DAX+0,85 % EUR/USD0,00 % Gold-0,66 % Öl (Brent)+0,17 %

Neuer Luxus Bourbon-Vanille: Teuer, rar und delikat

30.05.2017, 14:58  |  9496   |   |   

Rund 80 Prozent der weltweiten Rohvanille wachsen auf Madagaskar. Weil dort ein Zyklon wütete, ist der Vanille-Preis auf mehr als 500 Euro pro Kilogramm gestiegen.

Die für die Lebensmittel- und Aromenindustrie so wichtige Vanille - sie wird aus Orchideen gewonnen - kommt aus Madagaskar, Indonesien, Papua-Neuguinea und Indien. Madagaskar liegt circa 200 Kilometer vor der Küste Moçambiques und gilt als Hauptproduktionsstandort. Im März 2017 traf der Zyklon "Enawo" auf den Inselstaat Madagaskar und die Weltbank bezifferte den wirtschaftlichen Schaden auf 400 Mio. Dollar ("NZZ"). Lokale Branchenvertreter schätzen, dass rund 30 Prozent der im Juli beginnenden 2017er Ernte von Roh-Vanille verloren gingen.

Dieser Verlust führt zu steigenden Preisen und bringt die Lebensmittelindustrie in Bedrängnis. Bereits im vergangenen Jahr fiel die Ernte auf Madagaskar schlecht aus. Dem Ernterückgang steht eine stetig wachsende Nachfrage nach dem Rohstoff gegenüber. Eingesetzt wird echte Vanille vor allem in der Nahrungsmittelindustrie, aber auch in der Parfümherstellung.

"Die Vanille ist in einer ganz großen Krise", sagt Bernd Hachmann, Inhaber des Vanillehandelshauses Aust & Hachman ("Spiegel"). Fast nicht mehr zu bekommen sei die sogenannte Bourbon-Vanille - sie darf nur aus den Gebieten Madagaskar, La Réunion oder den Komoren stammen.

Experten gehen davon aus, dass sich der Preis wieder erholt. Im Jahr 2004 kostete das Kilo circa 500 Dollar und fiel bis 2008 auf circa 25 Dollar (2008). Im Fall des Zyklon "Enawo" wurde die diesjährige Ernte jedoch in erheblichem Umfang zerstört und somit dürfte eine Preisentspannung etwas auf sich warten lassen.

 

 



1 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel