst, hat das überhaupt nichts mit Glück zu tun. Und dafür gibt es drei Gründe.

1) Du suchst dir deine Aktien selbst aus

Wenn du an einem echten Glücksspiel teilnimmst, bist du – wie es der Name schon sagt – auf Glück angewiesen, etwa dass du die oberste Karte vom Stapel gebrauchen kannst.

An der Börse ist das anders. Dort hast du viele tausend Aktien (und noch zahlreiche Fonds und andere Wertpapiere), aus denen du diejenigen, die am besten zu dir passen, auswählen kannst.

Du bist also nicht gezwungen, unbedingt eine Aktie von einem Unternehmen wie Singulus zu kaufen, das Beschichtungsanlagen für Produkte herstellte, die entweder niemand mehr braucht (CDs) oder die andere viel billiger produzieren können (Solaranlagen). Stattdessen kannst du dich gezielt zum Beispiel nach schnell wachsenden Unternehmen umsehen wie dem Internethändler Amazon.com oder soliden Konsumgüterherstellern wie Henkel und Nestlé.

Aber das Beste ist: Anders als beim Kartenspiel kannst du auch einfach aussetzen. Wenn es gerade keine gute Kaufgelegenheit gibt, wartest du bis zum nächsten Mal. Investmentlegende Warren Buffett hat es so formuliert:

Genau das ist meine Philosophie vom Investieren – warte auf den richtigen Moment und warte auf den richtigen Deal.

2) Du spielst nach deinen eigenen Regeln

Beim Spielen sind die Regeln festgelegt und alle müssen sich daran halten. Wenn es um dein Depot geht, sieht das anders aus. Du allein entscheidest, welche Aktien dort Platz haben und welche Branchen du vielleicht lieber meidest. Dir sind Bankaktien suspekt, weil du die Risiken der außerbörslichen Derivate nicht einschätzen kannst? Kein Problem, dann lässt du die Finger davon.

Auch was deinen Anlagestil angeht, solltest du dir von niemandem Vorschriften machen lassen. Bevorzugst du Value-Aktien, die unter ihrem rechnerischen Wert gehandelt werden? Oder zahlst du auch mehr, wenn du dafür aussichtsreiche Wachstumsaktien wie den Spieleproduzenten Activision Blizzard bekommst? Falls du dich langsam der Rente näherst, könnten solide Dividendenaktien für dich die erste Wahl sein.

Das entscheidest du allein und dabei geht es nur um dich und womit du dich wohl fühlst. Niemand anderes bestimmt hier die Regeln.

3) Du legst Anfang und Ende selbst fest

Beim Roulette sagt der Croupier, wann es losgeht und die Einsätze gemacht werden können. Wenn die Kugel schließlich auf Rot oder Schwarz (oder der Null) liegt, ist das Spiel zu Ende.

An der Börse hingegen bestimmst du selbst, wann das Spiel beginnt und wann es endet – also, wann du kaufst und verkaufst. Wenn du dich gut über ein Unternehmen, dessen Produkte und Stellung im Markt und das Management informiert hast und du der Meinung bist, dass die Aktie ein Investment wert ist, entscheidest du, wann du den Kaufbutton drückst.

Und auch dabei bist du wieder frei in deiner Entscheidung. Du kannst gleich sofort alle Aktien kaufen oder auf den vermeintlich richtigen Zeitpunkt zum Einsteigen warten. Da wir Fools aber nicht glauben, dass man den Markt „timen“, also systematisch den idealen Moment zum Kauf oder Verkauf finden kann, kommt auch ein Kauf in mehreren Teilen in Frage, so dass du an verschiedenen Tagen deine Position aufbaust und so noch von eventuellen Kursrückgängen profitieren kannst (weil du günstiger an die Aktien kommst).

Umgekehrt läuft es beim Verkauf ebenso – wobei wir Fools ja eher seltener verkaufen, weil wir auf Unternehmen setzen, die auf lange Sicht erfolgreich sind und uns über viele Jahre Freude machen. Aber natürlich kann es immer mal Gründe geben, sich von einer Aktie zu trennen.

Können statt Glück

Du siehst also: Das Börsengeschäft hat nichts mit Glück zu tun, sondern mit guter Recherche und disziplinierten Entscheidungen. Wenn es anders wäre, dürfte es keine Anleger wie Warren Buffett, Peter Lynch oder Seth Klarman geben, die über Jahrzehnte hinweg deutlich besser als der Markt abgeschnitten haben – das wäre statistisch sehr unwahrscheinlich.

Aber wenn dir Fortuna dann doch einmal hold ist, etwa mit einem günstigen Kaufkurs, kannst du das trotzdem gerne mitnehmen.

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Peter Roegner besitzt Aktien von Amazon.com und Stammaktien der Henkel AG & Co. KGaA. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Activision Blizzard und Amazon. The Motley Fool besitzt Aktien von Nestlé.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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