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Hier rollen nicht nur Salatköpfe Große Panik: Amazon Fresh könnte Lebensmittelhandel den Dolchstoß versetzen

21.04.2017, 10:25  |  6226   |   |   

Konkurrenz belebt das Geschäft. Dieser alten Binsenweisheit wurde von Christoph Niering, Vorsitzender des Berufsverbands der Insolvenzverwalter in Deutschland, eine Absage erteilt. Laut Niering könnte durch Amazon Fresh eine neue Pleitewelle anrollen. 

Seit einigen Woche ist Amazon Fresh in aller Munde. Der Online-Händler will erneut in die Express-Lieferung von frischen Lebensmitteln einsteigen. Was bislang die etablierten Discounter nicht geschafft haben, will Amazon nun revolutionieren. Beobachter rechneten bislang damit, dass Amazon Fresh in München starten wird, siehe hier

Nun geht die Angst um. Im Interview mit der "Wirtschaftswoche" sagte Christoph Niering: "Angebote wie Amazon Fresh werden das milliardenschwere Lebensmittel-Geschäft über kurz oder lang umpflügen und für zahlreiche Insolvenzen sorgen". Bereits heute seien die Margen im Lebensmitteleinzelhandel extrem niedrig und die neue Konkurrenz könnte Tausende Arbeitsplätze kosten, so Niering.

Demnach traut Niering dem Konzept von Amazon Fresh durchaus einen großen Erfolg zu. Dies ist vor dem Hintergrund, dass Amazon bereits 2010 mit rund 60 Partner-Unternehmen circa 47.000 Lebensmittel angeboten hatte und wenig erfolgreich war, eher verwunderlich. Auch andere Lebenmittelhändler, die bereits über die nötigen Infrastrukturen verfügen, haben in den vergangenen Jahren Bringdienste gestartet. Der Erfolg scheint eher mittelmäßig auszufallen. Erst kürzlich hatte der Discounter Lidl den Start von Lidl Express wieder abgesagt. 

Amazon.com

Laut den letzen Informationen, hatte sich im März 2017 Amazon für das zukünftige Geschäftsfeld Amazon Fresh mit der Post-Tochter DHL verbündet, die die Waren exklusiv ausliefern soll. Bislang wurde der Start von Amazon Fresh in Berlin für April 2017 angekündigt, siehe hier. Dem Unternehmen bliebe somit noch eine Woche.

In den Großstädten wird Amazon Fresh es nicht leicht haben. Ein anderes Konzept könnte schon eher zünden. Vor zwei Wochen verkündete Amazon ein neues Programm mit dem Namen Amazon Fresh Pickup bei 2 Läden in Seattle, wo die Kunden schon bald ihre Lebensmittel online bestellen und sie dann am Drive-in-Kiosk abholen können, siehe hier. Ein Drive-in-Kiosk könnte in den ländlichen Regionen ein Renner werden, jedoch ob sich dieses Konzept kostendeckend kalkulieren lässt, ist ungewiss. Daneben testet Amazon in Amerika noch das Konzept Amazon Go, einem kassenlosen Supermarkt.

Dies und jenseist des Atlantiks werden Lebensmittel weiterhin eine große Herausforderung für Amazon bleiben.

 

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1 Kommentare

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Kommentare

Was soll diese Panikmache (zum wiederholten Mal)?

>>> Laut den letzen Informationen, hatte sich im März 2017 Amazon für das zukünftige Geschäftsfeld Amazon Fresh mit der Post-Tochter DHL verbündet, die die Waren exklusiv ausliefern soll.

Und was ist dann mit der DHL-Tochter "allyouneed fresh"?
"allyouneed" ohne "fresh" (ehemals "Mein Paket") agiert schon seit längerem als eine Amazon-ähnliche Market-Place-Plattform.

Diese Vereinbarung zw. Amazon und DHL deutet dann also darauf hin, dass sich das Konzept "allyouneed fresh" nicht rechnet. Warum sonst sollte man sich mit einem Mitbewerber verbändeln?

Es gibt übrigens genug Menschen, die auch mal raus wollen und nicht alles am Bildschirm erledigen möchten.
Und das Konzept "allyouneed fresh" ist m. E. auch zu teuer. Jeder kann sich selbst online davon überzeugen.

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