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Kräftige Unterstützung Solarworld: Erst Millionen-Fördergelder, jetzt Insolvenz

19.05.2017, 10:47  |  7913   |   |   

Der Solarhersteller hatte am 12. Mai Insolvenz beantragt. Der Konzern wurde deutlich stärker gefördert als bisher bekannt, wie die WirtschaftsWoche berichtet. Insgesamt gehen die aktuellen Schätzung von mehr als 60 Millionen Euro aus.

In den vergangenen zehn Jahren hat Solarworld insgesamt mindestens 60 Millionen Euro Fördermittel erhalten ("WW"). Auf rund 49 Millionen Euro summierten sich dabei die öffentlichen Gelder, mit denen Forschungs- und Entwicklungsprojekte des Bonner Konzerns unterstützt wurden.

Solarworld profitierte zuletzt vor allem von Mitteln aus der Förderinitiative „F&E für Photovoltaik“ der Bundesregierung. Zusätzlich erhielt Solarworld wohl einen Investitionszuschuss von 11,2 Millionen Euro für den Bau eines Werks im sächsischen Freiberg. Nun will der Freistaat das Geld zurückfordern, da die Voraussetzungen für die Förderung nicht mehr vorlägen.

Die Zukunft des Konzerns wurde gestern im sächsischen Landtag diskutiert. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) warnte vor politischem Aktionismus: Es dürfe keine parteipolitische Profilierung auf dem Rücken der Beschäftigten geben. Die Grünen forderten die Regierung auf, bei der Suche nach Perspektiven und einem Investor das gleiche Engagement an den Tag zu legen wie bei der Braunkohle. Die Linken schlugen den Ausbau der Kompetenzen von Solarworld beim Recycling von Solarmodulen sowie die Ausgliederung des Forschungsaktivitäten vor, siehe hier. AfD-Politiker Jörg Urban sah mit Solarworld unterdessen die "letzte große Seifenblase der deutschen Sonnenstrompolitik geplatzt". 

Die Aktie gab in dieser Woche etwas nach. Am Montag war das Wertpapier mit 1,47 Euro gestartet und ging am gestrigen Handelstag auf 1,09 Euro.

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9 Kommentare

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Kommentare

Zitat von chaosgegnerDas Kernproblem ist die Bundesregierung mit ihrem schizophrenen Verhalten:

Einerseits fördert sie den Solarkonzern, andererseits sieht sie jahrelang zu, wie Chinesen mit Dumpingpreisen unsere Produzenten in den Ruin treiben.

Wirtschaftspolitik vom Allerfeinsten!

Auch hier fehlen leider jegliches Gespür und Sachverstand.
Die unfähigste Regierung, die Deutschland je hatte!
Chaos wohin man schaut.


Das Problem fing mit den absurden Subventionen für den "Öko"-Strom an.
Es hätte nie 50 Cent für die Kilowattstunde geben dürfen.
Auch keine 20, 15 oder 10.
Der Käse kostet 20 oder 30 Milliarden im Jahr,
und hat im Januar 2017 teils nicht mal 3% des Strombedarfs geliefert.
D.h. noch weit unter 1% vom Gesamtenergieverbrauch.
Die Größenverhältnisse sind vollkommen aussichtslos.
Das können sich nur der Cem und der Volker noch schönkiffen oder -crystallen.
Zitat von T3A4Die 60 Mio. EUR Fördergelder dienten grundsätzlich zur Erhaltung bzw. Schaffung von Arbeitsplätzen, daran sind Fördergelder regelmäßig geknüpft. Die Rückforderung ist nur dann möglich, wenn die Zweckbindungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Sicherlich betrifft dies nur einen kleinen Teil der 60 Mio. EUR. Diese sind dann als Insolvenzforderung wohl nur mit einer Mini-Quote zurückzuholen.
Den großen Ausfall für Vater Staat sehe ich im Fall Solarworld nicht, bei einer Gesamtbetrachtung hat der Staat sogar einen guten Schnitt gemacht. Bei einem Personalaufwand von ca. 160 Mio im Jahr (etwa 130 Mio. Bruttolohnsumme in 2016) und einem durchschnittlichen Lohnsteuersatz pro Mitarbeiter von 20% hat der Fiskus pro Jahr 26 Mio EUR eingenommen. Nach nur 2 Jahren und 4 Monaten haben sich mathematisch die Fördermittel in Steuereinnahmen verwandelt. Die Einnahmen aus den anderen Steuerarten Umsatz-, Grund-, Gewerbe oder Körperschaftssteuer noch gar nicht mitgerechnet.


Staatsfetischismus in reinster Form.
Weil die Bürger für den Staat da sind.
So als Melkkühe.
Danke für deine Offenlegung.
Wie wäre es Sie informieren sich erstmal bevor Sie irgendwas behaupten?

Die Höhe der EEG-Umlage ist abhängig vom Börsenstrompreis, ist der niedrig steigt die EEG-Umlage.
Warum ist der Strompreis an der Börse so niedrig? Weil Überkapazitäten da sind, da die (vom Steuerzahler subventionierten) Kohle- und Atomkraftwerke nicht gedrosselt werden, obwohl meist genügend günstig erzeugter erneuerbarer Strom eingespeist wird.
Der angeblich so günstige konventionelle Strom verursacht enorme Folgekosten, die die Allgemeinheit per Steuergeld zahlt und nicht direkt auf der Stromrechnung auftaucht. (z.B. Entsorgung Atom, Gesundheitsfolgekosten und Landschaftszerstörung Kohle)

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