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London holt aus Auf dem Schlachtfeld um Saudi Aramco

14.07.2017, 16:07  |  2992   |   |   

Der Börsengang von Saudi Armaco führt zum Wettstreit unter den Weltbörsen. Jeder möchte das Schwergewicht aufs Börsenparkett bringen. London könnte seine Gesetze ändern - es geht um die Anpassung der Regeln für Staatsunternehmen im Premium-Segment.  

Der saudische staatliche Erdölkonzern Saudi Aramco soll nach den Plänen der Regierung im nächsten Jahr teilprivatisiert werden und circa fünf Prozent des Aktienkapitals des Konzerns, der Saudi Arabiens Erdöl fördert, sollen an der Börse platziert werden. Der Börsengang gilt als einer der größten der Geschichte. Es haben sich zwei Orte herauskristallisiert: New York und London, und beide haben einiges zu bieten. 

In London eröffnete die britische Finanzmarktaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) die Spiele mit der gestrigen Ankündigung, dass man die Regeln für das Premium-Segment für Staatsunternehmen lockern könnte. Bislang unterliegen Unternehmen im Premium-Segment höheren Anforderungen an die Qualität der Unternehmensführung und an den Schutz von Minderheitsaktionären als ein Standardunternehmen. Das Premium-Label gilt jedoch als Voraussetzung für die Aufnahme in bestimmte Börsenindizes. Eine Unterscheidung zwischen Staatsunternehmen und Privatunternehmen wäre durchaus nachvollziehbar, denn sie Verhalten sich grundsätzlich anders, so die FCA. Mit der Änderung der Vorschriften könnte London als IPO-Platz für Saudi Aramco attraktiver werden. Es könnte aber auch als Vorbereitung auf den Brexit interpretiert werden ("NZZ"). 

Nach den letzten Schätzungen könnte Saudi Aramco nach Marktkapitalisierung zum wertvollsten Unternehmen der Wert aufsteigen. Der staatliche Erdölkonzern soll -  wenn es nach dem saudischen Königshaus geht - bei einem Börsengang mit rund 2.000 Mrd. Dollar bewertet werden. Damit wäre Aramco knapp dreimal so viel wert wie Apple.

Der Vorteil eines IPOs an der Wall Street würde Saudi Aramco eine hohe Öffentlichkeit garantieren. Auch in New York würde man sich über den Neuling freuen. Wie für jeden anderen, würde die Glocke am ersten Handelstag läuten. Aber Sorgen könnte die Tatsache bereiten, dass Saudi Aramco zukünftig vor US-amerikanischen Gerichten müsste. Im vergangenen Jahr hatte der Kongress dafür gestimmt, dass Opfer des 11. September Saudi Arabien vor US-Gerichten verklagen können ("NYT").  

Bislang steht nicht fest, ob es New York oder London wird. New York könnte wegen seines Prestige die erste Wahl sein, jedoch kommt es auch auf die internationalen Beziehungen an.

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