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GOLD  (Leise) Hoffnung auf eine Entspannung

16.07.2017, 12:52  |  3530   |   |   

Lässt man die letzten Handelstage Revue passieren, dann finden sich in Bezug auf den Goldsektor sowohl positive als auch negative Aspekte. Für beide Richtungen gibt es durchaus schlüssige Argumente, doch derzeit wird in Kommentierungen fast nur eine Seite bedient - das Korrekturszenario. Der Optimismus ist weitgehend aus dem Markt gewichen. 

Nun mag man nach dem gescheiterten Versuch des Edelmetalls, die 1.300 US-Dollar zu überwinden, und dem anschließenden Rückzug durchaus der Annahme sein, dass für Gold alles in Schutt und Asche liegt, doch ganz so aussichtslos ist die Lage nicht. Zwar wurden in der Tat wichtige Unterstützungen unterschritten, doch eine eminent wichtige konnte immerhin verteidigt werden. Das Einpreisen einer strafferen Geldpolitik in der Euro-Zone und in den USA läuft auf Hochtouren. Eine anstehende Zinswende in der Euro-Zone und die konsequente Fortsetzung der Zinsanhebungen in den USA scheint für die meisten beschlossene Sache zu sein. Das Interesse an Gold schwindet vor diesem Hintergrund. Dabei wird gern einmal vergessen, dass es nicht in Stein gemeißelt ist, dass steigende Leitzinsen der Knockout für Gold sind. Genauso wenig ist es in Stein gemeißelt, dass sinkende Zinsen ein Katalysator für haussierende Goldpreise sind. Diesbezüglich lohnt durchaus ein Blick in die Vergangenheit.

Über kurz oder lang sollte die Schwäche des US-Dollars sich wieder positiv auf Gold auswirken können. Diese Korrelation verblasste zuletzt. Um die Verfassung des US-Dollars an den Devisenmärkten unter die Lupe zu nehmen, lohnt ein Blick auf den US-Dollar-Index. Dieser hat sich mittlerweile deutlich von der 100 Punkte-Marke entfernt und nimmt nun sein 52-Wochen-Tief vom August 2016 ins Visier. Das lässt eine Fortsetzung der Schwäche im Greenback erwarten.

Kommen wir noch zu einem anderen Aspekt bei der Betrachtung – der Saisonalität. Auch wenn die Saisonalität eines Marktes oftmals von anderen Ereignissen und Einflüssen überlagert wird und der Markt daher nicht immer seinem saisonalen Muster folgt, so sei nur angemerkt, dass Gold im Juni/Juli im Allgemeinen sein saisonales Tief ausbildet und somit in der zweiten Jahreshälfte von positive saisonalen Effekten profitieren könnte.

Auch ein Blick auf die Goldaktien und hier stellvertretend auf den Arca Gold Bugs Index zeichnet ein hoffnungsvolles Bild. Der Arca Gold Bugs Index verteidigte trotz des jüngsten Rücksetzers bei Gold seine zentrale Unterstützungszone 180 / 175 Punkten und wäre damit weiterhin in der Lage, eine Gegenbewegung starten zu können.

Unsere letzte Kommentierung zu Gold hatten wir vor einigen Tagen mit folgendem Fazit geschlossen: „[…] Wir erwarten unverändert auf kurze Sicht eine Seitwärtsbewegung in den Grenzen 1.260 bis 1.220 US-Dollar. Diese sollte wiederum zu einer Bodenbildung führen und über kurz oder lang einen erneuten Angriff auf die 1.300 US-Dollar ermöglichen… Goldpreise oberhalb von 1.245 US-Dollar sollten die Situation zunächst wieder entspannen. Unterhalb von 1.220 US-Dollar geraten jedoch sofort die 1.200 US-Dollar unter Druck…“

An diesem halten wir im Großen und Ganzen unverändert fest. Dass sich unsere Erwartung nicht bestätigte, dass nach einem Unterschreiten der 1.220e US-Dollar sofort die 1.200 US-Dollar unter Druck geraten würden, kann man ebenfalls als ein leicht positives Indiz werten. Es bleibt spannend im Goldsektor. Der Rücksetzer unter die 1.220er Marke könnte sich als Marktbereinigung entpuppen. Um eine Gegenbewegung respektive Trendwende zu initiieren, muss Gold nun aber die nächsten Handelstage positiv gestalten. 


 


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