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Das Tesla-Solardach ist da: Das wissen wir bisher

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
15.05.2017, 09:00  |  896   |   |   

Tesla (WKN:A1CX3T) verkündete, dass das Solardach ab Mittwoch erhältlich wäre. Die Reaktionen der Beobachter reichten von schockiert darüber, wie teuer das Dach doch wäre, bis zu dem Schock, wie billig es doch wäre. Abhängig davon, wonach man gerade sucht,  sind beide Reaktionen verständlich.

Wir haben noch nicht die Einzelheiten über das Solardach wie die technischen Daten und wissen auch nicht, wie es in ein normales Dach integriert werden soll, aber hier ist, was wir bisher wissen.

Wie viel es kostet

Die Kosten waren immer die große Frage für das Solardach. Elon Musk sagte, es würde sich in einem ähnlichen Preisrahmen wie ein normales Dach bewegen, aber er hat uns niemals definiert, was er damit eigentlich meinte. Den Betrag, den alle zitieren, sind 21,85 US-Dollar pro Quadratfuß wie im Blogpost von Tesla erwähnt. Aber diese Kosten basieren auf 35 % Solarziegel und 65 % Nicht-Solarziegel.

Die wahren Kosten, laut Blogpost, werden bei etwa 11 US-Dollar pro Quadratfuß für Nicht-Solarziegel oder 42 US-Dollar pro Quadratfuß für Solarziegel liegen. Abhängig vom Dach könnten die tatsächlichen Kosten aber deutlich höher oder niedriger als 21,85 US-Dollar liegen, abhängig davon, wie viel Strom das Dach produzieren soll.

Tesla erwartet, dass die Solarenergieproduktion und der Energiewert in den nächsten 30 Jahren Teil des Wertes des Solardachs ist. Wir sollten hier aber keinen Fehler machen. Die Kosten, ein solches Solardach zu installieren, werden deutlich höher sein als bei einem normalen Dach, wie die meisten Leute das definieren würden. Es wird auch teurer sein als die teuersten Dachziegeln oder weiteren Optionen, die es aktuell auf dem Markt gibt.

Wer könnte sich für so ein Dach interessieren?

Selbst wenn das Solardach nicht günstiger ist als andere Optionenen, ist es immer noch eine interessante Option für einige Kunden. Aber es ist nicht bloß eine einfache Reparatur oder Nachrüstung wie neue Ziegel auf das Dach legen. Es geht hier um ein komplettes Dachprodukt, wodurch das Solardach sich eher für Neubauten als für Reparaturen eignet. Es wird interessant sein zu sehen, wie viel Erfolg Tesla in verschiedenen Märkten damit haben wird, da eine Dachreparatur ja schon 30 bis 60.000 US-Dollar kostet und sich dieser Wert außerhalb der finanziellen Reichweite der meisten Leute befindet.

Das ist abgesehen davon auch nicht die günstigste Möglichkeit, um Solarstrom selbst zu produzieren. Die Solarpanele kosten jetzt weniger als 3 US-Dollar pro Watt bei der Installation und sie rentieren sich in 7 bis 10 Jahren verglichen mit 20 bis 30 Jahren für das Solardach. Aber die Ästhetik und der Cool-Faktor werden wahrscheinlich einen größeren Ausschlag geben als die wirtschaftlichen Gegebenheiten.

Das Dach wird nicht global angeboten

Musk hat in der Vergangenheit schon gesagt, dass das Solardach schon bald überall verfügbar sein sollte, aber es könnte bis dahin noch etwas Zeit ins Land gehen. Erstens wird das Produkt zuerst in Kalifornien auf den Markt kommen, wo Tesla das Netzwerk von SolarCity und seinen Installateuren hat.

Danach ist es aber unklar, wie es weitergehen soll. Man braucht hier die Genehmigung, um ein Solardach installieren zu können. Dazu gehört auch der Abriss des alten Daches und das beinhaltet sowohl mechanische als auch elektrische Arbeiten, die normalerweise auf mehrere Dienstleister aufgeteilt werden. Tesla wird wahrscheinlich mit lokalen Dienstleistern zusammenarbeiten, aber es ist unsicher, wie die Sache genau aussehen wird. Tesla hat ja kein Netzwerk aus solchen Dienstleistern. Ich glaube auch nicht, dass es leicht für einen solchen Anbieter sein wird, nur einen Kunden für Solardächer zu bedienen. Er müsste ja zuerst einmal lernen, wie das Dach installiert wird und seine Mitarbeiter darin schulen. Dazu gehören sowohl mechanische als auch elektrische Arbeiten. Tesla hat auch nicht das nationale oder globale Netzwerk, um solche Installationen vorzunehmen. Daher wird das Unternehmen sich diesen Kanal erst einmal aufbauen müssen. Es ist auch nicht klar, wie die Strategie außerhalb von Kalifornien aussehen wird.

Es gibt noch offene Fragen

Aktuell hat Tesla praktisch ein maßgeschneidertes Solardach im Angebot und es ist unklar, wie dieser Prozess genau aussehen wird. Die Preise, die die Kunden auf der Webseite von Tesla bekommen, sind nur vorläufig und es ist nicht klar, ob Tesla viele Dächer neu konfigurieren muss, damit die Sache überhaupt funktioniert. Wir dürfen nicht vergessen, dass alle Dächer aus der Präsentation von Tesla komplett neu gebaut worden waren. Das wird in vielen Fällen auch nötig sein, da die Glasziegel aus einem Werkstoff hergestellt werden, der keine Fehler zulässt.

Ich habe mit Leuten aus der Industrie gesprochen und sie machen sich Sorgen um die Kühlung. Tesla wird schon daran gedacht haben, hat das aber bisher nicht kommuniziert. Solarzellen werden heiß und werden auch einen Kühler brauchen, damit das Dach nicht Feuer fängt.

Es ist auch unklar, ob Tesla Geld mit diesem Produkt verdienen kann. 60.000 US-Dollar für ein Dach ist teuer, aber die Herstellung für Tesla wird auch teuer sein. Allein die Demonstration eines solchen Daches ist teuer und wenn jedes Projekt maßgeschneidert hergestellt wird, dann wird es jede Menge kosten, um das Produkt überhaupt zu verkaufen.

Das Solardach wird bald auf den Markt kommen und wir werden auch bald die ersehnten Antworten bekommen. Aber die Investoren sollten nicht zu viel von diesem neuen Produkt erwarten. Tesla stellt ein Produkt her, das wahrscheinlich nur eine kleine Nische des Marktes bedienen wird. Zusätzlich hat das Unternehmen keine klare Strategie, wie Wachstum außerhalb von Kalifornien hergestellt werden soll. Aktuell ist es ein Nischenprodukt für Tesla, egal wie revolutionär es auch scheinen mag.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla.

Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und wurde am 13.05.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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