DAX-0,47 % EUR/USD+0,38 % Gold+0,50 % Öl (Brent)0,00 %

Angela Merkel Merkels Afrika-Plan wird scheitern

Gastautor: Rainer Zitelmann
13.06.2017, 15:18  |  1352   |   |   

Mit 300 Millionen Euro für afrikanische Staaten will Angela Merkel "Fluchtursachen beseitigen". Die deutsche Zusage soll die anderen G20-Staaten dazu animieren, ebenfalls ihre Entwicklungshilfe zu verstärken. "Die gute Entwicklung der Welt wird nicht funktionieren, wenn nicht alle Kontinente der Welt daran teilnehmen", sagte Merkel am Montag beim Gipfeltreffen in Berlin mit afrikanischen Staats- und Regierungschefs. Sie erklärte, dass wirtschaftliche Entwicklung in Afrika Fluchtursachen beseitigen werde. Die Konferenz mit afrikanischen Staaten in Berlin bereitet den G20-Gipfel vor, zu dem Merkel für den 7. und 8. Juli nach Hamburg eingeladen hat. Daran nehmen die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Wirtschaftsmächte aller Kontinente teil. Afrika wird auf Wunsch von Merkel das Schwerpunktthema des G20-Gipfels sein.

Merkel nun auch für Afrika zuständig
Merkel meinte schon vor einigen Monaten in einem Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT, sie sei "überzeugt, dass unsere Sicherheit, unser Leben in Frieden und unsere nachhaltige Entwicklung mit der Lebenssituation von Menschen, die weit weg von uns wohnen, zusammenhängen". Ihr Amtseid beziehe sich auf das Wohl Deutschlands, dieses sei aber heute "allein mit der Konzentration auf Deutschland selbst dauerhaft nicht zu erreichen". "Wenn ich als deutsche Bundeskanzlerin dafür sorgen will, dass es uns Deutschen gut geht, dass die Europäische Union zusammenhält, muss ich mich auch darum kümmern, dass es in Europas Nachbarschaft so zugeht, dass Menschen dort Heimat auch als Heimat empfinden können. Konkret heißt das in unserer Zeit, dass wir uns in neuer Weise mit Afrika befassen müssen." Durch Entwicklungshilfe soll die Situation der Menschen in Afrika so weit verbessert werden, dass sie keinen Grund mehr haben, sich auf den Weg nach Europa zu machen, so Merkel.

Entwicklungshilfe gescheitert
In den vergangenen Jahrzehnten haben mindestens ein Dutzend Schwellenländer (überwiegend in Asien) ein enormes Wirtschaftswachstum erlebt und Hunderte Millionen sind aus der Armut in die Mittelschicht aufgestiegen. Grund dafür waren jedoch nicht Entwicklungshilfe-Maßnahmen der Industrieländer, sondern der Wechsel von der Plan- zur Marktwirtschaft. China ist dafür ein schönes Beispiel: Die Chinesen haben kaum Entwicklungshilfe bekommen, aber dort sind Hunderte Millionen, die in der kommunistischen Zeit unter Hunger litten, dem Elend entkommen, weil auch die Chinesen erkannten, dass Marktwirtschaft besser funktioniert als Planwirtschaft. In Ländern, die bei der Planwirtschaft geblieben sind, leiden die Menschen weiter Hunger - der Vergleich zwischen dem kommunistischen Nordkorea und dem marktwirtschaftlichen Südkorea spricht Bände.

