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4 Dinge, die das Management von Nintendo den Aktionären mitteilen möchte

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
06.04.2017, 17:00  |  2356   |   |   

Nintendo (WKN:864009) ist gut in das Jahr 2017 gestartet. Die neue Switch-Konsole verkauft sich extrem gut und das Unternehmen ist gerade dabei, seine ersten Schritte in den Bereich mobile Spiele zu unternehmen, um mit seinen klassischen Spielemarken wie Super Mario ein maximal breites Publikum zu erreichen.

Aus eigenen Fehlern lernen

Ein Grund für den Erfolg der Switch sind die Korrekturen, die Nintendo beim Marketing vorgenommen hat. Es hat aus den Fehlern bei der vorhergehenden Wii-U-Konsole, die sich sehr schlecht verkauft hat, gelernt. Nintendo hat sich dieses Mal besser auf das Marketing konzentriert und hebt dabei hervor, wie leicht man das Gerät mitnehmen kann. Die ersten Anzeichen deuten an, dass diese Strategie funktioniert, da die Nachfrage bisher sehr stark ist.

Die Werbung für die Switch zeigt junge Erwachsene, keine Kinder. Das Unternehmen möchte mit dem neuen Spieleesystem zwar alle Altersgruppen erreichen, doch sind es junge Erwachsene, die den Hardcore-Gaming-Markt bestimmen. Wir sprechen von jenen, die eigentlich lieber auf dem PC, der Playstation 4 von Sony oder der Xbox One von Microsoft zocken. Diese Marketingstrategie zeigt, dass Nintendo einen gesunden Markt für seine Geräte braucht. Diese Zielgruppe könnte daher geeigneter sein als die reine Beschränkung auf Kinder.

Nintendo versucht mit der Switch diejenigen zurück zu Nintendo zu locken, die man in den letzten Jahrzehnten an die Playstation oder die Xbox verloren hat. Aber es wird deutlich mehr als Marketing benötigen, um diese Zielgruppe zu überzeugen.

Nintendo braucht ein starkes Jahr und viele Verkäufe bei der Switch. Bildquelle: Nintendo.

Drittentwickler

Reggie Fils-Aime, der Präsident von Nintendo Amerika, sagte gegenüber Forbes, dass Nintendo eine solide Plattform für Drittentwickler liefern wolle:

Die Drittentwickler wollen Folgendes: eine starke und wachsende Nutzerbasis, ein Entwicklungsumfeld, in dem man leicht arbeiten kann und ihren Content monetarisieren – egal ob beim Erstverkauf oder bei den Downloads. Das ist es, was sie wollen. Wir waren nicht imstande, das bei der Wii U in vollem Umfang zu liefern. Wir werden das aber bei der Nintendo Switch nachholen.

Nintendo plant, aufgrund der starken Nachfrage die Produktion der Switch im ersten Jahr von 8 Millionen auf 16 Millionen Stück zu erhöhen. Das Unternehmen ist auf Kurs, damit genügend Nutzer zu generieren, um Drittentwickler anzulocken.

Zusätzlich traf Nintendo eine sehr wichtige Entscheidung und unterstützt jetzt auch die Game Engines von Unity und Unreal. Unity und Unreal sind zwei häufig genutzte Entwicklungstools im Bereich Videospiele. Da die Switch mit beiden Plattformen kompatibel ist, sollte diese Konsole ein gutes Arbeitsumfeld für die Entwickler schaffen. Es sieht also gut aus, dass Bethesda – die Entwickler von erfolgreichen Spielen wie Fallout und Skyrim – zum ersten Mal für diese Konsole arbeiten werden.

Nintendo möchte auch deswegen ein solides Online-Umfeld für die Entwickler schaffen, damit die Spiele mit zusätzlichem Content monetarisiert werden können. Die digitalen Umsatzströme aus In-Game-Content sind für die Hersteller von Videospielen ein wichtiges Geschäftsmodell. Die größten Unternehmen in dieser Branche wie Electronic Arts und Activision Blizzard verdienen den Großteil ihrer Umsätze mit den digitalen Quellen, darunter Abonnements und Download-Content, der direkt über die Konsole gekauft wird. Wenn Nintendo kein gutes Online-Umfeld bietet, dann werden die Programmierer die Konsole vielleicht nicht unterstützen wollen.

Eine stetige Kadenz

Der größte Kritikpunkt an der Switch war, dass es bei der Markteinführung so wenige Spiele gab. Abgesehen vom neuen Zelda gab es kaum andere Spiele, um die Käufer anzulocken. Nintendo traf daher eine strategische Entscheidung und veröffentlicht im ersten Jahr nun regelmäßig Spiele, anstatt sie wie bisher gleichzeitig bei der Markteinführung auf den Markt zu werfen.

Der Tag der Markteinführung ist dabei nicht das Wichtigste. Es geht darum, immer wieder Content herauszubringen, der den Leuten immer wieder vor Augen führt, warum sie diese Wahl getroffen haben und die andere dazu bringt, sich für die Konsole zu entscheiden.

