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Legal - Illegal? Enthüllt: Deutsche Konzerne benutzen Malta um womöglich Steuern zu drücken

19.05.2017, 18:01  |  4248   |   |   

Große deutsche Konzerne nutzen Tochterfirmen auf Malta, um ihre Steuern hierzulande zu drücken. Auf der Insel sind Dax-Konzerne wie BMW, BASF, die Deutsche Bank, Puma, Merck und Großunternehmen wie Bosch, K+S oder Rheinmetall mit Tochterfirmen vertreten.

Aus einer Untersuchung des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" - in Kooperation mit dem Recherchenetzwerk European Investigative Collaboration (EIC) - geht hervor, dass Dax-Konzerne auf der Insel aktuell noch aktiv sind oder tätig waren. Es heißt: "Deutsche Konzerne nutzen in großem Stil Tochterfirmen auf Malta, um ihre Steuern hierzulande zu drücken". Dies geht wohl aus zwei Datensätze - bezeichnet als MaltaFiles - mit Tausenden Dokumenten hervor, die jetzt ausgewertet wurden. Wie der "Spiegel" berichtet: "Die Papiere erlauben einen tiefen Einblick in das maltesische System von Firmengründungen und legen die Inhaber dortiger Firmen offen".

Die aktuelle Rechtsprechung sieht vor, dass auf Malta anfallende Gewinne im besten Fall lediglich mit gut fünf Prozent versteuert werden müssen. Voraussetzung ist, dass die Unternehmen auf der Insel auch wirklich Geschäfte machen. Nach den Recherchen des "Spiegel" ist es jedoch fraglich, ob tatsächlich alle Malta-Töchter deutscher Konzerne dort auch operativ tätig sind.

Die Lufthansa unterhält auf Malta 18 Tochterfirmen, denn neben Flugzeugwartung und Flugzeug-Leasing sitzt dort auch die Pensionskasse der Airline. Ferner teilen sich wohl die Malta-Ableger von Autovermieter Sixt, BASF und der Geflügel-Baron Erich Wesjohann nicht nur eine Büroetage, sondern auch eine einzige Klingel. Gleiches ließ sich beim Rohstoffkonzern K+S und der Automobilsparte von Rheinmetall feststellen. Laut den "Spiegel"-Recherchen sind viele Firmen nicht im örtlichen Telefonbuch eingetragen.

Der "Spiegel" versuchte Kontakt zu den Malta-Ablegern aufzunehmen, was sich jedoch als schwierig erwiesen hat. Ferner gaben die angefragten Konzerne wohl an, dass ihre Geschäfte auf Malta legal seien und die maltesischen Töchter dem deutschen Fiskus bekannt.

Quelle: Der Spiegel, 21/2017, Seite 58



4 Kommentare

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Kommentare

Ja klar, ihr Supersozen. Wär doch toll, vermeintliche Rest-Kohle auch noch abzuschöpfen, was dem Staat noch nicht zum Opfer gefallen ist. Um noch mehr "Flüchtlinge" reinzulotsen. Um das bisher "arme" Schland noch mehr zu "bereichern". Von mir ein fettes NEIN zu eurem Ansinnen.
Ja klar, ihr Supersozen.
Wär doch toll,
vermeintliche Rest-Kohle auch noch abzuschöpfen,
was dem Staat noch nocht zum Opfer gefallen ist.
Um noch mehr "Flüchtlinge" reinzulotsen.
Um das bisher "arme" Schland noch mehr zu "bereichern".

Von mir ein fettes NEIN zu eurem Ansinnen.
Die Aktionäre dieser Firmen wird es sicher freuen und die Cleverness und Innovationskraft der Unternehmen ist zu bewundern - zumindest wenn es um Steuervermeidung geht. Warum ist diese ach so tolle EU nicht in der Lage diese elenden Steuerschlupflöcher zu schließen? Die vermögenden Griechen haben doch auch Malta genutzt, somit ist dieses Thema doch schon Jahre bekannt. Da kann man nur noch kotzen - und diese Politiker-Fratzen erzählen uns immer etwas von sozialer Gerechtigkeit! Bullshit!!!

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