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Rohstoffe: Ölpreis ignoriert steigende OPEC-Produktion, kein Auftrieb bei Gold und Silber
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Rohstoffe Ölpreis ignoriert steigende OPEC-Produktion, kein Auftrieb bei Gold und Silber

Gastautor: Commerzbank
03.07.2017, 12:14  |  4685   |   |   

Energie: In der vergangenen Woche verzeichneten die Ölpreise erstmals seit sechs Wochen wieder einen Wochengewinn, welcher zudem mit gut 5% bei Brent bzw. 7% bei WTI deutlich ausfiel. Zu Beginn der neuen Handelswoche setzen die Ölpreise ihre Erholung fort. Brent steigt am Morgen auf ein 3-Wochenhoch von gut 49 USD je Barrel, WTI auf 46,5 USD je Barrel. Bei Brent hat allerdings auch der Kontraktwechsel dazu beigetragen. Dadurch begünstigt sprang Brent zur Eröffnung um ca. 1 USD nach oben. Die Ölpreise legten am Freitag merklich zu, was als weiteres Indiz für einen Stimmungsumschwung am Ölmarkt gelten kann. Denn die Nachrichtenagentur Reuters meldete einen kräftigen Anstieg der OPEC-Ölproduktion im Juni um 280 Tsd. auf 32,7 Mio. Barrel pro Tag. Zwar setzten die an die Produktionskürzungen gebundenen Länder diese weiterhin zu 92% um. Dafür stieg die Produktion in Nigeria (+150 Tsd.) und in Libyen (+90 Tsd.) deutlich, welche beide von den Produktionskürzungen ausgenommen sind. Seit April ist die OPEC-Produktion wegen Nigeria und Libyen um ca. 600 Tsd. Barrel pro Tag gestiegen, wenn man die Produktion des Neu-Mitglieds Äquatorial-Guinea herausrechnet. Bei der gegenwärtigen Produktionsmenge wird es der OPEC nicht mehr gelingen, den Lagerüberhang bis zum Jahresende vollständig abzubauen. Der Markt ignorierte dies und reagierte stattdessen auf den von Baker Hughes gemeldeten leichten Rückgang der Bohraktivität in den USA um zwei Ölbohrungen in der letzten Woche, dem ersten Wochenrückgang seit Januar. Es ist allerdings noch zu früh, daraus eine Trendwende abzuleiten.

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CV1K7D Bull WTI-Öl Future Hebel: 9,5
CE8FYV Bear WTI-Öl Future Hebel: 4,1

Edelmetalle: Gold fällt zu Beginn der neuen Handelswoche auf ein 7-Wochentief von rund 1.235 USD je Feinunze. Es handelt damit unmittelbar an der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie. Sollte diese nach unten durchbrochen werden, dürfte es zu technischen Anschlussverkäufen kommen, die den Preisrückgang wohl noch verstärken würden. Gold in Euro gerechnet verbilligt sich auf gut 1.080 EUR je Feinunze und markiert damit den tiefsten Stand seit über sechs Monaten. Belastet wird der Goldpreis vom anhaltend hohen Risikoappetit der Marktteilnehmer und von steigenden Anleiherenditen. Spiegelbildlich zum Goldpreis steigt zum Beispiel die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen heute auf ein 7-Wochenhoch. Der weiterhin schwache US-Dollar gibt dem Goldpreis nach wie vor keine Unterstützung. In Indien wurde am Wochenende eine 3%-ige Mehrwertsteuer auf Gold eingeführt. Während daher in den letzten Monaten Goldkäufe vorgezogen wurden, könnte die Goldnachfrage in Indien in den nächsten Monaten verhaltener ausfallen. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten im zweiten Quartal Zuflüsse von 56 Tonnen und damit exakt so viele wie im ersten Quartal. Im Gegensatz zu den ersten drei Monaten des Jahres gaben diese dem Goldpreis im letzten Quartal aber keinen Auftrieb. Obwohl die Bestände der Silber-ETFs im zweiten Quartal um 686 Tonnen aufgebaut wurden, gab der Silberpreis in den letzten drei Monaten um 9% nach. Grund hierfür dürften im Wesentlichen die spekulativen Finanzinvestoren gewesen sein, die sich im zweiten Quartal stark zurückgezogen haben.

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Industriemetalle: Die Metallpreise sowie die Stahl- und Eisenerzpreise starten mit einem freundlichen Unterton bzw. deutlichen Aufschlägen in die neue Handelswoche. In China ist der von Caixin privat erhobene Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (PMI) im Juni stärker als erwartet auf 50,4 gestiegen und liegt damit wieder im expansiven Bereich. Auch wenn der Index noch unter dem offiziellen PMI liegt, deutet er auf eine Stimmungsaufhellung auch in den kleineren und privaten Industrieunternehmen des Landes hin. Es stellt sich nun die Frage, in wie weit der Schwung aus dem Juni in das dritte Quartal übertragen werden kann. Damit verbunden ist auch die Frage, was die Oberhand gewinnt: die umfangreichen Stimulierungsmaßnahmen oder die Maßnahmen zur Abkühlung des überhitzten Immobilienmarktes? Entsprechend gut oder verhalten wird wohl die Nachfrage nach Metallen und Stahl ausfallen. In Indonesien liegen die Positionen zwischen der Regierung und von Freeport-McMoRan, dem Betreiber der „Grasberg“-Kupfermine, zur Lösung des politischen Disputs offenbar weit auseinander. Dies könnte im weiteren Jahresverlauf wieder zu Angebotseinschränkungen führen, sollten die Fronten zwischen den beiden Parteien verhärtet bleiben. Dagegen hat sich die Kupferproduktion in Chile im Mai nach den streikbedingten Ausfällen weiter erholt. Mit knapp 470 Tsd. Tonnen lag sie im Mai gut 9% über dem Vormonat. Sie blieb aber trotzdem noch leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

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CE4PQN Bull Kupfer Future Hebel: 6,7
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