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Aktien Frankfurt: Trump-Affäre vergrault Anleger
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Trump-Affäre vergrault Anleger

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
18.05.2017, 12:02  |  925   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Investoren am deutschen Aktienmarkt sind auch am Donnerstag von den anhaltend massiven Vorwürfen gegen US-Präsident Donald Trump in die Flucht getrieben worden. Der Dax fiel am späten Vormittag unter die Marke von 12 500 Punkten und notierte zuletzt 1,07 Prozent tiefer bei 12 496,98 Punkten. Zur Wochenmitte hatte er bereits 1,35 Prozent eingebüßt.

Der MDax , der die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen repräsentiert, fiel am Donnerstag um 0,84 Prozent auf 24 478,39 Punkte. Für den TecDax ging es um 1,19 Prozent auf 2171,98 Zähler abwärts. Auch die europäischen Börsen gaben nach: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,23 Prozent auf 3540,88 Punkte.

BÖRSIANER: TRUMP-AFFÄRE VORWAND FÜR KORREKTUR

Trump steht wegen der Vorwürfe des Geheimnisverrats und des Eingriffs in die Unabhängigkeit der Justiz mächtig unter Druck. Nun brachte erstmals auch ein Abgeordneter aus Trumps republikanischer Partei ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten ins Spiel.

"Die Märkte, verzweifelt auf der Suche nach Gründen für eine Korrektur, haben in der Affäre Trump jetzt endlich einen Vorwand gefunden, nach Monaten des ausschließlichen Einatmens auch einmal auszuatmen", sagte Börsenexperte Jochen Stanzl von CMC Markets und hält dies für eine gute Entwicklung. Er sieht die Wahrscheinlichkeit für eine Amtsenthebung Trumps zwar als gering an. "Die Tatsache aber, dass sie ins Spiel gebracht wird, bringt etwas ganz anderes ins Wanken: Den von Trump und seinem Finanzminister den Märkten als zügig umsetzbar verkauften fiskalischen Stimulus für die US-Wirtschaft", so Stanzl.

MERCK-ZAHLEN NICHT GUT GENUG

Die Anleger haben den Aktien der Merck KGaA am Donnerstag trotz der wie erwartet erfreulichen Quartalszahlen einen Dämpfer verpasst. Die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns lagen mit einem Verlust von zuletzt rund 1 Prozent aber nur im Mittelfeld des Dax-Tableaus. Damit summiert sich das Kursminus der Merck-Anteile seit dem Rekordhoch vom vergangenen Montag auf rund viereinhalb Prozent. In den drei Wochen zuvor hatten die Anteilsscheine der Darmstädter um rund 12 Prozent zugelegt.

Die Aktien der Lufthansa fielen um knapp 2 Prozent. Ein Händler sprach von fortgesetzten Gewinnmitnahmen. Erst in der vergangenen Woche hatten die Papiere der Fluggesellschaft bei 17,29 Euro den höchsten Stand seit Juni 2014 erreicht. Seit dem Mehrjahrestief im Oktober 2016 liegen sie immer noch fast 79 Prozent vorn. Dabei hatten sie von Lösungen bei Tarifkonflikten, einem verbesserten Branchenumfeld und teils niedrigen Ölpreisen profitiert.

MEDIGENE SCHLUSSLICHT IM TECDAX

Die Papiere des Zahlungsabwicklers Wirecard fielen um 2,4 Prozent, sind damit aber immer noch rund 30 Prozent teurer als zum Jahreswechsel. Ende der vergangenen Woche hatten die Papiere zudem bei 56,27 Euro den höchsten Stand ihrer Geschichte erreicht. Mit einem Marktwert von fast sieben Milliarden Euro zählt Wirecard zu den wertvollsten Unternehmen im TecDax und ist an an der Börse damit fast so viel Wert wie die Lufthansa .

Die Aktien des Biotech-Unternehmens Medigene sackten als Schlusslicht im TecDax um 5,5 Prozent ab. Ein Händler verwies auf eine insgesamt schwache Biotechbranche sowie einen gewissen charttechnischen Druck. So sei der Kurs unter die 200-Tage-Linie bei aktuell 10,38 Euro gerutscht. Sie gilt unter charttechnisch orientierten Anlegern unter anderem als Indikator für den längerfristigen Trend.

AUFTRAGSEINBRUCH BEI GRAMMER

Ein Auftragseinbruch bei Grammer ließ die Anteilsscheine des Autozulieferers um knapp 5 Prozent zurückfallen. Im frühen Handel waren die Papiere um fast 10 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit Januar 2017 eingebrochen. Der Machtkampf mit dem Investor Hastor sorgt offenbar auch bei den Kunden von Grammer für Verunsicherung. "Im ersten Quartal haben sich unsere Auftragseingänge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum halbiert", sagte Grammer-Aufsichtsratschef Klaus Probst der "Wirtschaftswoche"./edh/fbr

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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