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Weltgrößter Ölhändler Vitol Asia Warnung für die OPEC: Bemühungen umsonst

11.05.2017, 12:57  |  4570   |   |   

Die OPEC und ihre Verbündeten streben danach, weniger Öl zu fördern, um mehr Preisstabilität zu erreichen. Der weltweit größte unabhängige Ölhändler Vitol Asia ist jedoch der Meinung, dass die Bemühungen umsonst sein könnten. 

Kho Hui Meng, Präsident von Vitol Asia Pte, sagte in einem Interview in Kuala Lumpur: "Was wir brauchen, ist ein echtes und schnelleres Nachfragewachstum" ("Bloomberg"). Für 2017 wurde mit einem täglichen Mehrverbrauch von 1,3 Millionen Barrel pro Tag gerechnet. Dies scheint zu positiv gewesen zu sein, denn die Nachfrage entwickelt sich nicht wie erwartet. Darüber hinaus nimmt die Schieferöl-Produktion schneller zu. Falls die Nachfrage nicht steigt, könnten die Vereinbarungen der OPEC langfristig wirkungslos sein, so Kho Hui Meng.

Im vergangenen Monat hatte die IEA ( International Energy Agency) die Nachfrageerwartungen für Indien in 2017 um 11 Prozent reduziert. Auch könnte es passieren, dass die Ölnachfrage in China sich verlangsamt - bislang gehörte China zum zweitgrößten Ölverbraucher. Somit kommt Kho Hui Meng zu dem Fazit, dass der Ölmarkt zwar nach Wachstum suche, es aber defacto kein Wachstum gibt. 

Der Energieminister Saubi Arabiens, Khalid Al-Falih, rechnet für 2017 mit einem Ölverbrauch, der dem Vorjahr entspricht. Damit dieses Ziel überhaupt erreicht wird, müsste Chinas Ölnachfrage erheblich steigen, so Kho Hui Meng. Ein wichtiger Faktor ist der Automobilbereich.

Im vergangenen Jahr wurden in China 23,9 Millionen Autos verkauft ("Cash.ch"). In den ersten vier Monaten 2017 ging die Zahl der verkauften Autos um 1,4 Prozent zurück. Ob der chinesische Automarkt in der zweiten Jahreshälfte in Fahrt kommt, bleibt ungewiss.

Auch die Ölnachfrage in den USA zeigt kaum Steigerung. Stattdessen hat die USA ihre Produktion um 400.000-500.000 Barrel pro Tag erhöht. Bleibt im Sommer die Nachfragesteigerung aufgrund des Urlaubsverkehrs aus, dann könnte es neue Überraschungen für den Ölpreis geben.  

In dieser Woche deuteten die größten Ölproduzenten - Saudi Arabien und Russland - an, dass sie die Fördermengen auch bis 2018 drosseln würden, womit sich Produktionsüberschüsse reduzieren könnten. Am 25. Mai 2017 wird die OPEC über die Forsetzung oder Beendigung der Öl-Förderkürzung entscheiden.      

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