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DAX - Candlesticks Langfristig Chancen im DAX?

19.04.2017, 09:00  |  2951   |   |   

Der DAX mit den jüngsten Rücksetzern wieder an der 12.000. Doch langfristig bestehen durchaus noch Chancen, solange der Index nicht unter 11.850 Punkten zurückfällt. So konnte der DAX in den vergangenen Monaten gut ansteigen. Seit dem erfolgreichen Test der runden 9.000 Punkte im Februar 2016 sowie einer nachfolgenden Bodenbildung mit Ausbruch aus einem Abwärtstrend Ende 2016 zeigt das Börsenbarometer für den langfristigen Investor nach oben. Hierbei wurde noch im Februar 2016 mit einer Monatskerze, die nur einen kleinen schwarzen Kerzenkörper mit Lunte aufweist, ein seit 2009 bestehender langfristiger Aufwärtstrendkanal bestätigt. Dessen Schwankungsbreite, definiert durch die Tops im Jahre 2010 und 2011, gibt hierbei im „Best-Case-Szenario“ die Kursziele vor. Da erst im April 2015 die obere Begrenzung des langfristigen Aufwärtstrendkanals erreicht wurde und somit auch die Annahme einer fortgesetzten, breiten Pendelbewegung innerhalb des Trendkanals bestätigt wurde, kann somit bei neuen Hochs im DAX von weiterhin kräftig steigenden Kursen ausgegangen werden. Zugewinne nach der US-Präsidentschaftswahl vor allem im Dezember 2016 in Form einer langen weißen Monatskerze stützen hierbei den Markt.

Trendbestätigend

Ausgehend von dem langfristigen Aufwärtstrendkanal und dessen Schwankungsbreite bestünde so die Chance, in den kommenden Monaten selbst bis 17.000/18.000 Punkten vorzustoßen. Ziel ist hierbei die obere Begrenzungszone des Aufwärtstrendkanals in den Monatskerzen. Dieses sehr positive Szenario wird noch unterstützt von der langfristigen Pendelbewegung seit dem Frühjahr 2015 bis Ende 2016. Der Kursverlauf kann hierbei unter „Freiheitsgraden“ in der Definition des Kursmusters als fallendes Dreieck interpretiert werden. Mit Ausbruch aus dieser Formation Ende 2016 kann die Breite des Dreiecks als Kursziel rechnerisch oder grafisch an das Ausbruchsniveau abgetragen werden. Somit wäre auch dieser Sicht ein Ziel von ca. 14.800 bis 15.000 Punkten ableitbar. Die jüngsten Monatskerzen sind zudem noch trendbestätigend. Die Grundstimmung im Markt ist bullish. Die letzten vier weißen Monatskerzen lassen noch keine Euphorie im DAX erkennen, der Markt klettert eher skeptisch aufwärts. Somit ist – auch aus Sicht der mittel- und kurzfristigen Perspektive der Wochen- und Tageskerzen der japanischen Charttechnik, den Candlesticks – noch keine Übertreibung im Markt nach oben festzustellen. Auch das Umsatzverhalten deutet noch nicht auf eine Phase der „Distribution“, der Umverteilung hin.

April mahnt zur Vorsicht

Lediglich der aktuelle Verlauf im April 2017 mahnt zur Vorsicht, da bislang Gewinnmitnahmen überwiegen. Diese traten zudem an einem ersten Kursziel nach Break des von April 2015 bis Oktober 2016 laufenden Abwärtstrendkanals auf. Nach Break dieses auch als korrektiven Abwärtstrendkanals interpretierbaren Trends (da dieser innerhalb des langfristigen Aufwärtstrendkanals auftrat, ist der Abwärtstrend als langfristige Korrektur zu betrachten) konnte dessen Schwankungsbreite nach oben zur Kurszielableitung gespiegelt werden. Dieses Ziel ist jedoch im April mehr oder weniger erreicht und somit abgearbeitet worden. Da andererseits aber der DAX nun im Bereich einer Widerstandszone und kurz vor seinem bisherigen Allzeithoch notiert, ist eine Pause am erreichten Niveau als normales Marktverhalten einzuschätzen.

Politische Unsicherheit

Zudem sind die Märkte derzeit geprägt von Unsicherheit. Sowohl die Entwicklung der US-Politik unter Trump als auch der Syrienkonflikt sowie das Säbelrasseln in Nordkorea und letztlich die anstehenden französischen Parlamentswahlen am kommenden Wochenende deckeln die Kauflaune der Anleger. Ein absehbarer Sieg von Macron im Mai könnte den DAX jedoch aus seiner gegenwärtigen Seitwärtsphase reißen und ein prozyklisches Kaufsignal auslösen mit erstem Ziel bei ca. 12.600/700 Punkten. Negativ hingegen wäre ein Fall unter das März-Tief bei 11.850 Punkten per Wochen- oder Monatsschlusskurs.

Ein Test der Januar- und Februar-Tiefs im Bereich 11.400 Punkten wäre sodann einzukalkulieren – hier wäre allerdings mit kräftiger Unterstützung zu rechnen. Wider Erwarten negativ wäre jedoch auch ein Bruch der 11.400 Punkte per Wochen- oder Monatsschlusskurs sowie vollends kritisch ein Fall unter das Tief der letzten langen weißen Monatskerze vom Dezember 2016 bei 10.400 Punkten. Die langfristige, seit 2009 bestehende Aufwärtstrendlinie könnte in diesem aktuell jedoch wenig wahrscheinlichen Szenario unter Beschuss geraten.

Euro und Zinsen stützen

Aus Sicht der langfristigen Perspektive hat der DAX mehr Chancen als Risiken zu bieten und kurzfristige Rücksetzer dürften unter lang- bis mittelfristigen Perspektiven eher aufgefangen werden. Unterstützt werden könnte die Entwicklung im DAX zudem von einem eher schwächeren Euro. Charttechnisch zeigt sich der Euro im Kursverlauf des Währungspaares Euro/US-Dollar erst kürzlich mit einem Fehlausbruch, einer Bullenfalle, aus einem symmetrischen Dreieck. Dies impliziert weiter nachgebende Kurse im Euro. Und auch der Blick auf die Zinslandschaft lässt mit den jüngsten Zugewinnen im Bund-Future und fallenden Renditen auf ein weiterhin niedriges Zinsumfeld schließen. Hiervon könnte der Aktienmarkt in kommenden Monaten gestützt werden.

Ihr Stefan Salomon

Chartanalyst wallstreet-online.de

 

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Hinweis: Die Analyse wurde von Stefan Salomon mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit der in der Analyse enthaltenen Aussagen, Prognosen und Angaben wird jedoch keine Gewähr übernommen. Der Inhalt dient lediglich der Information und beinhaltet keine Vermögensberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von CFD, Aktien oder anderen Finanzprodukten. Die Analysen dienen nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Eine Angabe von Kurszielen, potenziellen Kauf- oder Verkaufssignalen dient lediglich der Information und dient der Veranschaulichung entsprechend der Methodik der Chartanalyse. Die in den Beiträgen von Stefan Salomon besprochenen Werte können für den einzelnen Anleger je nach dessen Risikoprofil und finanzieller Lage nicht geeignet sein. Erklärung nach §34b Abs 1 WPHG: Der Autor erklärt, dass er zum Zeitpunkt der Erstellung des Beitrags in dem in diesem Beitrag besprochenen Wert/Werten investiert ist, direkt oder indirekt durch Finanzinstrumente. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenkonfliktes. Charts: www.tradesignalonline.com, www.equis.com, www.bsb-software.de.

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