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Netflix steht noch immer vor großem US-Wachstum

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
10.05.2017, 11:00  |  501   |   |   

Anfang April veröffentlichte das US-Marktforschungsunternehmen comScore seine Dezember-Daten für Streaming-Plattformen. Die Daten zeigen, dass in den USA 49 Mio. Haushalte mit Internetanschluss auf die Inhalte mindestens eines Steaming-Dienstes zurückgreifen.

comScore zufolge ist Netflix (WKN:552484) der dominante Player im Markt. Alphabets (WKN:A14Y6F) YouTube und Amazons (WKN:906866) Streaming-Dienst landen auf den Plätzen zwei und drei.

Die nachstehende Tabelle führt verschiedene Streaming-Dienste und ihre Nutzerzahlen in US-Haushalten mit Internetanschluss für den Monat Dezember 2016 an.

Streaming-Dienst Anteil der US-Haushalte mit Internetanschluss, die den Dienst genutzt haben Anzahl der US-Haushalte mit Internetanschluss, die den Dienst genutzt haben
Netflix 75 % 36,75 Mio.
YouTube 53 % 25,7 Mio.
Amazon Video 33 % 16,17 Mio.
Hulu 17 % 8,33 Mio.
HBO Go weniger als 10 % weniger als 4.9 Mio.
Sling TV weniger als 10 % weniger als 4.9 Mio.

Datenquelle: COMSCORE. Tabelle vom Autor erstellt

Obwohl Netflix auf Basis der absoluten Anzahl an Haushalten der größte Streaming-Dienst ist, zeigen die Daten, dass in den USA Sling TV von DISH Network (WKN:A0NBN0) Netflix bei der durchschnittlichen monatlichen Nutzungsdauer überholt hat. Im Durchschnitt verbrachten Haushalte 28 Stunden im Monat mit den Inhalten von Netflix – bei Sling TV waren es ganze 47 Stunden pro Monat. Dies ist allerdings nicht sonderlich überraschend. Sling TV ist ein Paket aus bis zu 50 verschiedenen TV-Sendern — einschließlich des beliebten Sportkanals ESPN von Walt Disney.

Netflix’ Abonnementzahlen

Netflix’ Abonnementzahlen sind in den vergangenen Jahren so rapide gestiegen, dass einige befürchteten, es gäbe in den USA keinen Wachstumsspielraum für das Unternehmen mehr. Ende 2016 — zur gleichen Zeit, als comScore seine Daten erhob — vermeldete Netflix in den USA 49 Mio. Abonnenten. Ende des ersten Quartals 2017 belief sich die Anzahl der US-Abonnenten auf 51 Mio. Die onScore-Daten, die nur die Haushalte mit Internetanschluss, die mindestens einen Streaming-Dienst nutzen, berücksichtigen, zeigen, dass Netflix’ US-Kundenbasis fast 37 Mio. Haushalte mit Internetanschluss enthält. Dies würde bedeuten, dass es noch mindestens 43 Mio. potenzielle Kunden für Dienste wie Netflix gibt, die bisher keine Streaming-Angebote nutzen.

Reed Hastings’ Prognose für das US-Kundenwachstum

Netflix-CEO Reed Hastings ist der Ansicht, dass Netflix’ US-Wachstum sich bei 60 – 90 Mio. Abonnenten einpendeln wird. Die Daten von comScore unterstützen diese Prognosen. Wenn das Unternehmen 75 % der Haushalte für seinen Dienst gewinnen könnte, die derzeit kein einziges Streaming-Angebot wahrnehmen, wären dies weitere 32 Mio. Abonnenten. Addiert man diese zu den 49 Mio. Abonnenten, die Netflix Ende Dezember auswies, käme man auf eine US-Gesamtnutzerbasis von 81 Mio. Hastings Prognose scheint also plausibel zu sein.

Deuten wirklich alle Anzeichen darauf hin, dass Streaming-Dienste die Zukunft sind?

Der Trend scheint eindeutig weg vom klassischen Fernsehen hin zu Streaming-Diensten zu gehen. In den USA ist dies schon deutlich zu spüren:

  • YouTube hat ein neues Streaming-Angebot für 35 US-Dollar im Monat angekündigt. Es soll zunächst nur in fünf US-Städten erhältlich sein.
  • Die US-Zulassungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) hat gerade bestimmte Bandbreiten traditioneller Fernsehsender versteigert. Niedrigere Frequenzen werden für traditionelle Fernsehübertragungssysteme nicht mehr benötigt und sollen jetzt von T-Mobile US, Dish Network und Comcast Corporation genutzt werden.
  • Am 13. April enthüllte das US-Fernsehnetwork NBC eine Vereinbarung, wonach seine lokalen Tochtergesellschaften das Recht bekommen, NBC-Inhalte online streamen zu dürfen.
  • Berichten zufolge sollen Viacom, Discovery Communications und AMC Entertainment Holdings an einem Streaming-Angebot ohne Sport-Inhalte arbeiten

Wie profitiert Netflix davon?

Nun, wo Streaming-Dienste immer weiter ausgebaut werden, werden sich Verbraucher verständlicherweise verstärkt kostengünstigeren und personalisierteren Abonnement-Diensten zuwenden. Eine größere Auswahl an Inhalten zu einem geringeren Preis wird neue Kunden anlocken. Folgendermaßen beschrieb Netflix-CEO Reed Hastings zuletzt die wachsende Nachfrage nach Streaming-Diensten:

Man muss die ganze Sache im kumulativen Zusammenhang betrachten. Nur wenige Verbraucher werden sich bei Netflix nur aufgrund eines einzigen Films anmelden. Doch hier folgt der entscheidende Punkt. Hat man einen weiteren Titel, von dem der Kunde schon viel gehört hat und unbedingt sehen will, meldet er sich vielleicht endlich bei Netflix an. Es ist also ein kumulativer Effekt. Die grundlegende Nachfrage wird sich erhöhen, sobald Verbraucher mit der Idee des Internetfernsehens vertrauter werden und mehr darüber wissen. Im Internet wird man von keinen Werbungen gestört. Man kann die Inhalte immer und überall anschauen. Das sind unsere großen Stärken.

Foolisches Fazit

Es wäre ein Trugschluss zu glauben, dass es für Netflix in den USA kein Wachstumspotenzial mehr gäbe. Herkömmliche Fernsehanbieter stellen sich auf den Wandel bereits ein, indem sie ungenutzte Bandbreiten verkaufen und lokale Inhalte als Streaming-Angebote zur Verfügung stellen. Verbraucher werden gleichzeitig immer vertrauter mit Streaming-Paketen und beginnen vermehrt, diese zu nutzen.

Als Langezeit-Aktionär von Netflix kommt es mir so vor, als würde der Rest der Welt Streaming-Angebote heute so wahrnehmen, wie es Netflix bereits vor einem Jahrzehnt gemacht hat. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Streaming-Branche, die Netflix deutlich anführt, eine blühende Zukunft vor sich hat.

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The Motley Fool hält und empfiehlt Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Amazon, Netflix und Walt Disney. The Motley Fool empfiehlt T-Mobile US. 

Dieser Artikel wurde von Frank DiPietro auf Englisch verfasst und am 8.5.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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