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5 DAX-Werte, denen keine Krise etwas anhaben kann

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.05.2017, 08:28  |  733   |   |   

Über die letzten Jahre haben vielfältige Krisen zugeschlagen und einst stolze Konzerne mit sich gerissen. Viele DAX-Werte haben sich bis heute nicht vollständig erholt und laufen früheren Hochs hoffnungslos hinterher. Doch es gibt eine kleine, aber feine Auswahl von Unternehmen, die auch bei schlimmstem Unwetter einfach weitergewachsen sind. Wer jetzt eine neue Krise fürchtet, sollte diese in die engere Auswahl nehmen.

Wie die alten Krisen bis heute fast überall zu spüren sind

Von den Kursen aus Dotcom-Zeiten von Anfang der 2000er können Aktionäre der Deutschen Telekom oder von Infineon weiterhin nur träumen, obwohl sich die Kurse in den letzten Jahren jeweils verdoppelt haben. Auch die Finanzdienstleister haben sich zuletzt toll entwickelt. Aber verglichen mit den Kursen von 2008 haben Banken und die Deutsche Börse noch einiges aufzuholen. Die Allianz hat den Finanzkrisen-Einbruch zwar jetzt wieder aufgeholt, aber die Hochs von 2000 erscheinen wie auch bei der Münchener Rück mittelfristig unerreichbar.

HeidelbergCement müht sich redlich, sich vom Einbruch der Bauwirtschaft nach 2008 zu erholen, aber auch eine Kurs-Vervierfachung ist nicht genug. Die Versorger wurden von der Energiewende weggefegt und thyssenkrupp setzte der Einbruch der Stahlpreise zu. Selbst bei den von Verkaufsrekord zu Verkaufsrekord eilenden Autoherstellern liegen die Kurse noch deutlich hinter den Hochs von vor dem Dieselskandal zurück.

Wie wir sehen können, befinden sich zahlreiche DAX-Konzerne noch zumindest mit einem Bein im Krisenmodus. Sie wurden über die letzten zwei Jahrzehnte von einem oder mehreren Schlägen hart getroffen und haben es bis heute nicht geschafft, die Aktionäre wieder so von sich zu überzeugen wie damals auf dem Höhepunkt.

Aber es gibt einige wenige Konzerne, die über alle Widrigkeiten erhaben sind. Auch ihr Aktienkurs ist in Zeiten allgemeiner Marktschwäche eingebrochen, aber die Erholung und neue Höchstkurse folgten immer schon bald darauf. Sollte also jetzt wie von vielen erwartet erneut eine schwere Krise aufziehen, dann dürften Anleger mit solchen Werten noch am besten fahren. Fällt die Krise hingegen aus – und das ist ebenfalls gut möglich – umso besser!

Das sind die krisenfestesten DAX-Konzerne

adidas (WKN:A1EWWW)

Der traditionsreiche Sportausrüster überrascht mich immer wieder. In zwei großen Schwüngen schießt der Kurs seit 2009 geradezu durch die Decke. Mit einer Marktkapitalisierung von über 37 Milliarden Euro hat sich der einst vergleichsweise kleine Konzern in das Mittelfeld vorgearbeitet. Die Erwartungen an die weitere Entwicklung sind hoch, denn das Bewertungsniveau ist nun wirklich anspruchsvoll.

Bisher haben die Herzogenauracher aber immer geliefert, auch wenn es in der Vergangenheit ab und zu starke Ausschläge gab. Die Marke adidas gehört seit Jahren weltweit zu den wertvollsten. Der aufstrebende Konkurrent Under Armour musste hingegen zuletzt Rückschläge verkraften.

BASF (WKN:BASF11)

Ein Fels in der Brandung ist der weltgrößte Chemiekonzern mit seinen legendären Verbundstandorten. Dank seiner eigenen Rohstoffaktivitäten vor allem über die Tochter Wintershall sind die Ludwigshafener gut gegen Schwankungen des Ölpreises abgesichert. Zudem findet BASF durch die Belieferung von vielen Branchen weltweit und ein breites Produktprogramm mit vielen innovativen Speziallösungen immer neue Absatzmärkte, selbst wenn eine Kundengruppe oder Region einmal schwächelt.

