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Geldautomaten-Gebühr Sparkasse: Geringe Zusatzeinnahmen sind den Shitstorm nicht wert

18.04.2017, 13:39  |  3037   |   |   

Die teilweise Abschaffung der kostenlosen Bargeldversorgung ist bei den Sparkassenkunden gar nicht gut angekommen. Nun dürften noch mehr Kontoinhaber über einen Wechsel nachdenken. Und auch so rechnet sich die Geldautomatengebühr nicht wirklich. 

Mit der Entscheidung, eine Gebühr fürs Geldabheben zu verlangen, haben sich die betroffenen Sparkassen ins eigene Fleisch geschnitten. Statt auf höhere Einnahmen, werden sich viele von ihnen auf eine noch größere Kündigungswelle als ohnehin schon einstellen müssen.

Allein in den letzten zwölf Monaten hatte bereits jeder Zehnte seine Bankverbindung aus Frust über den aufkeimenden Gebührenwahn gewechselt. Zudem planen laut dem Meinungsforschungsinstitut YouGov ganze 24 Prozent, ihr Kreditinstitut demnächst zu verlassen oder sich zumindest über bessere Bankangebote schlau zu machen. 

Das Wirtschaftsmagazin "Capital" kam darüber hinaus in einer gemeinsamen Berechnung mit der Düsseldorfer Unternehmensberatung Barkow Consulting zu dem Ergebnis, dass die voraussichtlichen Mehreinnahmen aus der Geldautomaten-Gebühr in keinem Verhältnis zu dem dadurch entstandenen Imageschaden stehen. Allenfalls 20 Millionen Euro dürften die Institute daran im Jahr verdienen, was umgerechnet nur um die 0,2 Prozent des Vorsteuerergebnisses sämtlicher deutscher Sparkassen entspricht. Bei der Kalkulation wurden jene Geldhäuser erfasst, die die Gebühr sofort bei der ersten Abhebung einziehen, wozu unter anderem die Sparkassen in Grebenstein, Bad Sachsa und Vorpommern gehören. 

Das tatsächliche Plus könnte am Ende wahrscheinlich sogar noch niedriger ausfallen, fällt doch die umstrittene Gebühr (noch) nicht bei allen Kontomodellen der untersuchten Banken an. Zu neuer Profitabilität wird diese Strategie also kaum verhelfen, wohl aber zu einer weiteren Beschleunigung des derzeitigen Filialsterbens. Wie es anders geht, zeigt indes die Commerzbank, welche bislang lieber den eigenen Gürtel enger schnallt, anstatt die Kunden für ihre Probleme bluten zu lassen ("The Motley Fool"). Noch naheliegender ist für viele mittlerweile ein Umstieg auf onlinebasierte Direktbanken, welchen es ein Leichtes ist, die Kostenlos-Kultur auch weiterhin aufrecht zu erhalten.

 

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