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Alle gegen Rechts ! Teil 5 Frankreich

Gastautor: w:o Gastbeitrag
07.05.2017, 17:21  |  1537   |   

Den 1. Teil haben die Guten beim Brexit doch irgendwie “arrogant” verschlafen, insofern war das zwar eine Überraschung aber kein Kampf. Haben wirklich nur die Dummen und Abgehängten für den Brexit gestimmt ? In vielen Industriehochburgen der Autoindustrie, allen voran Crewe, wo Bentley 4.500 Menschen mit Familien beschäftigt, komischerweise auch. Was haben die sich nur gedacht ? Für viele Briten scheint die Personenfreizügigkeit der EU doch mehr Probleme mit sich zu bringen, als die Waren-, Dienstleistungs- und Zahlungsverkehr-Freiheiten an Vorteile ? Bis jetzt ist UK, allen voran England, noch nicht untergegangen, auch wenn das so sein muß, denn sonst hätten die EU-Kraten ein Erklärungsproblem. An den Ursachen für den Rechtsaufschwung dezent zu drehen kommt aber leider nicht in Frage, denn Prinzipien gehen vor Anpassungen. Wie man mit Abtrünnigen umgeht, konnte man die letzten Monate beobachten und vielleicht lässt das so machen Wähler in Frankreich auf ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende zielen.   

In den USA, dem 2. Teil,  wurde dann schon mit der geballten intellektuellen Macht gegen Trump gekämpft, aber die “Fly-Overs” von der US-West- und Ostküste, die mit dem Rest-Amerika so viel zu tun haben wie der zugereiste weltoffene Kapstädter mit Afrika, schafften doch nicht die Mehrheit der Wahlmänner. Das Ergebnis von 8 Jahren liberalen Obama, dem Kampf für die totale Freiheit und Toleranz, allerdings mit unzähligen Kriegen in der Welt, ist leider: Trump.

Im zweiten Europäischen und insgesamt 3. Teil des Fights “Alle gegen Rechts” erstaunt der Ex-Grüne Alexander van der Bellen gegen Norbert Hofer von der FPÖ in Österreich. Galt es auch hier “Rechts” zu verhindern, sind die etablierten Parteien durch den Druck der Realität inzwischen so weit “rechts” gelandet, z.B. in der Zuwanderungs- und Grenzkontroll-Frage, dass sich die FPÖ um ihre Identität betrogen sieht. Was man bekommt, wenn ein Kandidat einen anderen Kandidaten verhindern soll, treibt sogar Touristen aus den USA in Tirol zum Kopfschütteln. Ist es wahr, das euer Bundespräsident “alle” Frauen dazu ermuntern will, aus Solidarität mit den Muslima, auch ! Kopftuch zu tragen ? Ja, ist es. Ob Österreicher demnächst ihr Vieh wieder auf der Straße mit Taschenmesser schächten oder die Vielweiberei aus Solidarität mit arabischen Männern beworben wird, ist noch nicht zur Diskussion gestellt. “You get what you voted for”.

In Holland, Teil 4. der Saga, hat man die Rechten weggeklatscht. Juhu; aber warten Sie: im Wahlergebnis haben die Rechten von Wilders nur 13% der Stimmen, sind aber mit 20 Sitzen die zweitgrößte Partei im Parlament. Nach dem Totalabsturz der Sozialdemokraten von 38 auf 9 Sitze bleibt nur noch eine Summe von Splitterparteien um “konservativ, de facto rechts” zu verhindern. Wahlgewinner Rutte dürfte den gleichen Druck wie Österreichs Kanzler Kern (SPÖ) spüren, näher an der Realität zu regieren, sonst droht das vorzeitige aus. Bunter wirds wohl in den Niederlanden nicht mehr werden.

Und Deutschland ? Hier hat ein Volk, allen voran die Eliten, derweil jeden Bezug zur Realität verloren. Nachdem u.a. Franz Beckenbauer als Macher des Sommermärchens 2006 undankbar zerlegt wurde, widmet sich die Journaille nun einem weiteren Protagonisten des Sommermärchens. Mit seinem alten Lied “Dieser Weg” hat Xavier Naidoo wohl geahnt, dass Deutschland schwierigen Zeiten entgegengeht. So wagt er es mit seinem neuen Album “MannHeim” die allgemeine Integrationsbegeisterung und Vorgehensweise der Regierung und ihre Erfüllungsgehilfen in Frage zu stellen. Richtungsstreitereien zwischen Intellektuellen haben immer etwas besonders Erheiterndes. So sollte Naidoo eigentlich wissen, dass eine bestimmte Klientel in Deutschland, nämlich die die auch den Bundespräsidenten in geheimer Wahl abnicken, jedoch vorher von Merkel & Co. bestimmt, festlegt was demokratisch und korrekt ist und was nicht. So darf Böhmermann den Türkischen Präsidenten Erdogan einen “Schafficker” nennen und der NDR die neue Co-Vorsitzende der AfD, Frau Weidel, eine “Nazi-Schlampe”, während die Texte Naidoos anti-demokratisch, anti-semitisch und vieles mehr sind. Die Bild-Zeitung ist wiedermal derart entsetzt, dass sie zum Aufschrei aufruft, allerdings nur in Bild+, wo man für den Aufschrei zahlen muß, und ganz nah neben den wichtigsten Themen der Republik: was machen die Lombardis und wie gehts bei DSDS, wahlweise GNTM, weiter ?

