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Rohstoffe Darum sind die Ölpreise auf Talfahrt

Gastautor: Eugen Weinberg
05.05.2017, 11:59  |  4394   |   |   

Energie: Die Talfahrt am Ölmarkt setzte sich auch heute zunächst fort. Der Brentölpreis fiel um weitere 3%, nachdem bereits gestern ein Rückgang um 5% zu Buche stand. Seit Wochenbeginn belaufen sich die Verluste bei Brent und WTI auf bis zu 10%. Die Ölpreise stehen damit vor dem größten Wochenverlust in diesem Jahr. Im Tief fiel Brent in der Nacht
bis auf 46,7 USD je Barrel, WTI unter 44 USD je Barrel. Bei Brent entspricht dies dem niedrigsten Stand seit dem Tag der letzten OPEC-Sitzung Ende November, bei WTI sogar seit Mitte November. Alle Gewinne seit dem Kürzungsbeschluss der OPEC und einiger Nicht-OPEC-Länder sind also zunichte gemacht. Einen spezifischen Auslöser für den gestrigen Ausverkauf gab es nicht. Allerdings hatten sich die Ölpreise an dem Preisrutsch bei den anderen Rohstoffen am Tag zuvor nicht beteiligt, so dass hier noch Nachholpotenzial bestand, zumal sich auch der allgemeine Ausverkauf an den Rohstoffmärkten gestern fortsetzte. Eine wichtige Rolle dürfte auch der Rückgang unter die psychologisch wichtige Marke von 50 USD und unter das März-Tief gespielt haben, was Anschlussverkäufe ausgelöst haben dürfte. Mittlerweile ist der Preisrückgang übertrieben, so dass wir mit einer Stabilisierung und einer Gegenbewegung rechnen. Die Nachrichtenlage war zuletzt besser als die Stimmung. Die Lagerbestände in den USA sind im April gegen den saisonalen Trend gefallen und eine Verlängerung der OPEC-Produktionskürzungen wird mit dem Preisrückgang wahrscheinlicher. Zudem dürften viele US-Schieferölproduzenten bei einem Preisniveau von deutlich unter 50 USD nicht mehr profitabel sein.

Produktideen auf Brent-Öl:
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE8T9H Classic Turbo Bull Brent-Öl Future 8/2017 Hebel 10,6
CV01RN Classic Turbo Bear Brent-Öl Future 8/2017 Hebel 13,2

Edelmetalle: Gold fiel trotz eines abwertenden US-Dollar bis auf 1.225 USD je Feinunze. Gold in Euro gerechnet stand aufgrund der Währungsentwicklung noch stärker unter Druck,
so dass es ein 3-Monatstief von unter 1.120 EUR je Feinunze markierte. Denn bei der Stichwahl in Frankreich am Sonntag rechnet der Markt fest mit einem Sieg des markt- und
EU-freundlichen Präsidentschaftskandidaten Macron. Sollte der US-Arbeitsmarktbericht, der heute Nachmittag veröffentlicht wird, gut ausfallen, könnte Gold weiter unter Druck geraten. Denn dies würde eine baldige nächste Zinserhöhung der US-Notenbank Fed wahrscheinlicher machen. Die globale Goldnachfrage ist gemäß Daten des World Gold
Council (WGC) im ersten Quartal gegenüber Vorjahr deutlich gefallen, was auf eine stark rückläufige Investmentnachfrage zurückzuführen ist (siehe TagesInfo Rohstoffe von
gestern). Die Goldnachfrage in den beiden größten Konsumentenländern, China und Indien, legte allerdings merklich zu. In China stieg sie demnach um 8% auf 282 Tonnen, in Indien
sogar um 15% auf 124 Tonnen. Für China erwartet der WGC im Gesamtjahr 2017 unverändert eine Goldnachfrage von 900-1.000 Tonnen, für Indien von 650-750 Tonnen. Neben dem Rückgang der gesamten Goldnachfrage berichtete der WGC von einem starken Rückgang des Goldangebots (-12% gegenüber Vorjahr). Während die Minenproduktion stabil blieb, ging das Angebot an Altgold deutlich zurück (-21%). Allerdings war die Vergleichsbasis aufgrund des damaligen starken Preisanstiegs außergewöhnlich hoch.

Produktideen auf Gold:
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD7FE6 Clasic Turbo Bull Gold Hebel 10,0
CE2L7F Clasic Turbo Bear Gold Hebel 10,8

Industriemetalle: Wie das International Stainless Steel Forum schon Ende März berichtete, ist die globale Edelstahlproduktion 2016 im Vergleich zum Vorjahr um gut 10% auf 45,8 Mio. Tonnen gestiegen. Dies war hauptsächlich auf China zurückzuführen, wo die Produktion um fast 16% ausgeweitet wurde. Das auf die Analyse der Stahlmärkte spezialisierte Research-Institut MEPS schätzt nun, dass in diesem Jahr rund 47,5 Mio. Tonnen Edelstahl weltweit produziert werden, was abermals einen Rekordwert darstellen würde. Im Jahresvergleich entspräche dies noch einem Anstieg um 3,7%, womit die Dynamik deutlich nachlassen würde. Vor allem in China wird laut MEPS eine weitere starke Ausweitung der Produktion gebremst, da in vielen anderen Ländern Anti-Dumping-Maßnahmen ergriffen wurden, die den Export von chinesischem Edelstahl beeinträchtigen. In anderen wichtigen Edelstahl produzierenden Ländern bzw. Regionen soll die Produktion laut Einschätzung von MEPS in diesem Jahr um 1-2% gesteigert werden. Die International Nickel Study Group ging letzte Woche in ihrer Einschätzung zur Marktlage ebenfalls von einer nachlassenden Dynamik der Edelstahlproduktion aus, wodurch die Nickelnachfrage weniger stark zunehmen dürfte. Diese trifft zudem nach der politischen Entwicklung auf den Philippinen und der Lockerung des Exportverbots in Indonesien auf einen unseres Erachtens wieder besser versorgten Markt. Dies dürfte einem nachhaltigen Anstieg des Nickelpreises entgegenstehen.

Produktideen auf Kupfer:
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE4PM0 BEST Turbo Bull Kupfer-Future Hebel 9,7
CR5VPC BEST Turbo Bear Kupfer-Future Hebel 5,2

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Gastautor

Eugen Weinberg
Leiter Rohstoffanalyse, Commerzbank AG

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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