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Die Börsengeschichte von Goldman Sachs: So stieg die Investmentbank zum König der Wall Street auf

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
20.04.2017, 10:00  |  431   |   |   

Goldman Sachs (WKN:920332) hat eine lange Geschichte, die fast anderthalb Jahrhunderte zurückreicht. Wie viele Investment-Firmen hatte Goldman Sachs ursprünglich die Rechtsform einer Partnerschaft. Es war erst im Jahr 1999, als sich Goldman entschied, an die Börse zu gehen und Aktien im Wert von fast 4 Mrd. US-Dollar an die Öffentlichkeit zu verkaufen. Damals war dies der zweitgrößte IPO der Börsengeschichte. Seitdem ist Goldman immer stärker geworden. Die Firma trotzt Stürmen, stellt seine Dominanz in der Welt der Investmentbanken unter Beweis und zerstört schwächere Wettbewerber. Heute ist Goldman Sachs die einflussreichste Aktie des Dow Jones Industrial Average (WKN:969420), und Investoren glauben fest, dass die Zukunft des Investment-Giganten riesig ist.

Die Geschichte der Goldman Sachs Aktie

Goldman Sachs Börsengeschichte sieht angesichts der Turbulenzen, die die Finanzwelt in den vergangenen 20 Jahren durchgemacht hat, so aus, wie man sie erwarten würde. Nach dem Börsengang der Bank schossen ihre Aktien in die Höhe und ritten auf einer Welle der Begeisterung über den Technologie-Boom und den daraus resultierenden Möglichkeiten, die sich Investmentbanken in der Beratung einer ganzen Reihe neuer Unternehmen öffneten. Doch der Bärenmarkt von 2000 bis 2002 sowie der Terroranschlag vom 11. September schufen eine Ungewissheit, die dazu führte, dass die Aktie den Großteil ihres Kursgewinns der frühen 2000er Jahre wieder verlor.

GS DATA BY YCHARTS.

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Die starke wirtschaftliche Erholung Mitte der 2000er Jahre eröffnete Goldman neue Möglichkeiten, aufzublühen. Und das Unternehmen nutzte diese Chance wie kein Zweiter. Gerade der Immobilienboom war für Goldman ein Höhepunkt – nicht nur deswegen, weil die Investmentbank während dieser Aufschwungphase an der wirtschaftlichen Expansion teilhaben konnte, sondern auch, weil das Unternehmen kluge Maßnahmen vor der anschließenden Immobilienkrise traf. Obwohl die Bank jede Menge Kritik für ihren Umgang mit internen Investitionsanforderungen und potenziellen Interessenskonflikten zwischen vielen seiner Kunden einstecken musste, war Goldman so vor der sich anbahnenden Krise besser positioniert als die viele andere Banken.

Die Finanzkrise überstehen

Letzten Endes wurde aber auch Goldman von der Finanzkrise getroffen. Zwischen Ende 2007 und seinem Tiefststand von 2008 verlor die Aktie zwei Drittel ihres Wertes. Der Investment-Riese wandte sich an Warren Buffett um Hilfe, der der Bank dann im Tausch für Optionsscheine und Vorzugsaktien 5 Mrd. US-Dollar an dringend benötigtem Kapital bereitstellte. Goldman stimmte zu, auf Vorzugsaktien eine Dividende von 10 % auszuschütten – ein hoher Preis, der aber zeigt, wie groß der Mangel an Investitionskapital während der Finanzkrise war.

Im Jahr 2011 hatte Goldman Sachs Buffetts Kapital vollständig zurückgezahlt und seine Vorzugsaktien mit einem Aufschlag zurückgekauft. Einige Jahre später löste Goldman Buffetts Optionsscheine ein, wodurch das Orakel von Omaha eine Beteiligung von 13 Mio. Aktien am Wall-Street-Giganten erhielt.

Bildquelle: GOLDMAN SACHS.

Goldman auf dem Weg nach vorne

Es dauerte eine ganze Weile, bis Investoren den Konjunkturoptimismus mit Goldman teilten. Dass die Bank jahrelang mit einem Abschlag gegenüber ihrem materiellen Buchwert gehandelt wurde, spiegelte die Skepsis der Anleger über die Bewertung von Goldmans Anlagen wieder. Dennoch unternahm Goldman Maßnahmen, um seinen Aktienkurs wieder anzutreiben. Die Bank nutzte seine niedrigere Bewertung, um beachtliche Aktienmengen zurückzukaufen.

Nun, wo es wirtschaftlich wieder aufwärts zu gehen scheint, hofft Goldman, dass sein breit angelegtes Investmentportfolio Früchte tragen wird. Gleichzeitig geben Fusionen und Übernahmen der Investmentbank eine Chance, seinen dienstleistungsbezogenen Umsatz zu steigern. Außerdem könnten bessere Aussichten für den Zinssatz Goldman helfen, seine Gewinnmargen zu erhöhen und eine ausgewogenere Verteilung der Umsatz- und Gewinnzahlen bei seinen Bankgeschäften zu erreichen.

Goldman Sachs stand den gleichen Herausforderungen wie andere riesige Finanzinstitute gegenüber, die nicht nur versuchten, die Finanzkrise zu überstehen, sondern auch danach zu alter Stärke zurückzufinden. Auch wenn Goldman wie viele seiner Mitstreiter in Folge des Immobiliencrashs zu Milliardenzahlungen verpflichtet war, hat Goldman sein Image als elitärer Wall-Street-Player größtenteils wiederhergestellt, und dies sollte dem Unternehmen vorausblickend alle Türen öffnen, um von einer wirtschaftlichen Aufschwungphase zu profitieren.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Dan Caplinger auf Englisch verfasst und am 16.4.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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