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Daimler investiert 500 Millionen Euro Accumotive: Deutsche Antwort auf Tesla - Nicht immer fängt der frühe ...

22.05.2017, 17:06  |  19160   |   |   

Bislang waren alle Augen auf Teslas Gigafactory gerichtet, wenn es um die Herstellung von leistungsfähigen Akkus für E-Autos ging. Elon Musk hatte nicht mit dem Vorstoß von Daimler gerechnet. Der Autobauer wird in Kamenz das weltweit größte Werk errichten.

Daimler investiert am Standort Kamenz in den nächsten Monaten circa 500 Millionen Euro in die neue Produktionsstätte - bis heute liefen dort bereits 80.000 Batterien auf der Basis der Lithium-Ionen-Technologie vom Band. Das neue Werk betreibt die 100-prozentige Daimler-Tochter Accumotive. Die neue Kamenzer Fabrik wird als klimaneutrale Produktionsstätte konzipiert und soll bereits 2018 fertig sein. 

Kamenz steigt mit dieser Investion zum Kompenzzentrum im globalen Produktionsverbund für Lithium-Ionen-Batterien auf. Das neue Werk soll eines der größten seiner Art weltweit sein. Immerhin umfasst das neue Betriebsgelände 20 Hektar und die gesamte Produktions- und Logistikfläche vervierfacht sich. Insgesamt werden 80.000 Quadratmeter zur Verfügung stehen. In den neuen Produktionsstätten laufen zukünftig die Batterien für alle Elektrofahrzeuge von Mercedes und smart vom Band. 

Das Zentrum der neuen E-Technologie wird Ostdeutschland sein. BMW produziert seinen i3 in Leipzig und auch VW und Porsche investieren in die E-Auto-Produktion in Sachsen. 

Im Vergleich zu Tesla ist Mercedes-Benz im Bereich E-Mobilität noch recht schwach auf der Brust. Zukünftig will Daimler circa 10 Milliarden Euro in dieses Segment investieren und plant bis 2025 einen E-Auto-Anteil von 15 bis 25 Prozent. 

Angela Merkel sagte bei der Grundsteinlegung in Kamenz (22.05.2017): "Da kommt es auf Größe an, auf Kapazität, Effizienz, Ladegeschwindigkeit und nicht ganz zuletzt auf den Preis, und vom Gesamtergebnis hängt dann ja sehr viel ab, denn eine leistungsfähige Batterie ist von entscheidender Bedeutung für die weitere Entwicklung der E-Mobilität und für den Durchbruch dieser Technologie" ("PP"). Ferner lobte die Kanzlerin die Investition in den Standort und die Investionssumme. Anschließend sagte der Daimler-Chef Dieter Zetsche: "Jetzt haben wir die technischen Voraussetzungen, Elektroautos zu entwickeln, die dem Verbrenner in puncto Reichweite kaum noch unterlegen sind, und in puncto Fahrspaß teilweise sogar überlegen sind. Damit steht die Automobilindustrie vor einer fundamentalen Transformation."

Laut den jüngsten Studien wird sich innerhalb weniger Jahre die Anzahl der weltweit hergestellten Batterien verdoppeln. Große Fabriken werden in Schweden, Ungarn und Polen geplant ("Bloomberg"). Umso mehr Batterien hergestellt werden können, desto eher werden die Preise für E-Autos sinken. 

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Kommentare

Die grosse Frage aller Elektroautos mit Li-Ionen Akkus (Tesla / Panasonic Akkus u.a.) ist die ungesicherte Reichweiten-Stabilität bedingt durch Kapazitätsverluste der derzeit noch sehr teuren Li-Speicherbatterie.(Batterie-Lebensdauer „BLD“). Die Angabe von 7 oder 8 Jahren, neuerdings sogar 12 Jahren BLD sagt nichts über den Kapazitätsverlust in dieser Zeit aus – insbesondere bei permanenter Benutzung von Superchargern (kritisches Thema: Überhitzung einzelner Zellen im Power Pak). Einzelzellen des Typs 18650 von Panasonic zeigen nach Angaben des Herstellers einen Verlust der Kapazität von bis zu 20% in ca. 3 Jahren. Angaben von 7 , 8 oder 12 Jahren sind entweder Phantasie oder irreale Extrapolation von Kurzzeitdaten. Erst Real-Kapazitätstests über 3-4 Jahre werden realistische Daten erbringen. Ein Batterieaustausch von 70 oder sogar 100 kWh mit entsprechenden Kosten nach wenigen Jahren ist ein wichtiger wirtschaftlicher Aspekt für die Unterhaltskosten von E-Autos. Die ungelöste Frage bleibt: wie wirkt sich die zu erwartende Kosten-Verringerung der Li-Ion Zellen auf ihre Lebensdauer - sprich: Kapazitätsverlust - und Leistung aus ? Da wird viel spekuliert !
Dr.-Ing. Klaus D. Beccu seit 30 Jahren in der Batterie-Entwicklung tätig.
Sehr durchschaubar oder schlecht recherchiert. Die neue Batterie-Fabrik von Daimler ist mit Sicherheit NICHT die größte weltweit. 80.000 qm sind doch etwas kleiner als die 500.000 qm der Gigafactory von Tesla.

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