Fast schon putzig ist die schon verzweifelte Feststellung von Die Welt, dass die bewaffneten Übergriffe von Rechten in Deutschland gegen Flüchtlinge in 2016 von 30 auf 79 Fälle gestiegen sind. Jeder Fall ist natürlich sehr bedauerlich und muß von den Medien gewürdigt werden. Die Einordnung, wie man das im Verhältnis zu den 142.500 (hundertzweiundvierzigtausendfünfhundert !) Übergriffen von Migranten auf Bundesbürger, laut BKA, alleine im 1. Halbjahr 2016 bewerten muß, entfällt ? Das sind aber ca. 791 Fälle pro Tag !!! Also genau Faktor 10, wie oben, aber pro Tag !! Schön, dass die FAZ die Massenvergewaltigungen in Indien aufgreift und sich ebenso empört, wenn auf facebook die Diskutanten die Parallelen zu Deutschland ziehen. Es gibt keine Massenvergewaltigungen in Deutschland und schon gar nicht mit Todesfolge, so die FAZ. In Indien waren es vier ! Täter bei einem spektakulären Fall. Googeln sie die Anzahl der Fälle in Deutschland und fragen Sie sich ab wann handelt es sich bei einer Vergewaltigung eigentlich um eine Masse ? ab 2,3,4,5.. ? Ist es für das Opfer nicht egal und das Leben so oder so im Eimer ? Die FAZ bleibt eine Antwort schuldig; sie weiß warum.  

In Köln demonstrieren die bunten Eliten mit Kindern und dem Karnevals-Klüngel gegen die AfD; das kann man machen. Wieso demonstriert in Köln aber niemand gegen die LKW-Sperren beim Karneval, die Gewalt rund um Silvester, die Exzesse am Rheinufer und die begeisterten Erdogan-Anhänger in der Stadt und in ganz Deutschland ? Wenn in Freiburg eine Bundesdeutsche Studentin von einem illegalen Flüchtling ermordet wird, demonstrieren Bundesbürger auch gegen die AfD statt gegen Gewalt. Dito auch in Hanau ? Kennen Sie nicht, googeln Sie Hanau und Sie werden erstaunt sein, was sie zu Gewaltausbrüchen und Massenschlägereien dort finden. Bad Godesberg, Freiburg, Stuttgart, Mannheim, Duisburg, Hamburg Jungfernsteg sowieso und viele Städte mehr; überall das gleiche Bild. Selbst Fußballer sehen neuerdings die AfD als Problem das es zu verhindern gilt. Da fragt man sich allerdings, warum Vereine Trainer und manchmal auch Spieler auswechseln, wenn hinten ständig mehr Treffer kassiert werden als vorne geschossen werden; warum gilt hier nicht auch: weiter so ! Jede Wirkung hat eben eine Ursache. Hat ein Fußballer je gegen Gewalt demonstriert ? Wie wäre es übrigens mit Vorschlägen, Ursachen zumindest einzudämmen, wenn sie schon nicht einfach zu lösen sind. Jede Diskussion mit Deutschen Journalisten wird von denen abgebrochen, weil es keine Vorschläge der dummen Populisten gäbe. Sind die Identitätskontrolle vor Zuzug, die Einstellung von de facto Staatsfinanzierungen durch die EZB, die unsinnige Anwendung der Genfer Flüchtlingskonvention, zeitlich befristet eingeführt für Europa nach dem 2. Weltkrieg, auf die ganze Welt, die Anpassung der Zuwanderer an die Lebensverhältnisse des Gastlandes, die Investition in moderne Städte in UN-Protektoraten in Nordafrika und vieles mehr, wirklich keine Vorschläge ? Wo sind die Lösungsansätze der Eliten ?

