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Chartanalyse: Bitcoin vor der SEC-Entscheidung unter Druck

Chartanalyse Bitcoin vor der SEC-Entscheidung unter Druck

Gastautor: Andreas Mueller
13.05.2017, 15:52  |  30494   |   |   

Charttechnik kann nicht alles, aber zumindest belegen, wann eine Richtung nachhaltig ist und wo diese Nachhaltigkeit endet. Genau dies untersuche ich in dieser News zu Bitcoin.

Vor etwa einer Woche befasste ich mich hier mit dem Thema Bitcoin. Jedem Börsianer ist sicherlich die Kursentwicklung ins Auge gefallen, die bis zu diesem Zeitpunkt eine immense Rallye darstellte. Allein im Monat vor dem Artikel legte der Wert bzw. Bitcoin in US-Dollar rund 30 Prozent zu. Grund genug, die Frage nach "Bitcoins nicht zu bremsen" gestellt zu haben. Der Kurs lief noch weiter, doch die Börsenwoche endete nicht mit neuen Rekorden. Warum eigentlich nicht? Dem gehe ich hier auf den Grund.

 

Charttechnik weiter im Rallyemodus

 

Diese Art Chart kennen erfahrene Börsianer sicher noch aus den Blütezeiten des Neuen Marktes. Die Nachfrage ist viel größer als das Angebot und in vielen Medienkanälen (früher eher der Friseur, heute sind es Facebook-Gruppen) wird von der Leichtigkeit des Geldverdienens gesprochen. "Bitcoins sind das neue Gold" schreibt Die WELT zum Beispiel erst gestern wieder ausführlich (leider nur im Abobereich). Die Folge ist immer eine Art Fahnenstange, in der eine Kursexplosion stattfindet. Letztlich sind die Käufer am Top jedoch keine Investoren, sondern leichtgläubige und vielleicht auch von der Gier vergangener Kursentwicklungen angeheizte Neueinsteiger.

Wie schon in der Analyse "Bitcoin nicht zu bremsen?" hier auf w : o vermerkt wurde:

Einen Kauf in der aktuellen Situation halte ich für zu emotional. Daraus den Umkehrschluss zu ziehen, short gehen zu müssen, jedoch auch.

Der Wochenchart sah zum Zeitpunkt der Analyse am 04.05.2017 wie folgt aus:

 

 

Waren die 1.550 im Kurs von Bitcoin zu US-Dollar hier schon das Ende der Fahnenstange? NEIN! Der Kurs legte täglich weiter zu und näherte sich fast unaufhaltsam der runden Marke von 2.000 - im Hoch knapp 1.900 BTC/USD (wie die offizielle Abkürzung lautet). Im Jahresvergleich per Freitag, den 12. Mai sind genau 94 Prozent Wertsteigerung zu verzeichnen. Und damit läuft Bitcoin dem Asset Gold in der Entwicklung eindeutig den Rang ab.

 

 

Im aktualisierten Wochenchart sieht Bitcoin isoliert betrachtet nun wie folgt aus:

 

 

Hieraus ein Trading-Signal abzuleiten, ist sicherlich waghalsig, denn auf den ersten Blick ist der Trend weiterhin intakt. Wenn auch extrem weit fortgeschritten. Doch in einer tieferen Zeitebene sieht es schon anders aus.

 

Erstes bedenkliches Signal im Chartbild

 

Das erste negative Signal im Chartbild erhalten wir im Stundenchart. Charttechniker arbeiten gerne mit Trendlinien. An dieser muss der Kurs mehrfache Berührungspunkte aufzeigen, um der Linie eine Wertigkeit zu verleihen. In der Zeiteinheit "Stundenchart" besitzt so eine Linie schon eine sehr hohe Wertigkeit. Wenn sie dann noch über mehrere Tage hinweg immer wieder berührt wird und nicht bricht, kann sie als Orientierung dienen. So geschehen bei Bitcoin mit dem Ausbruch zum Start des Monats Mai. Ausgehend von diesem Punkt hatte sich folgende Trendlinie im Stundenchart etabliert.