– Reggie Fils-Aime (Zitat aus CNET)

Bisher funktioniert diese Strategie wunderbar. Wenn wir der Kritik von Metacritic glauben dürfen, dann könnte Zelda: Breath of the Wild eines der besten Spiele sein, das jemals produziert wurde. Es ist auf allen Spieleplattformen eines der am besten bewerteten Spiele und scheint auch dafür zu sorgen, dass Nintendo jede Menge Switch-Konsolen verkauft. Das bestätigen auch der Spiele-Einzelhändler GameStop und andere Quellen.

Im März besteht üblicherweise nur wenig Bedarf an Videospielen. Genau das macht den Erfolg der Switch noch beeindruckender. Die Strategie von Nintendo besteht nämlich darin, die Nachfrage bis zu den Feiertagen weiter aufzubauen. Mann möchte ein hochwertiges Zelda-Spiel veröffentlichen, um Käufer in Zeiten anzulocken, in denen normalerweise nur wenig gekauft wird. Im Sommer und im Herbst sollen dann weitere Spiele folgen, um das Interesse oben zu halten. Ein weiteres wichtiges Spiel wird für ein starkes Weihnachtsquartal zurückgehalten. Das könnte Super Mario Odyssey sein.

Mehr Publikum

Diese Strategie spielt auch eine wichtige Rolle dabei, wie Nintendo verschiedene Altersgruppen anzuziehen plant. Damit ist immerhin eine Bandbreite von 5- bis 95-Jährigen gemeint. Eine Möglichkeit besteht darin, eine Reihe von Spielen zu veröffentlichen, die diese Generationslücken überbrücken. Einige Spiele werden eher kinderfreundlich oder großelternfreundlich sein, während sich andere auf die Hardcore-Gamer beziehen werden.

Wir glauben, dass unsere Systeme Massenmarkt-Systeme sein müssen, für 5 bis 95 Jahre. Jedes Spiel wird sich aber auf einen bestimmten Teil dieser Altersklasse konzentrieren und wird diese Basis ausfüllen. Die Strategie geht weiter. Das ist ein System für jeden. Ein System, das für eine bereite Bevölkerungsgruppe ansprechend ist. Im Lauf der Zeit wird dieses Spektrum mit verschiedenen Spielen aufgefüllt.

– Reggie Fils-Aime (Zitat aus Time)

Bis die Weihnachtsfeiertage kommen, wird Nintendo genug Interesse heraufbeschworen haben, um dann mit einigen Spielen aufzuwarten, die für alle Altersgruppen geeignet sind.

Abgesehen von der Switch hat Nintendo noch eine sehr gute Möglichkeit, um mit seinen klassischen Franchises wie Super Mario, Donkey Kong und anderen ein breites Publikum auf mobilen Geräten zu erreichen. Der Präsident von Nintendo, Tatsumi Kimishima, gab vor Kurzem an, das Unternehmen plane, auch mobile Spiele zu veröffentlichen.

Wir planen, zwei oder drei Titel pro Jahr zu veröffentlichen, die die Kunden mittels Apps auf smarten Geräten spielen können.

– Kimishima

Super Mario Run wurde im Dezember 2015 auf dem iPad und iPhone von Apple veröffentlicht und vor Kurzem auch auf Android, der mobilen Plattform von Alphabet. Dieses Spiel wurde bis Januar bereits 78 Millionen Mal heruntergeladen. Super Mario Run kostet 10 US-Dollar und generierte 53 Millionen US-Dollar Umsatz.

Der Markt für mobile Spiele generierte im Jahr 2016 einen Umsatz in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar und wächst schneller als der Markt für den PC und die Konsole. Super Mario Run war ein netter Einstand, da Nintendo versucht, seine klassischen Franchises auch auf mobilen Geräten zu etablieren. Weitere Fortschritte könnten zu einem lukrativen Segment für das Unternehmen führen.

Der mobile Bereich ist für Nintendo aber neu und könnte zu Komplikationen führen. Das Unternehmen könnte damit aber auch auf Gold stoßen. Aber das werden wir wohl abwarten müssen.

Wir werden sehen, ob das Management von Nintendo die richtige Strategie gewählt hat, um die Trendwende zum Positiven zu schaffen. Die ersten Ergebnisse deuten jedoch an, dass sich das Unternehmen in die richtige Richtung bewegt.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Teresa Kersten ist Angestellte von LinkedIn und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. LinkedIn ist Teil von Microsoft.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Activision Blizzard, Alphabet (A und C) und Apple. The Motley Fool hält die folgenden Optionen: long January 2018 $90 Calls auf Apple und short Januar 2018 $95 Calls auf Apple sowie short April 2017 $28 Puts auf GameStop. The Motley Fool empfiehlt Electronic Arts.

Dieser Artikel wurde von John Ballard auf Englisch verfasst und am 04.04.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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