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Interviews: Ufuk Boydak (LOYS AG): „Weitgehend losgelöstes alpha“
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Interviews Ufuk Boydak (LOYS AG): „Weitgehend losgelöstes alpha“

Nachrichtenquelle: Asset Standard
27.04.2017, 00:00  |  1689   |   |   

Im Interview mit Asset Standard erklärt Ufuk Boydak die Strategie des LOYS Global L/S und wie dieser sich von Multi-Asset-Produkten abgrenzt.

Die Kombination aus fundierter Einzeltitelanalyse und einer marktbreiten Absicherungsstrategie soll Investoren des LOYS Global L/S Fonds ruhig schlafen lassen. Im Interview mit Asset Standard erklärt Portfoliomanager Ufuk Boydak, wie die Strategie funktioniert.

Asset Standard: Ihr LOYS Global L/S Fonds will Anlegern ein defensives Investment bieten. Wie funktioniert Ihr Ansatz?

Ufuk Boydak: Wir bei LOYS haben uns im Bereich der Aktienselektion über zwölf Jahre einen Namen gemacht. Die Auswahl guter Unternehmen und attraktiv bewerteter Aktien ist Kern unserer Investment-Produkte. Da liegt es nahe, diese Stärken auch für ein defensives Produkt einzusetzen. Beim LOYS Global L/S investieren wir in Aktien mit einem Schwerpunkt auf Industrieländer, sichern aber einen Teil des Portfolios ab, um für unsere Kunden ein defensives Risikoprofil zu erreichen. Kern unseres Ansatzes bleibt es aber, gute Unternehmen zu identifizieren, die ihre jeweilige Benchmark outperformen. Bei steigenden Notierungen partizipieren wir also an den Renditen der Aktien und bei einem fallenden Gesamtmarkt erzielen wir Renditen aus der Absicherung.

Wie grenzen Sie sich von Multi-Asset-Ansätzen ab, die ebenfalls ein defensives Investment versprechen?

Unser Produkt ist damit nicht vergleichbar. Der Multi-Asset-Gedanke geht davon aus, dass es zwischen unterschiedlichen Anlageklassen Diversifikationseffekte gibt. Dies stimmt häufig nur während ruhiger Marktphasen. In schwierigen Zeiten steigt die Korrelation oft, das heißt, eigentlich gegenläufige Asset-Klassen wie z. B. Renten und Aktien bewegen sich in dieselbe Richtung. Ein Phänomen, das wir in letzter Zeit häufig sehen. Bei uns ist das anders. Wir sichern Aktien mit Aktien ab und müssen uns über Korrelationen keine großen Sorgen machen. Natürlich kann es bei Einzelwerten immer auch zu größeren Kursverlusten kommen, doch liegt unser Netto-Aktien-Exposure zwischen zwanzig und vierzig Prozent und damit in einem Bereich, in dem sich Verluste gut kontrollieren lassen. Unser Anspruch ist es, sowohl Volatilität als auch Maximum Draw-down einstellig zu halten.

Wie genau funktioniert Ihre Absicherungsstrategie?

Während wir bei unseren Long-Investments streng auf Einzelwerte setzen, sichern wir diese über Short-Positionen auf korrespondierende Indizes ab. Besonders wichtig ist uns dabei, dass wir diese Absicherungs-Positionen nur auf Märkten eingehen, auf denen wir auch über Einzeltitel engagiert sind. Wir isolieren auf diese Weise unsere Selektionsleistung und bieten Anlegern weitgehend losgelöst von Markteinflüssen Alpha.

Sie haben ein internationales Anlageuniversum. Schöpfen Sie alle Möglichkeiten aus oder gibt es Grenzen – beispielsweise in Schwellenländern?

Wir sind Pragmatiker und wollen uns sämtliche Möglichkeiten offen lassen. Tatsächlich investieren wir neben Large Caps auch in Nebenwerte. Schwellenländer gehören in der Tat weniger zu unseren bevorzugten Investitionszielen. Hintergrund sind die damit verbundenen Risiken. Ich denke dabei neben politischen Risiken auch an Währungsrisiken, die nur sehr teuer abzusichern sind. Damit diese Risiken kompensiert werden, müssten die Unternehmen aus diesen Märkten noch viel geringer bewertet sein. Wir fokussieren uns daher auf etablierte Märkte wie Europa, USA oder auch Japan.

Wie leiten Sie Ihre Investments konkret ab?

Wir pflegen eine eigene Datenbank, die rund 3.000 Unternehmen umfasst. Hinzu kommen Informationen aus anderen Quellen, wie beispielsweise Bloomberg. Anhand dieser Quellen treffen wir eine Vorauswahl. Diese Ergebnisse durchlaufen anschließend unser LOYS-Bewertungsmodell. So finden wir heraus, ob sich ein Unternehmen für eine noch tiefere Analyse qualifiziert. Im nächsten Schritt gehen wir tief ins Detail, sprechen Analysten, treffen das Management und prüfen ein Unternehmen auf Herz und Nieren. Am Ende fließen diese Erkenntnisse wieder in unser Bewertungsmodell ein. Erst dann beantworten wir uns die Frage, ob sich eine Aktie für unsere Strategie eignet oder nicht. Dieser mehrstufige Prozess kann sich über Wochen hinziehen.

Wie viele Titel haben Sie im Fonds?

Zwischen sechzig und achtzig Aktien haben wir im Portfolio. Der Wert kann aber auch schwanken. Beispielsweise bauen wir Positionen in mehreren Tranchen auf. Haben wir die erste Tranche investiert und steigt der Kurs über unser Einstiegsniveau, verbleibt die Position trotzdem im Depot. Ähnlich ist es bei Teilverkäufen sobald unsere Zielkurse erreicht sind. Neben einem Kern von rund sechzig Titeln haben wir immer noch zehn bis zwanzig Werte im Bestand, die wir gerade kaufen oder von denen wir uns trennen. Man könnte sagen, unser Portfolio atmet.

In den letzten Wochen wird vermehrt das Ende der Qualitätstitel ausgerufen. Aktuell seien Wachstumswerte und Zykliker angesagt. Was entgegnen Sie diesen Stimmen?

Wir sind im laufenden Jahr mit einem Exposure von 25 Prozent 4,5 Prozent im Plus. Ich würde jedem davon abraten, Marktphasen timen zu wollen. Es wird sich auch in Zukunft bewähren, auf Qualität zu setzen. Natürlich gibt es immer auch Phasen, in denen auch andere Investmentstile gute Ergebnisse erzielen. Langfristig macht es sich aber bezahlt, einen guten Ansatz stringent umzusetzen. Das machen wir mit unserem LOYS Global L/S seit Jahren erfolgreich. Dabei ist die Zeit unser größter Verbündeter: Qualität setzt sich am Ende durch!

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