Aber im selben Zeitraum, in dem sich in vielen asiatischen Ländern ein einzigartiger Wirtschaftsboom entfaltete, ist es etwa 30 Entwicklungsländern, vor allem im subsaharischen Afrika, nicht gelungen, ein beständiges Wirtschaftswachstum zu erzeugen. Trotz aller Hilfen haben sich manche sogar zurückentwickelt. Dabei wurde in den letzten 50 Jahren im Rahmen der Entwicklungshilfe eine Billion Dollar (!) Hilfsleistungen von den reichen Ländern nach Afrika überwiesen. In ihrem Buch "Dead Aid" schreibt die Afrikanerin Dambisa Moyo: "Doch geht es den Afrikanern durch die mehr als eine Billion Dollar, die in den letzten Jahrzehnten gezahlt wurden, tatsächlich besser? Nein, im Gegenteil: Den Empfängern der Hilfsleistungen geht es wesentlich schlechter. Entwicklungshilfe hat dazu beigetragen, dass die Armen noch ärmer wurden und dass sich das Wachstum verlangsamte… Die Vorstellung, Entwicklungshilfe könne systematische Armut mindern und habe dies bereits getan, ist ein Mythos. Millionen Afrikaner sind heute ärmer - nicht trotz, sondern aufgrund der Entwicklungshilfe." Merkel glaubt nun, was mit einer Billion Dollar nicht erreicht wurde, werde sie durch 300 Mio. Euro erreichen - ein weiteres Beispiel maßloser Selbstüberschätzung und Realitätsferne.

Eine Studie der Weltbank belegt, dass mehr als 85 Prozent der Fördergelder für andere Zwecke verwendet wurden als ursprünglich vorgesehen, oft umgeleitet in unproduktive oder gar groteske Projekte. Obwohl die Auflagen ignoriert und unverblümt missachtet worden seien, wurde weiterhin Entwicklungshilfe geleistet. Oft genug also spielten Konditionalitäten, obwohl ein zentraler Teil der Entwicklungshilfevereinbarungen, in der Praxis kaum eine Rolle. Warum soll das diesmal anders sein?

Afrikaner könnten sich nur selbst helfen
Die Afrikaner könnten sich nur selbst helfen, so wie es viele asiatische Staaten getan haben. Demokratie kann ebenso wenig exportiert werden wie Marktwirtschaft - die vergeblichen Versuche der USA, die in Ländern wie dem Irak oder Lybien interveniert haben, hat gezeigt, dass Demokratie eben nicht exportiert werden kann. Und auch die Entwicklungshilfe hat, wie Moyo in ihrem Buch eindrücklich belegt, mehr geschadet als genutzt. Ja, es gibt die Gefahr, dass Abermillionen Menschen aus Afrika aufbrechen, um nach Europa zu kommen. Aber Merkels Strategie "Fluchtursachen zu beseitigen", wird scheitern. Solange es in Afrika an Marktwirtschaft, Rechtsstaat und Demokratie mangelt, wird sich die Situation dort nicht bessern, egal ob Merkel 300 Millionen Euro überweist oder nicht. Und solange sich die Situation nicht ändert, wird uns nichts anderes übrig bleiben, als das zu tun, was Europa bislang nicht willens war zu tun, nämlich unsere Grenzen gegen unkontrollierte Zuwanderung wirksam zu sichern. Diese unkontrollierte Zuwanderung schadet übrigens nicht nur uns, sondern auch den afrikanischen Ländern: Denn es sind ja keineswegs die Ärmsten der Armen, die Tausende Dollar für Schlepper bezahlen können, sondern es ist eine Minderheit von Menschen, die gerade in Afrika selbst dringend gebraucht würden, um dort etwas zu verändern.

Über den Autor Rainer Zitelmann und sein neuestes Buch lesen Sie diesen heute erschienenen Artikel: „Wenn du nicht mehr brennst, starte neu“ rät Rainer Zitelmann in seinem neuen Buch



