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Noch zahlen tausende Mieter zu viel Mietpreisbremse: Totgesagte leben länger

16.05.2017, 10:07  |  4419   |   |   

Der Bundesjustizminister Heiko Maas will die Mietpreisbremse nochmals deutlich nachbessern und verschärfen. Dieser Vorstoß könnte tausenden Mietern zugutekommen. 

Die Mietpreisbremse könnte tatsächlich tausende Mieter entlasten - wenn die Durchsetzung etwas leichter wäre. Das Online-Portal "wenigermiete.de" hat in einer Online-Studie mit circa 10.000 Teilnehmern herausgefunden, dass bei 70 Prozent der Teilnehmer die Miete oberhalb der zulässigen Grenze lag.

Dabei zahlten Mieter in den sechs erfassten deutschen Großstädten durchschnittlich 220 Euro im Monat zu viel. Die Großstädte sind vom Mietwucher offenbar besonders stark betroffen. Bei allen Altersgruppen wird seit mehreren Jahren der Trend zurück in die Innenstädte festgestellt. Junge Menschen wollen in den Großstädten Karriere machen, ältere Menschen schätzen das sehr gute Versorgungsangebot und junge Familien wollen Beruf, Familie und Freizeit in der Stadt verbinden.

Das Online-Portal geht davon aus, dass allein in Berlin 2.800 Mieter zu viel bezahlen. In München und Düsseldorf kommt die Studie sogar zu dem Ergebnis, dass bei 77 Prozent der Neuvermietungen die zulässige Grenze überschritten wird. Besonders gebeutelt sind Mieter in München, ihnen wird im Schnitt 239 Euro zu viel im Monat abverlangt. Dann folgen Stuttgart (238 Euro), Berlin (224 Euro), Hamburg (221 Euro), Köln (210 Euro) und Düsseldorf (171 Euro).

Damit Mieter noch leichter zu ihrem Recht kommen, müsste die Mietpreisbremse besser funktionieren. In einem ersten Schritt geht es um die Auskunftspflicht der Vermieter. Daneben könnte es zukünftig auch um den Mietspiegel gehen. Die SPD plädiert dafür, dass der Betrachtungszeitraum verlängert wird, womit sich der Preisdurchschnitt senken würde ("Welt"). Jedoch scheint es nicht so einfach zu sein, denn in München werden relevante Daten zurückgehalten, die zur Berechnung eines fairen Preisspiegels nötig wären. Somit gibt es mehr als nur eine Großbaustelle, damit Mieten zukünftig bezahlbar bleiben.



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