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Aktien Welche Folgen ergeben sich aus dem Ende des politischen Risikos in Europa?

Gastautor: Markus Hampel
18.05.2017, 07:33  |  3706   |   |   

Die politischen Risiken, die seit Monaten die Entwicklung der europäischen Aktien- und Anleihemärkte beeinflussten, lösen sich nach und nach auf. Mit den Ergebnissen der Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich scheint auch die Gefahr eines Zusammenbruchs der EU gebannt. Das allmähliche Ende des politischen Risikos wird große Auswirkungen auf die europäischen Märkte haben, wenn die Fundamentaldaten und die Bewertung der Unternehmen wieder zu den wichtigsten Faktoren für die Wertentwicklung der Papiere werden.

Zu den wichtigsten Folgen einer Rückkehr zum „Normalzustand“ gehört der Konjunkturaufschwung, der sich in Europa nun abzeichnet. Er wird zu einem wichtigen Motor für die künftige Entwicklung europäischer Aktien und insbesondere der zyklischen Werte. Die verschiedenen makroökonomischen Daten wie beispielsweise der PMI-Frühindikator für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone, der sich auf seinem höchsten  Stand seit 2011 befindet, bestätigen das Wiedererstarken der Konjunktur. Der Aufschwung wird auch auf mikroökonomischer Ebene bei der Veröffentlichung der Ergebnisse der europäischen Unternehmen sichtbar. Die Unternehmen des Stoxx Europe 600 konnten im vierten Quartal 2016 einen durchschnittlichen Zuwachs ihrer Gewinne je Aktie um 10 Prozent erzielen. Dieser Trend wird auch durch die Zahlen für Q1 2017 bestätigt. Genannt sei hier etwa der deutsche Motorenhersteller Deutz, der in Q1 die Verkäufe um 15,7 Prozent und die Auftragseingänge um 23 Prozent steigern konnte.

Ganze Wirtschaftszweige sind von starker Unterbewertung betroffen

Das Umfeld ist insbesondere deswegen günstig, weil ganze Wirtschaftszweige der europäischen Börse von einer übertrieben starken Unterbewertung betroffen sind. Zu diesen Fällen gehört insbesondere der französische Industriekonzern Saint-Gobain, der unter seinem Engagement auf dem Heimatmarkt litt und dessen Bewertung ein Konjunkturtief widerspiegelt. Dies gilt ebenso für zahlreiche Werte der Ölindustrie und Ölfelddienstleister, deren Performance derzeit unter den Schwankungen der Ölpreise leidet. Ihre Bewertung berücksichtigt in keiner Weise die drastischen Umstrukturierungen dieser Unternehmen,  die ihre Fixkosten innerhalb von zwei Jahren um durchschnittlich 30 bis 40 Prozent senken konnten. Zu nennen sind auch einige britische Werte wie Lloyds, Hays oder Kingfisher, deren Bewertung auch die mit dem Brexit verbundenen Risiken mehr als eingepreist hat.

Allgemein lässt sich feststellen, dass sich die europäischen Unternehmen in den letzten zehn Jahren radikal gewandelt haben, um in einer unsicheren wirtschaftlichen Umgebung bestehen zu können. Sie haben ihr Geschäftsportfolio überdacht, ihre Produktionsmittel umstrukturiert und ihre Kapitalintensität verringert und konnten dadurch eine strukturelle Stärkung ihres operativen Hebels gewährleisten. So ist es dem schwedischen Unternehmen Alfa Laval in 2016 gelungen, trotz eines Auftragsrückgangs um 22 Prozent eine operative Marge von 15,6 Prozent beizubehalten. Die europäischen Unternehmen sind inzwischen so strukturiert, dass sie plötzliche Umsatzeinbrüche abfedern können. Ebenso können sie Zeiten eines konjunkturellen Aufschwungs besser nutzen. Diese Wandlung wird von den Märkten derzeit nicht honoriert, da sie den Nutzen in Zeiten des aktuellen Konjunkturtiefs noch nicht abschätzen können.

Von entscheidender Bedeutung für die Marktentwicklung in den kommenden Monaten wird auch die Fortsetzung des Zinsanstiegs sein. Die durch die wirtschaftliche Erholung schwindende Deflationsgefahr wird ebenso wie die Normalisierung der Geld- und Währungspolitik, wie sie derzeit in den USA zu beobachten ist und auch für Europa erwartet wird, das Ende des seit fast 30 Jahren andauernden Zinsrückgangs bedeuten. Die Aussicht auf einen Zinsanstieg ist besonders positiv für den europäischen Bankensektor, dessen Rentabilität derzeit stark unter den niedrigen Zinsen leidet.

Auswirkungen eines Zinsanstiegs auf die Investmentstile

Die Auswirkungen eines Zinsanstiegs beeinflussen im weiteren Sinne auch die Wertentwicklung der unterschiedlichen Investmentstile. Zusammen mit dem historischen Zinsrückgang hat die zehnjährige Krise der europäischen Wirtschaft und der Politik zu einer Über-Performance der sogenannten Wachstumswerte oder der Werte mit langfristigem Geschäftsmodell geführt. Diese oft durch die Abzinsung künftiger Cashflows analysierten Papiere haben eine übertrieben hohe Bewertung erreicht, die nichts mehr mit ihren Fundamentaldaten zu tun hat. Der Zinsanstieg müsste folglich zu einer überdurchschnittlichen Wertentwicklung des Value-Investmentstils und einer Korrektur der bestehenden Bewertungsanomalien führen.

Das Abflauen der politischen Risiken, der sich für Europa abzeichnende wirtschaftliche Aufschwung, der unvermeidbare Aufwärtstrend in der Zinsentwicklung und die Unterbewertung ganzer Wirtschaftszweige werden in den kommenden Monaten zu einer überdurchschnittlichen Wertentwicklung des Value-Investmentstils führen. Das sollte auch unserem pan-europäischen All-Cap-Fonds METROPOLE Selection zu Gute kommen.

 

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