Alles Übel wird mit dem Populismus begründet, aber gegen die Ursachen des Populismus macht sich komischerweise keiner stark. “Der Populismus ist an allem schuld”; populistischer kann eine Aussage gar nicht sein. “Wir schaffen das” und die “die EU ist alternativlos” sind leere Phrasen von Politikern, die nicht wissen wie, denn mindestens 30% der Nationalisten und FN in Frankreich, 20% der Deutschen, 48% der Österreicher, 100% der Ungarn, Polen, Balkanländer und 51% der Briten, machen beim “Wir schaffen das” nicht mehr mit. Welche Arroganz verhindert also das Gegensteuern derer die wissen dass es so nicht weitergehen kann ?

Ist noch mehr Toleranz, noch mehr Wegsehen und noch weniger Druck auf internationale Organisationen wirklich die bessere Alternative ? Entscheiden im Mittelmeer jetzt NGOs wie es mit der Migration weitergeht oder übernimmt das der Staat und wenn ja welcher und was macht die EU ? Worin unterscheiden sich private Flüchtlingshelfer im Mittemeer von privaten Sicherheits- und Wachdiensten bei Sportveranstaltungen, Events oder gar in Gemeinden ? Wieso organisieren Journalisten Autokorsos für die Freilassung von Deniz Yücel, was zu begrüßen ist, aber kein Autokorso gegen den islamistischen Terror ?

Geht es wirklich um die Rettung der Verfolgten oder um den Aufbau einer schlagkräftigen Truppe im Kampf: Arm gegen Reich ? Ist die naive Duldung des Terrors und Political Correctness dem aktivistischen Deutschem also lieber als Ursachenbekämpfung ?

Dabei müßten die Eliten am Beispiel der Türkei doch sehen was auf sie zukommt.

Verwundert reibt sich der Deutsche auch die Augen angesichts der Aussagen zu NRW, wo ebenso eine Richtungswahl ansteht. NRW verkommt zum “Rost-belt der Republik”, NRW das verlorenen Land titelt Die Welt am 4.2.2017 und sogar die Kanzlerin wagt einen Abgesang auf NRW mit NoGo-Zonen, ausufernder Gewalt, überforderter Polizei etc. und jeder weiß, so viel besser ist Berlin, der Norden und der Nazi-Osten auch nicht. Da schwant dem Michel irgendwas Komisches. Erst wurden die Deutschen Energiekonzerne nach Fukushima dem Erdboden gleich gemacht, was noch irgendwie nachvollziehbar war, dann die Banken in den Nachwehen der Finanzkrise zerlegt und nun die wichtigste Industrie, die Automobilindustrie, in der eigenen Unfähigkeit zum Umdenken, politisch zur Schlachtbank geführt. Wann trifft es ihn ? Gleichzeitig fragt sich der Bürger aber auch, warum Deutsche Ingenieure in 25 Jahren Dubai erbauen können aber in Berlin keinen Flughafen ? warum ist die Zugverbindung von München nach Rosenheim einspurig und der Gotthard- bzw. Brenner-Basis-Tunnel vor der Zeit fertig ? Warum hat der Durchschnittsrentner in Österreich 300 Euro mehr im Monat, laut Martin Schulz am Wahltag in Saarland, wenn wir doch das “reichere” Land sind ? 

Zusammenfassend kann man sagen, der Bürger in Deutschland ist nicht glücklich, obwohl es ihm objektiv so gut geht wie noch nie zuvor. Vielleicht liegt es daran, dass er tagtäglich die vielen kleinen und großen Veränderung spürt, die ihm nicht gefallen.

Laut polizeilicher Statistik (PSK) wird jeder 7. in Berlin Opfer einer Straftat pro Jahr !; in München ist es nur die Hälfte. Gehen Sie in Berlin also demnächst Essen, dann sitzt wohl ein Opfer an jedem zweiten 4rer Tisch. Selbst der nicht versierte Statistiker bemerkt, es könnte jederzeit auch ihn treffen. Vielleicht geht es dem Deutschen nicht mehr nur um die Sicherheit am Arbeitsplatz sondern jetzt auch um seine eigenen Sicherheit.

Spaßig kann man hinzufügen, dass eine Studie vor kurzem wieder die glücklichsten Länder der Erde ermittelt hat. Mit Island, Norwegen und Neuseeland sind drei Länder top, die nicht gerade für buntes Multi-Kulti stehen; schon gar nicht kulti. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Wenn also Berlin und Köln und der Rest der europäischen Metropolen noch bunter werden sollen, wo sind dann die Verfolgten aus Venezuela (Bürgerkrieg), Mexico (Banden-/Drogenkriege), der Ukraine (Russland-Krieg), der Krim (Besetzung durch Russland), Indien (Vergewaltigungsopfer), koptische Christen aus Ägypten (werden dort verfolgt),  und viele Benachteiligte mehr ?