 

 

Rechts sehen wir jedoch auch gleich das erste negative Signal dabei. Die Trendlinie wurde zum Handelsende am Freitag unterschritten und erzeugte eine schnelle Verkaufswelle. Vom Hochpunkt am Mittag 12 Uhr bei 1.820 BTC/USD rauschte der Kurs förmlich bis kurz vor dem Handelsende an der Wall Street auf 1.640 BTC/USD nach unten. Nicht durch eine große Order ausgelöst, wie Anfang März (auch dazu ein Chart in der Vorgängeranalyse), sondern im relativ ruhigen Trend über die Nachmittagsstunden hinweg. Liegt es bei Bitcoin vor Entscheidung der SEC an den fundamentalen Daten?

 

Aus Sicht der Markttechnik ist dies recht einfach zu erklären. Jeder Trader hat einen Stopp als maximal zu vertretendes Risiko für seine Position. Schwankt der Kurs entsprechend stark, werden auch viele Stopps ausgelöst und können eine Bewegung weiter verstärken. Im Falle von Bitcoin sicherlich ein wichtiger Punkt, denn vom Hochpunkt bei rund 1.880 ist der Kurs damit binnen zwei Handelstagen um 12 Prozent gefallen. Sicherlich für einige "späte Investoren" eine weniger frohe Botschaft und Grund genug, doch wieder schnell auszusteigen.

 

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Diskussion: Bitcoin nicht zu bremsen?


9 Kommentare

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Kommentare

Der Gaube an Bitcoins scheint um einiges grösser zu sein als der Glaube an EM !

So einfach ist das für mich, aber warum nur ist das so?

Mein Problem, mein Glaube an EM schwindet immer mehr und der Glaube an Bitcoins mag sich nicht so recht einstellen.
Das würde stimmen, wenn Bitcoin die einzige Virtuelle Währung wäre. Aber da gibt es ja jeden Tag auch neue . Und wenn das stimmen würde, dass der markt zu klein wäre, dann müsste der Silbermarkt schon längst explodiert sein, denn der ist nur ein Hauch von einem Nichts groß .
Zitat von Keilfleckbarbe: Also da stimmt doch irgendwas nicht ! Wie kann man es logisch erklären, dass Edelmetalle gegenüber Bitcoins wertlos werden ? :confused:


Die Marktkapitalisierung von Bitcoin ist bis jetzt nur ein winziger Bruchteil der von Edelmetallen, das macht die großen Sprünge möglich. Bitcoin hat zuletzt viel an Wert gewonnen, ist aber immer noch winzig klein. Für Kursbewegungen bei Gold ist wesentlich mehr Kapital nötig.
Hallo ! Kann mich mal jemand aufklären, was da bei Bitcoin eigentlich abgeht ? OK, Blase, nicht mehr kaufen, das crasht... Das höre ich nun schon seit Jahren. Beobachte das Zeugs nun schon seit weit unter 100 $. Damals für mich schon Spinnerei irgendwelcher Nerds. Aber wenn ich sehe, was Bitcoin nun macht, da ist ja der Neue Markt zur besten Zeit eine RWE im Crashmodus dagegen.
Ich verstehe absolut nicht, wie da Gold sinken kann, denn in naher Zukunft kann man ja spielend die Goldreserven der Welt mit ein Paar bitcoins kaufen. Also da stimmt doch irgendwas nicht ! Wie kann man es logisch erklären, dass Edelmetalle gegenüber Bitcoins wertlos werden ? :confused:
Sieht für mich auf den ersten Blick ähnlich aus, in der Tat. Bin schon aus dem Büro raus aber kann gerne morgen einmal die historischen Charts bemühen ;)

Gruß Bernecker1977

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