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China geht neue Wege Verbot: Immobilienanzeigen mit Renditeversprechen und gutem Feng Shui

13.04.2017, 12:46  |  4207   |   |   

Der chinesische Immobilienmarkt ist nicht jedem geläufig. Es sei soviel gesagt, dass im vergangenen Jahr damit gerechnet wurde, dass die Immobilienblase platze. Hohe Preise, lockere Geldpolitik und eine hohe Nachfrage waren die Indikatoren. Jetzt gibt es für Peking neue Richtlinien, um das Schlimmste noch zu verhindern.

Online-Immobilienportale wurden in Peking dazu angehalten Informationen, die die Preise in der Hauptstadt weiter in die Höhe treiben könnten, zu entfernen. Bis Mittwoch mussten Portale all jene Anzeigen löschen, die mit hohen Renditen und einem guten Feng Shui warben ("BBC"). Am Donnerstag laufen die ersten Kontrollen. 

Der Wohnimmobilienmarkt Pekings gilt als äußerst angespannt. In der Millionenmetropole pendeln die meisten Menschen täglich mehrere Stunden zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Es gibt kaum Wohnraum in der Stadt, sondern Büros und Einzelhandelsflächen. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass China unweit von Peking eine neue Sonderwirtschaftszone plane, die drei Mal so groß wie New York sei ("NTV"). Die neue Megacity versetzte Immobilienspekulanten in einen Kaufrausch, denn binnen weniger Stunden hatten sich die Grundstückspreise verdoppelt. Kurze Zeit später verhängte die Regierung ein Kaufverbot für Immobilien, Grundstücksmakler mussten vorübergehend schließen und auf den Straßen warnten Beamten die Bevölkerung vor illegalen Immobilien-Spekulanten.

Bereits vor einige Wochen hatten die chinesischen Behörden den Immobilienmarkt als wirtschaftliches Risiko eingestuft. In Peking sind die Preise für Wohnimmobilien auf einem Rekordhoch und die privaten Schulden steigen ins astronomische. Unterdessen hat die Regierung 15 Online-Portale, wie Lianjia und I Love My Home, dazu aufgefordert, Anzeigen mit Feng Shui und anderem religiösen Inhalten zu löschen. Feng Shui wird in China nicht nur für die Wohnstimmung genutzt, sondern auch um den Wert und die Wertentwicklung einer Immobilie zu bestimmen.

In Zukunft wollen die Behörden die Online-Portale stärker prüfen, denn ein Marktcrash könnte die gesamte Wirtschaft mit sich reißen - immerhin trägt der Immobilienmarkt 20 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Seit diesem Jahr wurde die Anzahlung für einen Zweitwohnsitz erhöht. Darüber hinaus wurde der Kauf von einem dritten Wohnsitz und jede Form der Finanzierungsberatung verboten. Diese Maßnahmen lassen deutlich werden, wie groß die Angst vor einem Crash ist.



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