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Langjähriger Aurelius-Investor: Grundlegender Wert weit über Aktienkurs

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
12.05.2017, 10:54  |  2633   |   |   

Richard Pease gehört zu den ganz Großen. Denn er ist einer der wenigen Fondsmanager, denen es über einen langen Zeitraum gelungen ist den Markt zu schlagen.

Früher hat der Brite bei Jupiter und Henderson erfolgreich europäische Aktien ausgewählt, jetzt hat er sich mit CRUX selbstständig gemacht. Schon lange findet sich Aurelius (WKN:A0JK2A) unter den größten Positionen in seinem neuen Fonds und somit dürfte für ihn die Short-Attacke auf die Münchener Beteiligungsgesellschaft durchaus schmerzhaft gewesen sein. Erst Ende letzten Jahres hatte er sich optimistisch über die Zukunft von Aurelius geäußert und seine Position aufgestockt.

In einem Interview mit dem Telegraph vom 09.05.2017 erklärte er nun, wieso er seiner ursprünglichen Meinung treu geblieben ist.

Was ihn schon lange vor der Short-Attacke an Aurelius gereizt hat

Pease hat begonnen Aurelius-Aktien zu kaufen, als der Kurs noch viel niedriger lag, nach eigenen Angaben bei 18 Euro je Anteil. Somit hat er früher als viele andere das spätere Kurspotential erkannt.

In Interviews mit Morningstar in den Jahren 2015 und 2016 hat er Aurelius als eine seiner Lieblingsaktien bezeichnet und dafür mehrere Gründe angegeben. Er mochte, dass Aurelius oftmals Geschäftsbereiche von großen Unternehmen übernimmt, für die kaum etwas bezahlt werden muss, da die Großunternehmen so schnell wie möglich umstrukturieren wollen und Aurelius als verlässlichen Partner wählen. In Verbindung mit der Tatsache, dass Aurelius in der Vergangenheit hervorragende Renditen bei diesen Turnarounds erzielen konnte, war das für Pease ein vielversprechendes Geschäftsmodell.

Außerdem mochte er, dass Dirk Markus einen großen Anteil am Unternehmen besaß und somit die richtigen Anreize hatte. Sowohl die Besitzverhältnisse als auch der tatsächliche Erfolg von Aurelius wurden allerdings bei den Short-Angriffen in Frage gestellt, doch Pease scheint seine positive Meinung nicht grundlegend geändert zu haben.

„Am Ende geht es um die Zahlen“

Zwar hat Pease kein umfangreiches Interview zu dem Thema geführt, aber er hat ein paar interessante Kommentare gegeben. Diese haben außerdem einen besonderen Wert, da er die Anschuldigungen nicht nur selbst untersucht hat, sondern seit deren Veröffentlichung auch schon zweimal die Gelegenheit hatte, Gespräche mit dem Aurelius-Management zu führen.

Seine Schlussfolgerung aus seiner Recherche und den Gesprächen ist, dass einige der Anschuldigungen von Gotham City Research, dem Short-Angreifer, unbegründet sind. Zu den fragwürdigen außerbörslichen Verkäufen von großen Aktienpaketen kommentierte Pease, dass es sich seiner Ansicht nach um einen Aktienhandel zwischen zusammenhängenden Familienholdings handelt.

Die Bilanz von Aurelius ist in seinen Augen noch immer sehr solide und er betont dabei die großen angesammelten Geldmittel und die verdoppelte Dividende als positive Faktoren. Pease ist der Meinung, dass der grundlegende Wert der Aktie weitaus höher als der aktuelle Aktienkurs ist. Er erklärt seine Ansicht mit den folgenden Worten:

„Am Ende geht es um die Zahlen. Aurelius hat einen beeindruckenden Track-Record darin, problembelastete Unternehmen günstig zu kaufen und sie erfolgreich neu auszurichten und zu verkaufen.“

Am Ende geht es an der Börse tatsächlich nur um die Zahlen, auch wenn in diesem Fall einige Investoren wahrscheinlich noch ein bisschen Zeit brauchen, um ihnen wieder zu trauen.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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