Langfristige Aktionäre mussten sicherlich auch mal einen schweren Einbruch der Kurse durchleben. Aber nach spätestens zwei Jahren sahen sie fast immer neue Höchstkurse und das bei regelmäßig steigenden Dividenden. Im ersten Quartal 2017 liefen die Geschäfte ausgezeichnet und die Kriegskasse für Übernahmen und wegweisende Entwicklungs-Projekte ist prall gefüllt.

Beiersdorf (WKN:520000)

Tesa, Hansaplast und Nivea: 3 Marken, die in kaum einem Haushalt fehlen – und das nicht nur in Deutschland, sondern bald fast überall auf der Welt. Beiersdorf hat seine Reichweite systematisch ausgebaut und erfolgreich neue Produktvarianten auf den Markt gebracht. Im Nachgang von Dotcom- und Finanzkrise mussten Aktionäre Geduld beweisen, aber nach spätestens fünf Jahren wurden jeweils alte Höchststände überwunden.

Zuletzt lief vor allem die Klebmittelsparte ausgezeichnet. Insbesondere Kunden aus der Elektronik- und Autoindustrie setzen wieder verstärkt auf die Produkte der Hamburger. Obwohl Beiersdorf ein lausiger Dividendenzahler ist, honorieren die Aktionäre die gute Geschäftsentwicklung und haben die Bewertung auf über 23 Milliarden Euro getrieben. Das ist etwa dreimal so viel wie beim Zwischentief von 2009.

Fresenius (WKN:578560)

Auch der Gesundheitskonzern bezahlt keine berauschenden Dividenden, aber dafür mit unerreichter Zuverlässigkeit. Die einbehaltenen Gewinne werden zudem gut in den Ausbau der Geschäfte investiert. Auch die zuletzt vorgelegten Zahlen waren ausgezeichnet. Kein Wunder, kennt der Chart seit langem nur eine Richtung.

Nur zwei kleine Dellen rund um 2002 und 2009 dämpften den kräftigen Aufstieg in die weltweite Spitzenliga. Die mittlerweile fast 44 Milliarden Euro Börsenwert des stiftungsgeführten Konzerns sind beeindruckend, da kommt selbst die Post nicht hinterher. Ähnlich erfolgreich ist die Tochter FMC, welche aber vor allem in den frühen 2000er-Jahren etwas länger zu kämpfen hatte. Schlagzeilen machten beide in den letzten Monaten durch mehrere Übernahmen, darunter die milliardenschweren Zukäufe der Akorn-Generika und der Quirónsalud-Kliniken.

Henkel (WKN:604843)

Der Persilkonzern machte nach dem starken Anstieg bis 1998 eine sehr lange Seitwärtsphase durch. Aber seit dem Zwischentief von 2009 geht es richtig ab. Wundermann Kasper Rorsted, auf dem heute die Hoffnungen der adidas-Aktionäre ruhen, entwickelte Henkel ausgezeichnet weiter und fädelte eine Reihe von strategischen Zukäufen ein. Der Kurs versechsfachte sich in nur sieben Jahren.

Henkel gilt seit Jahren als eines der besten Unternehmen in den verschiedensten Kategorien. Offenbar finden die Düsseldorfer immer wieder die richtige Balance. Diese hohe Zuverlässigkeit und stetig steigende Dividenden sind den Aktionären nicht zu Unrecht über 50 Milliarden Euro wert.

Und sonst?

Auf Rekordständen befinden sich auch die beiden um die DAX-Krone kämpfenden Software- und Technologiekonzerne Siemens und SAP. Allerdings haben die Aktionäre in der Vergangenheit ganz schön wilde Achterbahnfahrten durchmachen müssen. Aufwärts gerichtet ist auch der Chart des Immobilienriesen Vonovia, aber die Historie ist etwas kurz, um die Robustheit beurteilen zu können.

Die obige Auswahl zeigt, dass starke Konsummarken und Themen wie Gesundheit und innovative Spezialchemie für langfristige und risikoscheue Investoren erste Wahl sind. Diese Unternehmen haben eine ausgezeichnete Marktstellung, diversifizierte Kundengruppen und eine kraftvolle Vertriebsorganisation. Sie investieren ihre Gewinne mit Weitsicht in neue Geschäftsfelder und verfolgen eine klare Strategie. Die zum Teil spektakuläre Kursentwicklung beweist, dass auch vermeintlich langweilige Aktien hochprofitabel sein können.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Under Armour. The Motley Fool empfiehlt Fresenius.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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