Aber wie soll man mit Eliten diskutieren, die oben beschriebenen Irrsinn für normal halten, das Abitur von Mathematik befreien (Grüne in Hamburg) und das Schreiben nach Hören einführen wollen (Grüne und Linke in Berlin und Schleswig-Holstein). Es braucht daher auch keine Diskussion zur Leitkultur mehr, denn wo keine Kultur mehr ist, kann auch nichts mehr leiten.

In riesen Schritten bewegt sich also eine führende Wirtschaftsnation auf das Niveau der Neubürger zu. Zusätzlich muß man wissen, dass in den Jahren 2004-2013, also noch vor der Migrationskrise, ca. 1,5 Millionen Deutsche ihr Land verlassen haben; selbstredend Akademiker und top-Ausgebildete, denn sonst kämen diese ja in kein Zielland wie die Schweiz, USA, Canada, UK etc. hinein. Die Welt titelte am 10.3.2015: “Deutschlands Talente verlassen in Scharen das Land”. Diese Schlagzeile wäre heute wohl undenkbar. Es braut sich also was zusammen in Good Old Germany, denn im Wesentlichen werden diese eigenen Talente durch junge afrikanisch/arabische Männer ersetzt. Wie sich damit das Gesellschaftsbild und Wahlergebnisse verändern, so fordern die Grünen Kommunales Wahlrecht für alle, dürfte klar sein.

Beim Stand von 2 zu 1 für die Rechten, ich zähle Österreich und die Niederlande als halbe Portion im Verhältnis zu UK und USA, kommen wir zum heutigen, vorläufig letzten Showdown in Frankreich, dem 5. Teil der Saga: Alle gegen Rechts !

Auch hier haben die Dummen und Abgehängten der gesamten Cote d`Azur, den Departements südlich von Rheinland-Pfalz, der gesamten französischen Seite zur Deutsch-Schweizer Grenze, wo man u.a. auch in der Basler Chemie arbeitet, LePen gewählt. In den toleranten Hochburgen, z.B. auch in Paris und Lyon natürlich nicht. Wer selbst einmal mit dem Auto die Pariser Stadtautobahn gefahren ist, weiß warum: Banlieues wohin das Auge reicht. Ob dort die Toleranz und Weltoffenheit herrscht, die sich der Intellektuelle u.a. in den Deutschen Redaktionen, auf der Champ-Elysees und im Bataclan so wünscht, möchte ich bezweifeln. Auch wenn die Polizei die NoGo-Areas in Marseille und Nizza-Nord im Zuge der EM 2016 vielleicht wieder zurückerobert hat, sind die Altstädte von Nizza, Lyon, Montpellier etc. schon längst nicht mehr die Schmelztiegel die man gerne hätte; es herrscht Eintönigkeit.

Ich hoffe dass Macron die Wahl gewinnt, er die Maßnahmen umsetzt die es braucht um die heutige EU zu reformieren, die Allmacht der Deutschen Kanzlerin in der EU bricht, den de facto Staats-Finanzierungs-Irrsinn der EZB beendet, einen ideologiefreien Umgang mit Brexit-UK pflegt, zu normalen Verhältnissen mit Russland zurückfindet, das “weiter so” in der afrikanisch/arabischen Massenmigration nach Europa beendet und Frankreich endlich von den wirtschaftlichen Fesseln der Gewerkschaften befreit. Ein prosperierendes Frankreich wäre eine willkommene Balance zur merkelschen Alternativlosigkeit des “Hier und Jetzt”.   

Sollte LePen gewinnen, würde sich jeder Anpassungs-Verweigerer in allen wichtigen Fragen die die dummen 50% der Europäer bewegen, wünschen, er hätte der einen oder anderen Korrektur von Merkels sturem Kurs nur zugestimmt oder diese gar abverlangt, denn dann kommt es ganz hart.      

Wie immer liegt die Wahrheit wohl in der Mitte: Macron wird gewinnen, seine Agenda aber in der Nationalversammlung nicht durchsetzen können und so bekommen wir ein Obama-chen im Nachbarland. Weiter so ! wird dann auch dort die Lösung für die komplexen Herausforderungen der heutigen Zeit sein, allerdings auf höchstem rhetorischen Niveau und in 4 Jahren holt uns dann alle der Teufel. Es stünde dann zumindest 2 zu 2 unentschieden im Schlagabtausch: Alle gegen Rechts ! und im Herbst in Deutschland, hauen wir dann den rechten Populismus endgültig weg; aber dummerweise bleiben die Probleme.

 

Gastbeitrag: Jürgen Popp



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