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Zweckoptimismus oder Realität? Janet Yellen (FED): Finanzkrise nicht "in our lifetime"

28.06.2017, 11:35  |  7986   |   |   

Gestern sprach die Fed-Chef, Janet Yellen, in London. Laut ihrer Prognose, wird es zu unseren Lebzeiten keine Finanzkrise mehr geben. Grund dafür sind die großen Reformen im Bankensektor seit dem Crash vor gut zehn Jahren, so Yellen. 

Janet Yellen sagte, dass sie daran glaubt, dass es zu keiner Finanzkrise wie 2008 kommen wird. Das Bankensystem sei sicherer als vor der großen Krise. Jedoch könnte Yellen die Rechnung ohne Donald Trump gemacht haben, denn dieser kündigte bereits in seinem Wahlkampf an die Bankenregulierungen wieder zu senken und hat auch erste Schritte eingeleitet. Die Rücknahme der Bankenregulierung durch Donald Trump bezeichnete sie als "keine gute Sache". 

Zuletzt hieß es über die Pläne von Donald Trump, dass er die US-Banken nach und nach deregulieren möchte. Der Chef der französischen Zentralbank, Francois Villeroy de Galhau, sagte: "Damit würde die Wahrscheinlichkeit zunehmen, dass eine neue Finanzkrise ausbricht" ("Handelsblatt"). Vor gut zwei Wochen legte das US-Finanzministerium Pläne für eine Entschärfung vieler Vorschriften für heimische Banken vor. Es wurde die Umsetzung einiger internationaler Kapital- und Liquiditätsstandards ("Basel III") teilweise infrage gestellt.

Nun geht es Trump darum, die Volcker-Regel zu lockern. Per Erlass ordnete Trump an, dass die Wall-Street-Reformen (Dodd-Frank-Gesetz) überprüft werden sollen ("Handelsblatt"). Die Volcker-Regel legt ein weitgehendes Verbot des Eigenhandels der Banken fest. Kleine Geldhäuser könnten zukünftig von dem Verbot sogar ganz ausgenommen werden. Dies alles ist Teil einer groß angelegt Abkehrstrategie von den strengen Bankenregulierungen. Trump will, dass die US-Banken richtig funktionieren und Geld verleihen können.

Wenn es nach Janet Yellen geht, dann wird die Fed ihre Zinserhöhungen sukzessive fortsetzen. Wenig überraschend war auch ihre Äußerung, dass die Fed das Wertpapierportfolio reduzieren wird. Es bleibt spannend abzuwarten, mit welchen Maßnahmen die Fed auf Trumps weiteres Vorgehen reagieren wird. 

 

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Kommentare

Warum sollte die FED sich dazu herablassen, über etwas zu reden, was ohnehin gar nicht besteht?
( noch dazu mit so markanten Begriffen wie "zu unseren Lebzeiten" )

(Kritik am Federal Reserve System wird bereits seit seiner Konzeption im Jahre 1913 geäußert. Ihm wird u.a. vorgeworfen, für die Gosse Depression von 1929 und später für die weltweite Finanzkrise 2008 Schuld zu tragen)
Und Zirtonenfalter falten Zirtonen...

aber hey, was soll sie auch Sagen? Steht sie doch wie kaum eine andere person für das System. Im Grunde ist es doch ihr Job diese Aussage zu machen.

Für mich jedenfalls ist es reichlich egal was die Dame von sich gibt. Da ist es viel aufschlußreicher sich mal 30 min auf eine Parkbank zu sitzen und über die aktuelle Lage nachzudenken und die Leute zu beobachten.

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