6 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

...Oder Merkel,hat realisiert,was zu viele von uns zu spät begreifen!
Sie nimmt sich ganz kleine Vorsätze,weil Afrika nicht alleine scheitern wird,vollkommen unbeobachtet von vielen,könnte sie,wenn sie nur unser Sozial-System zum Zusammenbruch bringt und weiter Deutschland auf dem Opferblock bearbeitet,ein relevantes Gegengewicht schaffen!
Eine Hölle,in der jeder Sozialversicherungsbeiträge bezahlt,bis er kracht,aber keine Absicherung erhält,ein Land,indem man Rentenversicherungsbeiträge zahlt,bis man keine Gegenwart mehr aufrecht erhalten kann und erst,wenn man erschöpft ist,feststellt,dass es auch keine Zukunft gab! (Rente weg!)
Es ist ein kunstwerk,dies aus einem funktionierenden Land zu machen,welches als vorbildlich in der Welt angesehen wurde,zu Lebzeiten,wird es einem,der so herrscht an wenig mangeln und danach,hat man die Aussicht,in der Hölle zu herrschen!^^
Keiner flieht mehr,in ein Land,in dem es nischt mehr zu fressen gibt,erinnern wir uns,die DDR,wollten die Horden aus Afrika ja auch nicht erstürmen,das könnte der Plan sein!^^
Man darf nur nicht einseitig scheitern,sondern,mit allem,was auch immer man anpackt!
Die wesentlichen Fluchtursachen in Afrika sind die Bevölkerungsexplosion, die Bevölkerungsexplosion, die Bevölkerungsexplosion.

Alle anderen Übel sind sekundär: Hungersnöte, Bodenerosion, Arbeits- und Perspektivlosigkeit sowie ethnische Konflikte sind durch die immer größere Enge unvermeidlich.

Die Menschenwürde geht flöten, da aufgrund der Vermassung der Mensch nichts mehr wert ist,
brutaler Egoismus wird zur elementaren Überlebensstrategie. Keines dieser Länder will seine Wirtschaftsflüchtlinge zurücknehmen, höchstens begrenzt und mit massiver finanzieller Belohnung.

Die Deutschen ( ohne Migrationshintergrund) haben dieses Übel wie immer übervorbildlich gelöst
und würden sich zum Wohle unserer Mutter Erde gesundschrumpfen.

Es wird ihnen aber nichts nützen, da man in 20 Jahren mit einer Verdoppelung der Bevölkerung in Afrika rechnet. Das wird gewaltige Migrationsbewegungen auslösen, die man mit den heute angewendeten Strategien nicht stoppen kann.

Die Menschenwürde ist unantastbar? Wir werden uns noch wundern, was in dieser Welt noch alles möglich sein wird. ZB. ist die Bestie Königstiger doch nur deshalb schützenswert und wertvoll, weil sie so selten geworden ist. Gold doch nur deshalb so wertvoll, weil es nicht wie Sand am Meer vorhanden ist.

Man stelle sich vor, die deutsche Wohnbevölkerung hätte sich die letzten siebzig Jahre so entwickelt, wie die in Afrika. Dann würden hier nicht 80 Millionen, sondern ca. 400 Millionen Menschen leben. Nichts, aber auch garnichts würde hier noch nach Recht und Gesetz funktionieren.

Daher wird Frau Merkel natürlich scheitern. Es ist für mich unverständlich, dass sie als promovierte Naturwissenschaftlerin einfache Gesetzmäßigkeiten nicht erkennen will.
als Nachtrag, man findet sehr viel zu James Shikwati beim googlen, aber auch auf Youtube. Zum Beispiel hier auf Deutsch: https://www.youtube.com/watch?v=PVMlVexlUk0
Merkel glaubt nun, was mit einer Billion Dollar nicht erreicht wurde, werde sie durch 300 Mio. Euro erreichen - ein weiteres Beispiel maßloser Selbstüberschätzung und Realitätsferne.

Aber Merkels Strategie "Fluchtursachen zu beseitigen", wird scheitern. Solange es in Afrika an Marktwirtschaft, Rechtsstaat und Demokratie mangelt, wird sich die Situation dort nicht bessern, egal ob Merkel 300 Millionen Euro überweist oder nicht. Un

Danke Herr Zitelmann.... Danke... genau so ist es....
ich lese Ihre Artikel mit großem Interessen...

eines fehlt aber noch.. und zwar...
ERST WENN JEMAND DIESE VERWIRRTE FRAU VOR GERICHT BRINGT , ERST DANN WIRD ES BESSER

Disclaimer

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel