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Das Phänomen "Bibi" Die Online-Wölfin im Schafspelz

09.05.2017, 11:24  |  7947   |   |   

Es gibt ganz neue Berufsgruppen und Verdienstmöglichkeiten. Die 24-jährige Bianca Heinicke ist ein Social-Media-Star und könnte im Jahr auf ein Einkommen von 1,2 Millionen Euro kommen. Ein Großteil sind Provisionen und Werbeeinnahmen. 

Schöne neue Welt? Das Smartphone ist unser ständiger Begleiter und Algorithmen navigieren uns durch die Online-Welt. Youtube und Facebook sind die neuen Wohnzimmer - wer steigt noch über Google ein? Von hier aus geht es auf Shoppingtour, durch Fotoalben oder es wird die nächste Reise gebucht. Wer verführt uns zu diesen Abendteuern? Es sind clever inszenierte Werbeclips, die so ausschauen, als wenn man das Ferienvideo von guten Freunden sieht. Alles wirkt ehrlich, sympathisch und authentisch.

Die bekannteste "Online-Verfüherin" ist Bibi. Ein junges Mädchen, dass so natürlich wirkt, dass man es fast glauben mag. Es ist der Typ junge Lolita, Schulmädchen, Soziologiestudentin - eigentlich repräsentiert Bibi jeden Frauentyp. Und darin liegt wohl schon eines der Erfolgsrezepte, denn anders lässt es sich kaum erklären, dass ihr Youtube-Kanal "BibisBeautyPlace" rund 4,5 Millionen Abonnenten hat, sie Werbeträgerin für den Reisekonzern Neckermann ist und der Duschschaum Bilou bei Rossmann einen Marktanteil von 29 Prozent hat ("Stern").

Bibi schwärmt von Shampoos bis zu teueren Markenprodukten, die mal schnell einige hundert Euros kosten. Wie der Stern schrieb, basiert ein "guter Teil ihres Vermögens also auf dem Taschengeld Minderjähriger".

Irgendwie ist Bibi etwas zwischen Prinzessin, Produkttesterin und Entdeckerin. Was in den 1990er Jahren die Top-Models für große Unternehmen waren, sind heute die Youtuberinnen. Sie verdienen mit Clicks, Likes und Dislikes. Je mehr Interaktionen stattfinden, desto besser. Es ist eine Gradwanderung zwischen gefallen und polarisieren. Wann der Bogen überspannt ist, bleibt ungewiss. 

Bei Bibi klingelt derzeit die Kasse. Bei Telekom wird es das "Bibi Phone" geben. Daneben sorgen kurze Werbeclips vor den eigentlichen Videos für stattliche Einnahmen. Alle Links unter Bibis Reisevideos führen zu einem Angebot von Neckermann - natürlich fließen auch hier Provisionen. Die Produktlinks unter den restlichen Video spielen ebenfalls einiges Bares ein. Ob jedem jungen Mädchen klar ist, dass Bibi eine Werbeträgerin der großen Industrie ist, kann durchaus angezweifelt werden. 

 

    



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